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Neuigkeiten - Nowostki


Gemeinderat diskutiert zum Geld

30.09.2014

Mit Anfragen der Einwohner beginnt die nächste Gemeinderatssitzung von Rosenthal im Versammlungsraum des Ortes. Sie findet morgen ab 18.30 Uhr statt. Den Entwurf der neuen Leader-Entwicklungsstrategie stellt danach Rudolf Richter, Regionalmanager der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft vor. Weiterhin stehen auf der Tagesordnung die Vergabe des Auftrags zur Lieferung der Feuerwehr-Bekleidung und Feuerwehr-Ausrüstung, der Bericht zur aktuellen Finanzsituation in der Gemeinde, das Thema Geld- und Sachspenden sowie Zuwendungen und Schenkungen. Außerdem informiert der Bürgermeister über das aktuelle Geschehen im Ort und beantwortet die Anfragen der Gemeinderäte. (AK)

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/gemeinderat-diskutiert-zum-geld-2940615.html


Nebelschützer feiern die Kartoffel

Karl Mildner zeigt das Plakat zum 13. Krabatfest und 9. Kartoffelfest in Nebelschütz. Stolz, Verbundenheit und Identität soll das Fest stiften. Karl Mildner ist Nebelschütz ehrenamtlicher Tourismusverantwortlicher. Zugleich betreut er jeden Dienstag das Krabat-Büro und Donnerstag das Tourismusbüro im Ort und ist Vorsitzender des Nebelschützer Heimat- und Kulturvereins.Foto: Kirschke©

Die sorbische Gemeinde richtet am Wochenende das 13. Krabatfest aus. Aber es dreht sich auch vieles um Erdäpfel.

25.09.2014

Krabat fasziniert nicht nur als Sagenfigur. Krabat hat durch den historisch verbürgten kroatischen Obristen Johann von Schadowitz einen wahrhaftigen Hintergrund. Meint Karl Mildner, Mitorganisator des 13. Krabatfestes verbunden mit dem neunten Kartoffelfest. Zusammen mit den Partnern Kamenzer Bildungsgesellschaft, Krabatverein und Initiative „Die Lausitz schmeckt“ richtet es die Gemeinde Nebelschütz aus. Darüber sprach die SZ mit Karl Mildner, ehrenamtlicher Tourismusverantwortlicher der Gemeinde.

Kehrt das Krabatfest an seinen Ursprung zurück?

Das kann man so sagen. Nebelschütz richtete 2002 das erste Krabatfest aus, später die Feste 2005 und 2009. Die Gemeinde sammelte gute Erfahrungen. Zugleich wuchs mit dem Kartoffelfest eine Tradition heran, die für regionale Vermarktung wirbt. So gesehen passen Krabat- und Kartoffelfest thematisch gut zusammen.

Wie stellt sich die Krabat-Region vor?

Sehr bunt. Zum einen laden wir ein auf den Kartoffelmarkt. Zum anderen gibt es den Regionalmarkt der Initiative „Die Lausitz schmeckt“. Eingeladen sind zudem Meister Krabat (Wolfgang Kraus aus Groß Särchen), der Schwarze Müller (Dieter Klimek aus Schwarzkollm) und Schäfer Jonas (Gert Linke aus Jonsdorf). Sie erzählen lebendig von Krabat und der Krabatregion.

Beim Markt am 28. September dreht sich vieles um die Kartoffel, oder?

Richtig. Landwirte und Direktvermarkter informieren über Sorten, Eigenschaften, Geschmacksrichtungen. Man erfährt Wissenswertes zum Anbau, zur Vielfalt, Haltbarkeit und richtigen Lagerung. Natürlich gibt’s auch Pellkartoffeln mit Leinöl und Quark, Bratkartoffeln, Kartoffelpuffer und weitere Kartoffelgerichte, ebenso frisches Obst und Gemüse. Eingebunden sind der Kräutergarten vor der Sozialwerkstatt als auch die Werkstatt selbst. Hier stehen die Geschäftsführerin der Kamenzer Bildungsgesellschaft, Anja Geißler und das Personal vor Ort Besuchern Rede und Antwort.

Welche sorbischen Inhalte hat das Fest?

Der Kindergarten Nebelschütz zeigt ein Tanzspiel. Wir freuen uns auch auf die Auftritte der Sorbischen Grundschule Bautzen und der Sorbischen Volkstanzgruppe Schmerlitz. Hans Jürgen Schröter, Genealoge, Familiengeschichts- und Erbenforscher in Wittichenau, hält den Vortrag „Neue Forschungen zu Johann von Schadowitz“. Er zeichnet Schadowitz´ Leben in Kroatien und Sachsen nach. Zugleich schildert er offene Fragen.

Wie stark kann gerade das Krabatfest & Kartoffelfest Stolz und Verbundenheit zur Region wecken?

Es kann ein Meilenstein sein. Im Unterschied zu anderen Festen gibt’s hier nur Produkte aus der Region – Wittichenauer Bier, Wurst aus der Sauenzuchtanlage, Kartoffeln heimischer Landwirte. Das prägt das Krabatfest, macht es einmalig.

Wie wird das Fest finanziert?

Aus Mitteln der Gemeinde Nebelschütz, der Kamenzer Bildungsgesellschaft, des Krabatvereins und durch Sponsoren. Ebenso durch die Einnahmen aus dem Verkauf. Eintritt wird nur Sonnabend verlangt und der ist mit drei Euro verträglich.

Was erhoffen Sie sich vom Fest?

Ich hoffe auf gutes Zusammenwirken aller Partner. Das Fest soll Stolz auf die Region wecken. Dafür wollen wir die Besucher, aber auch Mitglieder des Krabatvereins selbst sensibilisieren. Das Krabatfest sollte weiter regelmäßig und bald wieder als eigenständiges attraktives Fest stattfinden.

Gespräch: Andreas Kirschke

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/nebelschuetzer-feiern-die-kartoffel-2937341.html


Wie Wittichenauer in der Hauptstadt hilft

Die Brauerei feiert am Wochenende. Für Freude sorgt das Bier auch unter dem Namen „Quartiermeister“ – in Berlin.

24.09.2014 Von Hagen Linke

Wenn im Berliner Café Morgenrot im Stadtteil Prenzlauer Berg eine Flasche „Quartiermeister“ getrunken wird, freut das nicht nur den Gast. Das Pils mit dem gold-schwarz-weißen Etikett wird 160 Kilometer entfernt, in der kleinen Stadt Wittichenau, gebraut. Es hilft hier nicht nur der Stadtbrauerei beim Wirtschaften. Der Verkauf in zahlreichen Berliner Kneipen unterstützt die Nachbarschaft. Die Gewinne gehen komplett an soziale Initiativen in den Kiezen der Hauptstadt. „Wir haben vor, in diesem Jahr 12 000 Euro für Projekte auszuschütten“, sagt Peter Eckert, einer der Gründer der Non-Profit-Organisation.

„Quartiermeister“ gibt es in der Hauptstadt seit vier Jahren. Anfangs haben die Sozialunternehmer mit einer anderen Brauerei zusammengearbeitet, aber das passte nicht so. Dann kam die Verbindung nach Wittichenau zustande. Quartiermeister legt Wert auf eine regionale, privat geführte Brauerei als Partner, aber Berlin ist in der Hand großer Konzerne. „Wir wollen ein qualitativ gutes Bier aus einer Brauerei, die kontinuierlich abfüllen kann“, sagt Eckert. „Und wir wollten natürlich jemand, der unserer Idee offen gegenübersteht.“

 Geld für soziale Projekte 

Die Berliner haben sich mehrere Brauereien angeschaut und einige Biere verkostet. „Wittichenauer hat mit Abstand gewonnen“, sagt Eckert. Seit Ende 2012 wird also in der Lausitz das Berliner Quartiermeister gebraut. Es gibt mittlerweile über 100 Verkaufsstellen. „Pro Tag werden 1000 0,33-Liter-Flaschen verkauft“, sagt Eckert. Pro Liter Bier gehen 20 Cent an soziale Projekte. Auf der Webseite kann jeder mitentscheiden, welches Projekt man unterstützenswert findet. Zuletzt waren das ein Verein, der sich aktiv für Flüchtlinge einsetzt, eine internationale Tanzgruppe, die ein neues Soundsystem und Kostüme braucht, sowie das Projekt „Liebe geht durch den Magen“, das kostenlos für bedürftige Kinder gesund kocht.

Um Vertrieb und Werbung kümmert sich ausschließlich „Quartiermeister“ in Kreuzberg. Die Wittichenauer Brauerei füllt ab. Anfangs hat die Familienbrauerei auch logistische Unterstützung geleistet, indem sie zum Beispiel Bierkästen zur Verfügung stellte. „Es hilft uns, wenn eine schwarze Null herauskommt, sagt Stefan Glaab, Geschäftsführer der Wittichenauer Stadtbrauerei. Sie selbst unterstützt auch zahlreiche Vereine oder Clubs, Sport und Kultur, soweit es machbar ist, erinnert sei nur an den Wittichenauer Karneval, bei dem die Brauerei der Hauptsponsor ist. Mit dem Jahr 2014 kann der Familienbetrieb zufrieden sein, wobei auch die Fußballweltmeisterschaft mitspielte.

Natürlich würden sich die Wittichenauer freuen, wenn ihr Bier unter der heimischen Marke noch häufiger zum Ausschank kommt, auch dort, wo Touristen zu Gast sind. „Wir wollen in der Ferne auch regionale Spezialitäten probieren“, sagt Stefan Glaab. Am kommenden Wochenende können es Wittichenauer und ihre Gäste in der Bierstadt tun. Zum alljährlichen Fest ist wieder einiges vorbereitet – unter anderem gibt es wieder Führungen (siehe Kasten).

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/wie-wittichenauer-in-der-hauptstadt-hilft-2935666.html

 


Ralbitz macht die Schule schön

Uwe Dannies von der Firma Nostitz und Partner Bau GmbH, verreibt den Putz an einem Fenster, das extra umgesetzt wurde. Es wurde aus dem alten Zwischengang entfernt und in den neuen Anbau integriert.Foto: René Plaul©

Für einen zweiten Rettungsweg, neue Garderoben und Komplettsanierung gibt die Gemeinde fast eine Million Euro aus.

22.09.2014 Von Manuela Reuß

In der Ralbitzer Schule wird zurzeit nicht gelernt, sondern gehämmert, gebohrt, geputzt, geschraubt und gemalert. Denn das fast 40Jahre alte Gemäuer bekommt derzeit eine Schönheitskur. Und zwar in erster Linie innen.

Fassade, Fenster und Dach wurden vor etwa 15 Jahren bereits erneuert, erklärt der Ralbitz-Rosenthaler Bürgermeister Hubertus Rietscher. Jetzt kommen Türen, Elektrik, Heizung, Sanitär und Co. an die Reihe. Rund 960000 Euro kostet die Komplettsanierung. Etwa ein Drittel der Summe wird aus Fördermitteln bezuschusst. 

Brandlast aus den Fluren raus

Dass die Ralbitzer Schule diese innerliche Erneuerung erfährt, hat sie einem Mangel zu verdanken. Es fehlte – wie bei so vielen anderen Schulgebäuden in der Vergangenheit auch – am zweiten Rettungsweg. Ein solcher sei unbedingt nachzurüsten, so die Auflage der Kreisbehörde. Aber auch Brandschutztüren sollten eingebaut und die Garderoben aus den Fluren entfernt werden, berichtet der Bürgermeister. „Letztere stellten eine Brandlast dar.“

Eine Außentreppe wollte die Gemeinde nicht. Denn ein schöner Anblick seien die stählernen Stiegen meist nicht. Also setzten sich der Bauausschuss der Gemeinde und das Planungsbüro zusammen und überlegten, wie sich das Projekt zweiter Rettungsweg umsetzen lasse. Dabei prüfte man verschiedene Varianten und entschied sich schließlich dafür, für die zusätzliche Treppe einen Durchbruch im Gebäude vorzunehmen und neue Garderobenräume am Verbindungsgang zwischen Grund- und Oberschule anzubauen. Da auch das Einsetzen der Brandschutztüren und die Erneuerung der Elektrik mit erheblichem Aufwand verbunden sind, entschied sich der Gemeinderat, im Zuge dieser Baumaßnahmen gleich das Gebäudeinnere komplett zu modernisieren. Übrigens: Ein neues Physikkabinett springt dabei auch gleich mit raus.

Baustart war zu Beginn der Sommerferien. Zunächst war Abriss angesagt. Kameraden der Feuerwehren der Gemeinde wuchteten die alte Heizungsanlage raus. Doch schon lange vorher wuselten Lehrer, Eltern, Schüler und Gemeindemitarbeiter im Schulgebäude. Sie packten das gesamte Mobiliar und alle Lehrmittel zusammen und schafften sie in ihr Warte-Domizil. Stühle, Tische, Schränke und über 1000Kisten wanderten in die Turnhalle. Eine logistische Meisterleistung. Schließlich musste alles so eingelagert werden, dass es beim Ausräumen problemlos wieder dem jeweiligen Zimmer zugeordnet werden kann. „Das wird noch einmal eine strapaziöse Aktion, bei der alle gefordert sind“, weiß Hubertus Rietscher. Er hofft dabei wieder auf so eine tolle Unterstützung wie beim Ausräumen.

Auch wenn die Handwerker jetzt das Kommando in der Schule haben, unterrichtet wird trotzdem. „Wir haben alle Klassen ausgelagert.“ Gelehrt wird überall im Dorf: Im Sportlerheim, im Pfarramt, in der alten Schule am Dorfplatz, im Schulungsraum der Feuerwehr. Auf dem Schulhof steht zudem ein Container, der ebenfalls als Klassenraum genutzt wird. „Wir sind froh, dass uns der Sportverein und das Pfarramt Räume zur Verfügung gestellt haben“, so der Bürgermeister. Sonst wäre es problematisch geworden, alle Schulklassen unterzubringen. 

Der Endspurt ist eingeläutet

Inzwischen sind die meisten Arbeiten bereits erledigt. Die Elektrik liegt, auch das Computerkabinett ist schon verkabelt. Die neue Heizungsanlage ist eingebaut, nur die Heizkörper müssen noch installiert werden. In der oberen Etage sind die Bauarbeiter bereits mit dem Trockenbau beschäftigt und die Fußbodenleger haben schon die Ausgleichsmasse aufgebracht. Bald können auch die Maler loslegen. Der Endspurt ist eingeläutet. Die Arbeiten liegen im Plan. Ende November soll die Sanierung abgeschlossen sein. Dann ist die Schule rundum schick und vor allem auch sicher.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/ralbitz-macht-die-schule-schoen-2934440.html


Bunte Steinchen für Nebelschütz

Der Bau der neuen Nebelschützer Kita geht in die Endphase. Derzeit werden Klinkersteine angeliefert. Sie sind für die Außenanlagen und den Parkplatz bestimmt.Foto: René Plaul©

Neubau der Kita geht jetzt in die Endphase. Mit einem Monat Verzögerung.

18.09.2014 Von Andreas Kirschke

Die Fertigstellung des neuen Kindergartens „Jan Skala“ in Nebelschütz in Trägerschaft des Christlich-Sozialen Bildungswerkes (CSB) verzögert sich um einen Monat. Dies teilte Bürgermeister Thomas Zschornak Mittwoch nach der Ratssitzung mit. „Ende Januar, Anfang Februar 2015 ist jetzt laut Bauzeitplan Fertigstellungstermin. Es gab durch Handwerksbetriebe Probleme bei den Putzarbeiten“, erklärte er. „Alle anderen Firmen arbeiten sehr zuverlässig, pünktlich und in hoher Qualität. Wir liegen sonst weitgehend im Zeitplan.“

Ursprünglich sollte die neue Tagesstätte im Dezember fertig sein. Außer dem Namen „Jan Skala“ soll sie auch die Bezeichnung „Barbojte kamuški“ (Bunte Steinchen) tragen. Sie steht stellvertretend für das inhaltliche pädagogische Konzept. Es enthält die Schwerpunkte „sorbisch“, „ökologisch“ und „kreativ“.

Am 14. und 15. November findet eine Zukunftswerkstatt unter Leitung von Johannes Heimrath vom Mirabell-Verein zur Förderung von Natur, Kultur und Gemeinwesen statt. „Sie soll das pädagogische Konzept überarbeiten und vertiefen“, unter-strich Thomas Zschornak. „Eingeladen sind Gemeinderäte, Erzieherinnen, der Kita-Träger, Eltern und Interessierte.“

In seiner Sitzung am Mittwoch beschloss der Gemeinderat einstimmig zwei weitere Vergaben. Den Zuschlag für den Auftrag „Bau einer Verteiler- und Kinderküche“ erhielt für 18000 Euro die Firma Schneider Küchen Großdubrau. Zugleich werden auch einige Teile der Küche des bisherigen Kindergartens in den neuen Kindergarten mit übernommen.

Der Auftrag für die Errichtung eines Sonnenschutzes mit Pergola und Weidenruten ging für 23000 Euro an die Kamenzer Bildungsgesellschaft. Beide Vergabe-Vorschläge wurden durch das verantwortliche Leipziger Planungsbüro Thorsten Luka erarbeitet und den Gemeinderäten vorgelegt. Damit geht jetzt der Neubau des Nebelschützer Kindergartens in seine Schlussphase.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/bunte-steinchen-fuer-nebelschuetz-2931738.html


Anpacken im Heideland – aber wo?

Auch sie könnten von der neuen Förderperiode profitieren: Die Mitglieder des Jugendvereins Wartha wollen sich einen Jugendclub schaffen und hoffen auf Fördermittel. Archivfoto: SZ/Uwe Soeder©

16.09.2014 Von Kerstin Fiedler

Auf einer Info-Veranstaltung wurden erste Projekte entwickelt.Das Interesse der Teilnehmer aus der ganzen Region ist groß.

Lässt man die Stadt Bautzen mal außen vor, dann hat das Gebiet der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, für das jetzt die Richtlinien für die Entwicklung bis 2020 besprochen werden, rund 50000 Einwohner. Insgesamt sind 16 Städte und Gemeinden Mitglied im Trägerverein. Über 150 Teilnehmer diskutierten jetzt bei einer Info-Veranstaltung vier Schwerpunkte. Die SZ fasst die Inhalte zusammen. 

Erster Punkt: Gut leben in der Heide- und Teichlandschaft

Wohnqualität, Verkehr, Nahversorgung, Miteinander der Generationen und Familienfreundlichkeit sind Stichpunkte, die in größten Diskussionsgruppen besprochen werden. Angeregt wurde dabei zum Beispiel, dass die Sanierung von Mehrseithöfen unterstützt werden sollte. Diese seien oft ortsbildprägend, aber durch die Größe oft schwer zu finanzieren. Angeregt wurde ebenfalls, lieber bestehende Bausubstanz zu sanieren, als neue Häuser auf der grünen Wiese zu bauen. Für das bessere Miteinander auf den Dörfern sei es auch wichtig, regionale Vereine zu unterstützen.

Zweiter Punkt: Starke Wirtschaft – regional verankert

Bei bestehendem Fachkräftemangel trotzdem die Wirtschaft zu fördern, spielt hier eine Rolle. Das heißt auch, die berufliche Bildung stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Wichtig war den Leuten, Fischerei und Landwirtschaft so zu fördern, dass Direktvermarkter eine Chance haben. Regionale Produkte sollen regional verkauft werden. Dazu wünschen sich die Teilnehmer eine Informationsstelle für Rückkehrer. Wichtig sei, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Tourismus und Fischwirtschaft sollten vernetzt werden. 

Dritter Punkt: Vorsprung durch Wissen in der zweisprachigen Region

Auch hier spielen Bildung und Forschung eine große Rolle. Unternehmer wünschen sich, dass sie bei der Suche nach Azubis unterstützt werden. Dafür sollte die Kooperation Schule – Wirtschaft weiter intensiviert werden. Um die zweisprachige Region besser bekannt zu machen, sollte ein klares Image entwickelt werden. Zudem wäre es wünschenswert, die Kontakte nach Polen und Tschechien aufgrund der sorbischen Sprache weiter zu vernetzen. 

Vierter Punkt: Willkommen – Kultur erleben im Land der tausend Teiche

Biosphärenreservat, Krabatregion, sorbische Kultur, Kirchen und Vereine – all das soll die Touristen ins Heide- und Teichland locken. Die Radwege und die vielen kleinen touristischen Angebote sollten dafür besser ausgeschildert werden, sagen die Teilnehmer. Die Einzigartigkeit der sorbischen Kultur muss hervorgehoben und Möglichkeiten geschaffen werden, sie zu erleben. Dafür sollen die ehrenamtlichen Helfer motiviert und unterstützt werden. 

Resümee: Weitere Mitarbeit in den Gremien ist erwünscht

Bis nächste Woche werden die beauftragten Planer die Vorschläge auswerten. Förderanträge für bestimmte Projekte können aber erst im Frühjahr 2015 gestellt werden. Vorschläge sind weiter erwünscht.

www.ohtl.de

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/anpacken-im-heideland-aber-wo-2930208.html


Bürgermeister und Ortsvorsteher vereidigt, Ehrenamtliche verabschiedet

Ein Dank für ihre Arbeit erhielten von Bürgermeister Markus Posch (rechts) Wittichenauer, die nicht mehr in ihren Ämtern sind und die bei der Ehrung am Mittwochabend dabei sein konnten: Friedensrichter Eberhard Kliemank, die Ortsvorsteher Andreas Gehrmann (Maukendorf), Christian Kochta (Saalau), Ines Jorsch (Kotten) sowie die ehemaligen Stadträte Philipp Schlegel und Ingrid Kühnel. (v.l.n.r.)Foto: Andreas Kirschke

Markus Posch leitete seine erste Stadtratssitzung. Er dankte auch Menschen, die ihr Ehrenamt nun nicht mehr wahrnehmen.

11.09.2014 Von Hagen Linke

Feierlichen Charakter trugen Beginn und Abschluss der Wittichenauer Stadtratssitzung am Mittwochabend. Kein Wunder, so viel Bewegung in der Wittichenauer Kommunalpolitik hatte es seit über 20 Jahren nicht gegeben. Wegen der zahlreichen Gäste fand das Treffen im Saal des Alten Bahnhofs statt. Zu Beginn wurde der im Juni gewählte Bürgermeister Markus Posch (CDU) vereidigt. Diese Ehre erhielt Roland Homola von der Allgemeinen Bürgervertretung, dessen vierte Wahlperiode im Stadtrat begonnen hat. Posch sprach den Amtseid nach: „Ich schwöre, dass ich mein Amt nach bestem Wissen und Können führen, Verfassung und Recht achten und verteidigen und Gerechtigkeit gegenüber allen üben werde, so wahr mir Gott helfe.“

Im Namen der Räte wünschte Roland Homola dem Bürgermeister Gottes Segen, Kraft, Mut und Freude bei seiner Tätigkeit sowie Gesundheit für ihn und seine Familie. „... auch, dass noch Zeit für diese bleibt, denn aus ihr kann er Kraft schöpfen.“

Vereidigt wurden am Mittwoch auch die neuen Ortsvorsteher. Sechs der neun Vorsteher aus den umliegenden Dörfern sind neu in ihrem Amt. Ein Dank ging an ehemalige Ortsvorsteher, die Stadträte, die nicht mehr im neuen Gremium sitzen sowie an den ehemaligen Friedensrichter Eberhard Kliemank.

Seine erste Sitzung leitete der neue Bürgermeister routiniert und problemlos. Die Stadträte beschlossen unter anderem ein Entwicklungskonzept mit dem Kürzel „KSP“ für den Stadtkern (TAGEBLATT berichtete) und den Wirtschaftsplan für den Kommunalwald 2015. Künftig soll es in jeder Stadtratssitzung eine Einwohnerfragestunde geben. Im Anschluss an die Versammlung wurde gegrillt und „Wittichenauer“ ausgeschenkt. Das ist nach Sitzungen gewöhnlich nicht üblich, und man darf davon ausgehen, dass es auch nicht zur Gewohnheit wird.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/buergermeister-und-ortsvorsteher-vereidigt-ehrenamtliche-verabschiedet-2926214.html


„Naturmärkte geben Biosphärenreservat ein Gesicht“

Sie freut sich auf den Naturmarkt und viele Besucher am Sonnabend in Wartha: Astrid Mrosko ist seit 1998 für Naturschutz und Gebietsentwicklung im Biosphärenreservat verantwortlich. Seit 20 Jahren gibt es das Reservat. Auf diese Zeit wird in einer Ausstellung im Haus der tausend Teiche zurückgeblickt. Foto: SZ/Uwe Soeder©

10.09.2014 Von Kerstin Fiedler

Am Sonnabend gibt es in Wartha nicht nur den Markt. Eine Ausstellung erzählt Geschichte(n) aus den vergangenen 20 Jahren.

Dr. Astrid Mrosko arbeitet seit 1998 im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Die Naturmärkte liegen ihr besonders am Herzen. Zum Jubiläum blickt Sie für die SZ zurück.

Frau Dr. Mrosko, was bedeuten 20 Jahre Biosphärenreservat für Sie persönlich?

Ich bin ja nicht von Anfang an dabei gewesen. Bevor ich vom Umweltministerium gefragt wurde, ob ich hier als Referatsleiterin anfangen wollte, war ich als Landschaftsplanerin für den Regionalplan tätig. Doch diese neue Aufgabe sah ich als Chance, meine persönlichen Interessen für den Schutz meiner Heimat mit Engagement mitgestalten zu können. Schließlich konnte ich seit 1998 in meiner Zuständigkeit für Naturschutz und Regionalentwicklung miterleben und ein Stück mitbestimmen, in welche Richtung sich alles entwickelt.

Welche Rolle spielen die Naturmärkte?

Nachdem wir von Anfang an auf den Herbst gesetzt hatten, etablierte sich nach 2002 auch der Frühjahrsmarkt sehr schnell. Die Märkte sehe ich als eine gute Möglichkeit, regionale Produzenten bei der Etablierung in der Region zu unterstützen. Hier haben auch Neueinsteiger die Chance, mit den Verbrauchern ins Gespräch zu kommen. Deshalb nehmen wir auch nur geringe Standgebühren.

Die Märkte sind aber die einzigen Tage, an denen auch die Einheimischen nach Wartha finden. Reicht Ihnen das?

Seit wir das neue Informationszentrum mit der Ausstellung im Haus der tausend Teiche haben, veranstalten wir ja gleichzeitig einen Tag der offenen Tür. Der wird gut angenommen von der Bevölkerung. Und wenn die Leute dann weitersagen, was man hier alles erleben kann, und ihren Gästen das Haus empfehlen, ist das für mich in Ordnung.

Der Aufwand für solch einen Markt an nur einem Tag ist enorm. Warum stemmen Sie das Vorhaben trotzdem?

Diese kleinen Feste gehören einfach zum Biosphärenreservat. Und durch die gute Zusammenarbeit mit den anderen Partnern wie zum Beispiel dem Verein Radiška oder dem Förderverein für das Biosphärenreservat macht die gemeinsame Vorbereitung auch immer noch Freude. Es sind es die vielen kleinen Dinge, die den Markt so liebenswert machen. Schon allein die drei Mädchen, die als Biosphärchen für Wald, Wasser und Wiese die Gäste grüßen und sich für den Kauf der heimischen Produkte mit einem Sträußchen bedanken, sind ein solches Detail. Die Sträuße flechten wir gemeinsam – auch außerhalb der Arbeitszeit.

Welche Erfolge hat das Biosphärenreservat aus Ihrer Sicht in den vergangenen 20 Jahren zu verbuchen?

Ich denke da vor allem an solch tolle Naturerlebnisse wie den Seeadlerrundweg oder den Naturlehrpfad um die Guttauer Teiche. Aber auch die Aktion mit den Biosphärenwirten ist eine prima Sache.

Was bringen die Biosphärenwirte denn für die Besucher?

Wir haben erkannt, dass wir, wenn es eine touristische Entwicklung geben soll im Gebiet, auch die Strukturen dementsprechend unterstützen müssen. Mittlerweile haben wir Biosphärenwirte nicht nur in der Gastronomie und bei den Übernachtungen. Jetzt kommen als Partner noch die Produzenten in der Fischerei, der Landwirtschaft und dem Forst dazu. Da schließt sich dann der Bogen zu den Märkten wieder.

Worauf freuen Sie sich am Sonnabend am meisten?

Auf viele Besucher, nette Gespräche und die Ausstellung, die auf 20 Jahre Biosphärenreservat zurückblickt. Die Beteiligung an dem Wettbewerb gibt uns das Gefühl, dass wir bei der Bevölkerung angekommen sind und aus anfänglicher Vorsicht oder sogar Misstrauen an vielen Stellen ein Miteinander geworden ist.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/naturmaerkte-geben-biosphaerenreservat-ein-gesicht-2925492.html


Wie soll sich die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft entwickeln? Was soll zukünftig gefördert werden? Ihre Ideen sind gefragt!

10.09.2014

Die Region Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft legt die Fördergegenstände für den ländlichen Raum im Zeitraum 2014-2020 fest. Am 10.09.2014 kann jeder Interessierte mitdiskutieren!

Wie geht es in der neuen EU-Förderperiode 2014-2020 weiter in der Region? Eine Antwort auf diese spannende Frage soll die LEADER-Entwicklungsstrategie (LES) für die 16 Städte und Gemeinden des regionalen Zusammenschlusses geben. Mit dem Konzept, das derzeit erstellt wird, will sich die Region erneut um den LEADER-Status bewerben.

Im Gegensatz zur alten Periode der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) wird es nun keine zentrale Förderrichtlinie des Freistaates Sachsen mehr geben. Die Regionen gestalten ihre Richtlinie in größerer Verantwortung vor Ort selbst und bestimmen über Fördergegenstände, Fördersätze und Fördermittelhöhen, gemäß der eigenen regionalen Schwerpunkte.

Da sowohl Privatpersonen, Vereine, Unternehmen, Kirchen, Kommunen und andere Einrichtungen von der ILE-Förderung profitieren können, sollen die Themen, denen sich die Region bis 2020 widmen möchte, mit möglichst vielen Akteuren diskutiert werden.

Eine erste öffentliche Veranstaltung wird am Mittwoch, 10.09.2014 um 18:00 Uhr im Veranstaltungsraum der Gaststätte „La Ola Zentralküche“ (ehem. Niederkainaer Hof), Purschwitzer Str. 13 in Niederkaina, stattfinden.

Das Planernetzwerk Augustin-Mücke-Neumann wird zunächst die Regionalanalyse und die Handlungsfelder vorstellen. Im Anschluss werden in kleinen thematischen Arbeitsgruppen die Schwerpunkte

• Stadt und Land
• Regionale Wirtschaft
• Heide und Teiche, Natur
• Kultur erleben/Tourismus

diskutiert.

Jeder interessierte Bürger kann sich beteiligen! Wer Ideen für die Entwicklung seiner Heimat hat, kann sich mit seinen Vorstellungen gern auch im Regionalbüro unter folgendem Kontakt melden: regional[at]ohtl.de oder Tel.: 035931-16560.

Weitere Termine und Informationen zum Thema LES finden Sie auf unserer Internetseite www.ohtl.de. Ihre Projektvorschläge können Sie auch mittels des Projektvorschlagbogens an das Regionalmanagement senden.


Neue Ideen fürs Heideland gesucht

Kirchendach und die Reparatur des Dachstuhls der Kirche Klix wurden Mittel aus dem ländlichen Raum gezahlt. Das reicht aber nicht. Die Kirchgemeinde bittet um Spenden. Foto: SZ/Uwe Soeder©

Wofür es ab 2015 Fördergeld gibt, wird nicht mehr von oben bestimmt. Jetzt kann jeder Projekte vorschlagen.

08.09.2014

Von Kerstin Fiedler

Soll der Erhalt kultureller Denkmale in den Städten und Gemeinden gefördert werden oder nur der Umbau ländlicher Bausubstanz zu Wohnungen für junge Familien? Wie viel Geld soll noch in Spielplätze fließen? Können auch Unternehmen vom Fördergeld profitieren? All diese und viele weitere Fragen werden morgen auf einer Beratung in Niederkaina angesprochen. Es geht um die Region des Oberlausitzer Heide- und Teichlandes, zu der 16 Städte und Gemeinden gehören. Und es geht um Geld, das der Freistaat für diese Region bis 2020 zur Verfügung stellen wird.

Regionalmanager Rudolf Richter hofft, dass morgen viele Interessenten mitdiskutieren werden. „Es geht schließlich darum, wie sich unsere Region in den nächsten Jahren entwickeln soll. Und je mehr Ideen da sind, desto besser kann das Konzept aussehen“, sagt Richter. Zufrieden ist er bereits damit, dass über die Internetseite der Region schon über 150 Projektvorschlagsbögen ausgefüllt wurden. Das sind zum einen noch Vorhaben, die in der vergangenen Förderperiode keine Berücksichtigung gefunden haben. Aber auch kommunale und private Projekte sind schon eingereicht worden. Die sind dann unter anderem Grundlage für ein Planungsbüro, das die Region analysiert hat und am Mittwoch Handlungsfelder vorstellt. Dafür waren Mitarbeiter des Planungsbüros in den Gemeinden unterwegs, haben unter anderem Vereine, Unternehmen, Kirchen oder Kommunen befragt zu Dingen, die sie gern realisieren wollen.

Es wird übrigens die einzige große, öffentliche Veranstaltung sein, bei der Vorschläge von allen interessierten Teilnehmern eingebracht und in thematischen Arbeitsgruppen beraten werden. Bis November soll dann das Konzept stehen, im Dezember in den Stadt- und Gemeinderäten beschlossen werden. Im Januar wird es im Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft eingereicht. Das Besondere an der nächsten Förderperiode ist, dass die Höhe der Mittel und die Entscheidung, was denn überhaupt gefördert wird, nicht vom Ministerium vorgegeben wird. „Wir müssen unsere regionalen Schwerpunkte selbst setzen und danach die Fördermittelsätze und -höhen bestimmen“, sagt Richter.

So kann es sein, dass nicht nur das Wohnen im ländlichen Raum eine Rolle spielt, sondern demnächst auch die Parkanlagen, die es im Heide- und Teichland gibt, beachtet und gefördert werden. Rudolf Richter denkt da zum Beispiel an den Schlosspark Gröditz, der über einen Verein in Ordnung gebracht wird. Oder auch an den Schlosspark Neschwitz, der immer noch unter kommunaler Trägerschaft in Ordnung gehalten wird. Auch der wäre ein Beispiel zur Förderung. Daneben gibt es ja auch private Parkanlagen, wie zum Beispiel in Luttowitz, wo der Eigentümer das Gelände den Bürgern zur Verfügung stellt und darauf ein Spielplatz entstanden ist.

Auch wenn in diesem Jahr noch kein neues Fördergeld fließt, gebaut wird trotzdem. Aus der Ende 2013 endenden Zeit sind noch Finanzen zu vergeben gewesen. Sie flossen in umgebaute Häuser von jungen Familien, in Spielplätze wie zum Beispiel in Neudorf/Spree oder auch in die Kirchen von Luppa und Klix.

Mittwoch, 18 Uhr, ehemaliger Niederkainaer Hof, Purschwitzer Straße 13 in Niederkaina

www.ohtl.de

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/neue-ideen-fuers-heideland-gesucht-2923799.html


Neuer Spielplatz wird heute eingeweiht

Für das Foto durften Lucien (l.) und Kalle schon mal den neuen Spielplatz in Neudorf ausprobieren. Außer den Reckstangen bietet die Spielfläche einen großen Kletterturm, eine Balancierschlange, einen Buddelkasten, eine Wippe, eine Maltafel und eine Nestschaukel. Foto: Carmen Schumann©

Drei Jahre haben die Elternvon Neudorf und Halbendorf gekämpft. Die Tobeflächekommt nun vielen zugute.

05.09.2014 Von Carmen Schumann

Noch ist der neue Spielplatz in der Ortsmitte von Neudorf mit einem rot-weißen Band abgesperrt. Nur fürs Foto dürfen Lucien und Kalle schon mal die Geräte ausprobieren. Die Jungs sind happy. Aber ohnehin hat die Wartezeit nun für sie ein Ende. Heute Nachmittag wird der Spielplatz eingeweiht. Die Eltern der Kinder von Neudorf und Halbendorf haben rund drei Jahre darum gekämpft, dass er entstehen konnte. Sie dachten dabei aber nicht nur an ihre eigenen Kinder. „Hier bei uns führt ja sowohl der Frosch- als auch der Spree-Radweg entlang“, sagt Annett Jakob.

Weil die Radfahrer schon immer gerne in der Ortsmitte rasteten, kamen die Neudorfer Eltern auf die Idee, einen Spielplatz einzurichten. Während die Kinder der Radwanderer sich nun dort austoben können, soll für die erwachsenen Radfahrer nun noch in Kürze eine Sitzgruppe aufgestellt werden, die dann natürlich auch die Neudorfer Eltern nutzen können, wenn sie ihre spielenden Kinder beaufsichtigen. „Der Tisch mit den vier Bänken ist schon bei der Tischlerei bestellt“, sagt Annett Jakob.

Die Mutter von vier Kindern erinnert sich daran, dass man sich zunächst an den Bürgermeister der damals noch selbstständigen Gemeinde Guttau, Andreas Skomudek, gewandt hatte. Dann kam die Fusion mit Malschwitz und zur Freude aller wurde das Projekt Spielplatz Neudorf in den Gemeindevertrag übernommen. Die Gemeinde beantragte Fördermittel aus dem Topf für den ländlichen Raum, die nun kurzfristig bereitgestellt wurden. Deshalb musste auch der Aufbau der Spielgeräte schnell erfolgen. Der Holzgestalter Guido Arnold aus Schönbach hat die Geräte hergestellt. Die Eltern kümmerten sich in Feierabend- und Wochenendeinsätzen um das Drumherum. So hoben sie das Erdreich aus und häufelten es für einen künftigen Rodelberg auf. „Wir organisierten den Fallschutzsand und die Abnahme durch den Tüv“, sagt Annett Jakobs Schwester Ines Müller. Da von den Gesamtkosten in Höhe von rund 15000 Euro Dreiviertel gefördert wurden, mussten die Eltern rund 5000 Euro an Eigenleistungen aufbringen.

„Wir organisierten unter anderem Kinderfeste, deren Erlöse in das Projekt flossen“, sagt Annett Jakob. Der Kultur- und Feuerwehrförderverein Neudorf/Halbendorf sei dabei federführend gewesen. Aber auch unter den Bürgern und den Gewerbetreibenden der Gemeinde seien Spenden eingeworben worden. Und es wurden Eigenleistungen erbracht. Obwohl der Spielplatz heute eingeweiht wird, sind die Arbeiten noch nicht ganz beendet. „Auf alle Fälle muss noch eine Abgrenzung zur Straße geschaffen werden, damit die Kinder gefahrlos spielen können“, sagt Ines Müller. Außerdem soll der künftige Rodelberg durch Bepflanzung gefestigt werden. Später kommt dann auf das Hügelchen noch eine Rutsche. „Wir hoffen, dass wir bei der Eröffnungsfeier noch etwas Geld für diese Vorhaben zusammen bekommen“, sagt Ines Müller.

Ihr Schwiegervater Edgar Müller hatte den Aufbau des Spielplatzes ehrenamtlich koordiniert. Binnen zweieinhalb Wochen waren alle Geräte aufgestellt. Die Kinder können nun an den Reckstangen trainieren, über eine hölzerne Schlange balancieren, wippen, in der Nestschaukel relaxen, auf einer Maltafel zeichnen oder am dreietagigen Kletterturm herumkraxeln. Für die ganz Kleinen gibt es einen extra Buddelkasten. Wenn der Malschwitzer Bürgermeister Matthias Seidel (CDU) heute um 17 Uhr den Spielplatz freigibt, können die Mädchen und Jungen dies alles in Besitz nehmen. Die Jugendfeuerwehr wird zur Feier des Tages Bratwürste grillen und die Feuerwehrleute werden für die Getränke sorgen.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/neuer-spielplatz-wird-heute-eingeweiht-2921610.html


Markus Kreuz bekommt harte Nüsse zu knacken

Offiziell ist Markus Kreuz noch nicht neuer Bürgermeister. Trotzdem sitzt er schon auf dem Stuhl des Gemeindechefs. Denn seit Mai führt er als Stellvertreter des zurückgetretenen Bürgermeisters Andreas Mickel die Geschäfte in Panschwitz-Kuckau.Foto: Mathias Schumann

05.09.2014

Der neue Panschwitz-Kuckauer Gemeindechef hat offene Baustellen. Eine ist die Schule

Von Manuela Reuß

Eigentlich ist er ja ein Zugezogener. Trotzdem haben ihn die Panschwitz-Kuckauer Markus Kreuz zu ihrem neuen Gemeindeoberhaupt gewählt. 84,5 Prozent der Wähler machten ihr Kreuzchen hinter dem Namen des gebürtigen Wittichenauers. Ein deutliches Votum. Es zeigt: Die Mehrheit traut dem 43-Jährigen zu, die Geschicke der Gemeinde korrekt zu leiten.

Das ist wahrlich keine einfache Aufgabe. Zumal der Bürgermeisterposten ein ehrenamtlicher ist. Für den 43-jährigen Christdemokraten, der bereits jetzt als stellvertretender Bürgermeister die Amtsgeschäfte führt, gibt es eine Menge zu tun. Dabei bekommt er recht harte Nüsse zu knacken. Denn es gilt, den in der Vergangenheit verursachten Investitionsstau aufzuholen. Allerdings wird das schwierig. Denn die zweisprachige Gemeinde befindet sich in Haushaltskonsolidierung. Das heißt, sie muss jeden Euro zweimal umdrehen, bevor sie ihn ausgibt. Mal ganz davon abgesehen, dass Panschwitz-Kuckau nicht viele Euros zum Umdrehen hat. Doch das schreckt Markus Kreuz nicht. „Ich bin noch optimistisch“, erklärt der sympathische Kommunalpolitiker. Die Zuversicht kommt nicht nur aus dem Wissen, dass die Panschwitz-Kuckauer hinter ihm stehen, sondern auch aus eigenen Erfahrungen. Sieben Jahre war er Ortsvorsteher in Ostro, seit fünf Jahren ist er Gemeinderat in Panschwitz-Kuckau. Er mischte sich ein und kräftig mit. Das blieb vielen nicht verborgen. Außerdem qualifiziert er sich. Gerade begann er das dritte Semester seines Studiums zum Diplomverwaltungsbetriebswirt.

Dass er sich schließlich als Bürgermeisterkandidat zur Wahl stellte, hatte auch mit dem Feedback der Leute zu tun. „Sehr viele haben mich angesprochen und gefragt, ob ich mich nicht bewerbe. Ich wäre doch der Richtige. Zum Schluss hab’ ich es selbst geglaubt“, verrät Markus Kreuz augenzwinkernd. Allerdings habe er für sich selbst entschieden, zunächst die Kommunalwahl im Mai abzuwarten. Seine Wiederwahl als Gemeinderat gab ihm Sicherheit. Also reichte er seine Bürgermeister-Kandidatur ein. Dass sich kein Gegenkandidat fand, versteht Markus Kreuz. „Das ist nicht unbedingt ein Posten, um den man sich reißt.“ Wäre der Job hauptamtlich, hätten sich sicher mehr Bewerber gefunden.

Seinen Job als Tischlermeister in einer sozialen Einrichtung in Dresden hat er inzwischen an den Nagel gehangen. Die Amtsgeschäfte wären sonst nicht zu bewältigen gewesen. Seit der vorherige Bürgermeister Andreas Mickel zurückgetreten ist, kümmert sich der Ostroer als Stellvertreter um die Gemeinde-Belange. Leicht sei es ihm nicht gefallen, das Tischlern aufzugeben. Doch die neue Herausforderung reizt ihn auch. Seine Familie steht dabei hinter ihm, weiß der dreifache Vater. Obwohl seine Frau ihn schon gefragt habe, warum er sich nun diese Aufgabe auch noch auflade.

Dass es in Panschwitz-Kuckau viele Baustellen gibt, auf denen es brennt, ist dem 43-Jährigen bewusst. Die Sanierung der Schule ist so ein Vorhaben. Der erste Bauabschnitt, in dem es vor allem um Brandschutz ging, ist fast beendet. Weitere müssen folgen. Doch dazu müsse man zunächst über die Finanzierung reden. Auch bei der Feuerwehr gibt es jede Menge Nachholbedarf. Es fehlt an Technik, Ausrüstung, Ausbildung. Seit Marcus Richter im Mai 2012 den Job des Gemeindewehrleiters übernahm, habe sich da schon viel getan, freut sich Markus Kreuz. Schließlich ist der Ostroer auch Feuerwehrmann. Deshalb liegt ihm die Umsetzung des Brandschutzbedarfsplanes am Herzen. Wie nötig das ist, zeigte der Wohnhausbrand am Dienstag. Aber auch Winterdienst-Technik müsse dringend erneuert werden. „Und es gibt noch viele kleine Sachen in den Dörfern zu erledigen.“ Dazu eine chronisch klamme Gemeindekasse. Von falschen Versprechen hält er aber nichts. „Wenn etwas nicht machbar ist, muss man das auch sagen.“


Kindergarten Sdier wird saniert

Ausweichquartier Großdubrau: Das Spielen mit Erzieherin Cornelia Panter macht Rosalie, Jannis, Zoe und Florian (v.l.) viel Spaß. Die Kinder fühlen sich wohl in Großdubrau, auch wenn der große Garten fehlt. Fotos: SZ/Uwe Soeder © uwe soeder

Die Baufirma hat mit dem Abriss begonnen. Seit zwei Wochen werden die Mädchen und Jungen im Ausweichquartier betreut.

21.08.2014 Von Kerstin Fiedler

Zicke zacke – Hühnerkacke, so heißt das Spiel, das gerade Rosalie, Jannis, Zoe und Florian spielen. Die Spiele und die gesamte Einrichtung aus dem Kindergartengebäude in Sdier befinden sich jetzt für etwa ein Jahr in Großdubrau. Das Ausweichquartier während der Zeit der Sanierung von Sdier befindet sich im ehemaligen Ärztehaus. Da, wo auch schon die Krippenkinder von der Kinderinsel betreut wurden, als ihre Räume umgebaut wurden.

Auf die Frage, ob es den Kindern denn hier gefällt, gibt es ein lautes, langgezogenes Ja zu hören. Klar ist das eine Umstellung, und auch der große Garten, den es in Sdier gibt, fehlt hier ein wenig, sagt Kita-Leiterin Ramona Nuck. Aber schon in den ersten knapp zwei Wochen hat sich alles gut eingespielt. „Wir haben auch viel Hilfe und Verständnis von den Eltern“, sagt Ramona Nuck. Derzeit sind 30 Kinder hier angemeldet, drei kommen zur Eingewöhnung. Acht Kinder gehen ab 1. September in die Schule. „Da wird jetzt immer mal Abschied gefeiert“, sagt die Leiterin.

Es sind viele glückliche Umstände, die dazu beitragen, dass die kleine Einrichtung in Sdier jetzt gebaut werden kann. Zum einen ist es dem Engagement des Kindergarten-Vereins zu verdanken. Der muss immerhin 30000 Euro an Eigenmitteln aufbringen. „Wir suchen immer noch nach Sponsoren. Jede Spende hilft“, sagt Ramona Nuck. 13000 Euro sind bereits zusammengekommen. Zeit bleibt noch bis zum Ende der Maßnahme. Viele Briefe wurden bereits verschickt. Auch die Eltern gaben Tipps, an wen man sich noch wenden kann. In den Briefen steht ganz konkret, was verändert werden soll in Sdier. Neben der Erneuerung der Toiletten und Waschräume wird die Einrichtung einen Anbau erhalten, der es ermöglicht, den Garderobenbereich zu vergrößern und einen weiteren Gruppenraum zu schaffen. Insgesamt wird der Umbau 300000 Euro kosten. 50 Prozent der Summe wird vom Landkreis gefördert, das restliche Geld kommt von der Gemeinde. „Zum Glück stand die kleine Einrichtung in Sdier mit auf der Liste, für die der Jugendhilfeausschuss Mitte April die Fördermittel vergab.

Die ersten Arbeiten sind bereits vergeben worden. Die Firma Beyer aus Lomske ist dabei, den alten Garderobenbereich, der viel zu klein war, abzureißen. Danach werden die Fundamente für den Anbau gesetzt. Planerin Claudia Freund-Klein weiß, dass der Zeitplan eng gestrickt ist. Deshalb sollen die einzelnen Gewerke beschränkt ausgeschrieben werden. Das passiert in Abstimmung mit der Gemeinde. Als nächstes wären Elektroarbeiten sowie die Bereiche Heizung/Sanitär dran. „Unser Ziel ist es, den Rohbau bis zum Winteranbruch dicht zu bekommen“, sagt Claudia Freund-Klein. Dann könnte über den Winter innen weiter gearbeitet werden.

Neben dem neuen Gruppenraum und dem Anbau wird es vor allem auch Verbesserungen im Brandschutz geben. Die Heizungsanlage wird für die Größe optimiert. Die Elektroanlage wird auf den neuesten Stand gebracht, das Dach gedämmt.

Auch nach den Bauarbeiten, die im nächsten Jahr beendet werden sollen, gibt es nicht mehr Plätze in der Einrichtung. Es werden weiterhin 33 Kinder betreut, davon fünf Krippenkinder.

Wer dem Kindergartenverein Sdier helfen will, kann eine Spende auf folgendes Konto überweisen: IBAN DE868555000010000007371 bei der Kreissparkasse

Bautzen Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/kindergarten-sdier-wird-saniert-2910744.html


Zehn Orte beim Dorfwettbewerb

10.08.2014

Bautzen. Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ geht in die nächste Runde. Los geht es jetzt auf Kreisebene. Daran beteiligen sich im Landkreis Bautzen zehn Orte, darunter der Großdubrauer Ortsteil Spreewiese, die Gemeinde Demitz-Thumitz und Groß Särchen, ein Ortsteil von Lohsa.

Anfang September bereist eine Bewertungskommission alle zehn Orte. Dann kommen Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Ideen genauso auf den Prüfstand wie soziale und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und Siedlungsentwicklung sowie die Grüngestaltung. Auch für den Gesamteindruck, den der Ort bei der Jury hinterlässt, und für das Engagement der Dorfgemeinschaft gibt es Punkte. Zur Abschlussveranstaltung am 9.Oktober im Landratsamt steht dann fest, welches Dorf sich für den Wettbewerb auf Landesebene qualifiziert hat. Diesen konnte 2012 die Gemeinde Rammenau für sich entscheiden – und 2013 mit einer Goldmedaille auf Bundesebene noch einen draufsetzen. (SZ)

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/zehn-orte-beim-dorfwettbewerb-2902126.html


In Königswartha entsteht eine Autowaschanlage

Der Hallenboden im Gelände der ehemaligen Munitionsfabrik beinhaltet viel Geschichte. Der Beton muss raus, damit Kfz-Meister Ronny Krahl hier eine Autowaschanlage einbauen kann. Spätestens im April nächsten Jahres soll sie fertig sein. Foto: SZ/Uwe Soeder © uwe soeder

Ronny Krahl investiert in seine freie Werkstatt. Dort soll bald nicht nur repariert werden. Und das mit neuester Umwelttechnik.

05.08.2014 Von Kerstin Fiedler

Ronny Krahl wirkt entspannt. Denn seit Ende vergangener Woche können er und seine Mitarbeiter richtig loslegen. In der Halle, in der vorher das Reifenlager mit der Hebebühne stand, entsteht in den nächsten Monaten eine Autowaschanlage. Eine Investition von rund 275.000 Euro.

Derzeit herrscht vor allem eins in der Werkstatt im Gewerbegebiet Königswartha: viel Lärm. Denn die fünf Mitarbeiter der freien Werkstatt reparieren zurzeit keine Autos, sondern stemmen den Fußboden auf. „Wie wollen natürlich Geld sparen und machen dadurch so viel wie möglich in Eigenleistung“, sagt der Chef der freien Kfz-Werkstatt. Die betreibt er jetzt im fünften Jahr in Königswartha. Vorher arbeitete er in Schwarzadler. Über 15 Jahre ist der 49-Jährige jetzt selbstständig – und hat es nicht bereut. „Ich stehe auf einer soliden wirtschaftlichen Basis, habe tolle Mitarbeiter und viele Stammkunden“, sagt Ronny Krahl. Das machte ihm die Entscheidung, in Königswartha zu investieren, leichter. Zum einen erhält er aus der Gemeinde Zuspruch und Unterstützung, zum anderen Förderung aus dem Topf für den ländlichen Raum. Der Koordinierungskreis hat die Förderung einstimmig beschlossen. Noch bis heute wird in der Werkstatt fast nur gebaut und nur bei Notfällen repariert. Ab Montag soll es aber hinter den ersten beiden Toren wieder um Autos gehen. „Ich wollte gern während der Bauarbeiten auch die Arbeitsbedingungen für meine Mitarbeiter verbessern. Deshalb werden die Arbeitsplätze in der Werkstatt um- und eine Fußbodenheizung eingebaut“, sagt Ronny Krahl. Da er selbst viele Jahre in der Werkstatt gestanden hat, weiß er, wie es ist, wenn „einem im Winter das Werkzeug an der Hand anfriert“, schmunzelt er.

Neben der Autowaschanlage, die hinter dem ersten Tor entsteht, wird aus dem derzeitigen Parkplatz an der Frontseite der Halle noch ein Platz fürs Staubsaugen und Kärchern. Im nächsten Jahr sollen dann neue Parkflächen entstehen. Dafür bekommt er ein Flurstück von der Versorgungsgesellschaft des Ortes dazu. „Ich bin sehr froh, dass es in meiner eigenen Gemeinde eine so gute Zusammenarbeit gibt“, sagt Krahl, der selbst mit der Familie in Commerau lebt. Deshalb sollen auch einheimische Firmen die Aufträge bekommen, wenn die Eigenleistungen beendet sind. „Das Geld soll dann auch in der Gemeinde bleiben“, findet der Firmenchef. Seine Frau arbeitet seit dem Umzug nach Königswartha voll in der Firma mit. Derzeit installiert sie die neue Computertechnik. Damit denkt Ronny Krahl, dass er für die nächsten Jahre gerüstet ist. Auch den Energiebedarf der Firma kann er selbst decken: mit einer Solaranlage auf dem Dach der Halle. Außerdem bietet er von Karosserie über Mechanik bis Lack alles selber an. Auch das schätzen die Kunden, glaubt er. Schließlich bringt der eine oder andere auch mal einen Kuchen vorbei. „Da freuen sich meine Jungs“, wie er die Mitarbeiter selbst bezeichnet. Er sagt, dass alle zusammen ein echt gutes Team sind. Deshalb habe er das Projekt auch vorher mit allen besprochen. Und ab September gibt es Verstärkung. Da beginnt ein Lehrling aus Saritsch seine Ausbildung im Karosseriehandwerk. Der hatte im Schulpraktikum hier reingeschnuppert und durfte in den Ferien schon mitarbeiten. „So haben wir gemerkt, dass er gut zu uns passt“, sagt Ronny Krahl, der seinen Meisterbrief im Karosseriehandwerk absolvierte.

Die Bauarbeiten sollen bis spätestens Ende April 2015 abgeschlossen sein. Denn bis dahin muss die Förderung abgerechnet werden. Dann gibt es vor Ort eine den neuesten Umweltvorgaben entsprechende Anlage – auch dank zweier Frauen im Landratsamt, die das Konzept mit erarbeitet haben. Hinter dem Werkstattgebäude steht eine Biokläranlage, vor der Halle wurde der Ölabscheider in den Boden eingebaut. Der ist bald nicht mehr zu sehen. Dafür aber der Baufortschritt.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/in-koenigswartha-entsteht-eine-autowaschanlage-2898112.html


Ein Treffpunkt für das Dorf

Als Mitglieder des Heimatvereins wollen sich Alexander Golchert, Petra Socke, Peter Lein und Anton Frank Zirkler (v.l.) für ein lebenswertes Spreewiese einsetzen. Sie wünschen sich eine Bank um den Stamm der großen Eiche in der Ortsmitte. Foto: Carmen Schumann © carmen schumann

Der 121-Seelen-Ort hat jetzt einen eigenen Heimatverein.Der hat viel vor

24.07.2014 Von Carmen Schumann

Die alte Eiche an der Gabelung zweier Straßen bildet gleichsam den Dorfmittelpunkt von Spreewiese. Hier führen auch zwei Radwege entlang, die Touristen gerne nutzen. Die Radler bewundern jetzt um diese Jahreszeit das Treiben auf dem Storchennest auf dem Schornstein am Herrenhaus. Schade nur, dass sich die Besucher nirgendwo niederlassen können. Der erst kürzlich gegründete Heimatverein Spreewiese möchte das ändern. Die derzeit 29 Mitglieder wollen sich unter anderem darum kümmern, dass hier eine Bank aufgestellt wird. Möglichst eine schöne Rundbank um den Stamm der Eiche. „Um Sponsoren dafür und auch für andere Vorhaben einzuwerben, war es notwendig, einen Verein zu gründen“, sagt dessen Vorsitzender Alexander Golchert.

Am 1. Juni wurde die Vereinsgründung vollzogen. Die Initiative dafür geht auf Hans-Georg Graf zurück, der seine Mitbewohner anregte, sich für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zu bewerben. Dafür hat sich Spreewiese zusammen mit neun weiteren Dörfern aus dem Landkreis beworben. Im September soll dazu eine Begehung des Dorfes stattfinden und im Oktober werden die Gewinner bekannt gegeben. Auch für die Teilnahme am Dorfwettbewerb war es Voraussetzung, dass ein Verein vorhanden ist. Die Dorfversammlung, die dazu einberufen wurde, hatte sogar eine noch größere Resonanz, als die Organisatoren sich das erhofft hatten. „Das macht Mut!“, sagt Alexander Golchert.

Offensichtlich hatten den Spreewiesern die Zahlen zu denken gegeben, die den viel zitierten demografischen Wandel auch in ihrem Dorf untermauern. 1996 hatte der Ort noch 187 Einwohner, darunter 57 Kinder. Heute sind von den 121 Einwohnern nur noch 13 Kinder. „Wenn das so weitergeht, sind wir in 20 Jahren ausgestorben, ist uns bewusst geworden“, sagt Alexander Golchert. „Aber wir wollen auch in 20 Jahren noch in Spreewiese leben!“

Zwar habe es auch bislang im Dorf schon immer viel Gemeinschaftssinn gegeben. Sommerfeste, das Weihnachtsbaumverbrennen, das Hexenbrennen und gemeinsame Ausfahrten hätten auch früher schon auf dem Programm gestanden, ohne dass dafür ein Verein die Verantwortung übernommen hätte. Die dafür notwendige Bürokratie hatte bisher viele verschreckt. Aber andererseits gibt ein Verein den Spreewiesern die Möglichkeit, sich besser mit ihren Anliegen bei der Gemeinde zu positionieren. „Spreewiese ist doch ein Aushängeschild, mit dem die Gemeinde werben kann“, sagt Alexander Golcherts Stellvertreter Anton Frank Zirkler. Der Heimatverein möchte etwas für das Ortsbild tun, wünscht sich aber die entsprechende Unterstützung durch die Gemeinde. So würde beispielsweise die von der Gemeinde beauftragte Firma Veolia viel zu selten das Gras auf dem Bolzplatz mähen. „Wir würden das ja auch gerne selbst übernehmen, aber es muss einen Nutzungsvertrag geben und die entsprechende Technik zur Verfügung gestellt werden“, sagt der Vereinsvorsitzende.

Seit der Vereinsgründung Anfang Juni hat der Heimatverein, dem übrigens auch die prominenteste Einwohnerin, die Bundestagsabgeordnete Maria Michalk (CDU) angehört, schon einiges auf die Beine gestellt. So fand beispielsweise Anfang Juli ein Wettbewerb statt, wo es um die originellste Hausnummer ging. Dabei hätten viele Einwohner große Kreativität walten lassen. Eine Kinder-Jury wertete den Wettbewerb aus und vergab einen Wanderpokal. Am vergangenen Wochenende organisierte der Heimatverein für die Kinder ein Katamaran-Basteln. – Für den Oktober haben die Mitglieder des Heimatvereins eine Kartenaktion vor, bei der die Einwohner ihren Nachbarn nette Grüße schicken und ihnen mitteilen sollen, was sie schön finden in Spreewiese. Für den Tag der Deutschen Einheit, den 3. Oktober, ist die Aktion „Einfach mal setzen“ geplant. Am Feiertag sind die Einwohner aufgefordert, Stühle oder Bänke vor die Tür zu stellen. Darauf können sich dann Nachbarn oder auch Touristen setzen und miteinander ins Gespräch kommen. „Mit dieser Aktion wollen wir demonstrieren, dass wir Sitzmöglichkeiten brauchen“, sagt Anton Frank Zirkler. Denn auch die älteren Einwohner müssten derzeit in der Sonne stehen, wenn sie auf den Bäcker- oder Fleischerwagen warten.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/ein-treffpunkt-fuer-das-dorf-2890141.html


Mehr Geld für die Instandsetzung von Straßen im Landkreis

Der Landkreis Bautzen kann mit insgesamt 5,6 Mio Euro rechnen.

20.07.2014

Kreise und Gemeinden erhalten zusätzliche Mittel für die nachhaltige Instandsetzung ihrer Straßen. Dies beschloss die Landesregierung. Für die Straßen in kommunaler Hoheit werden 50 Millionen Euro zugewiesen, davon 27,7 Mio an die Städte und Gemeinden, 5,9 Mio an die kreisfreien Städte und 16,3 Mio an die Landkreise. Verkehrsminister Morlock: „Die Verbesserung des kommunalen Straßennetzes ist und bleibt eine wichtige Aufgabe.“ Dabei gehe es vor allem um eine nachhaltige Ertüchtigung, nicht nur um das Flicken immer neuer Löcher. Zehn Millionen Euro werden durch Umschichtung von Geldern im Ministerium und 40 Millionen Euro aus dem Gesamthaushalt aufgebracht. Die Finanzmittel sollen der kommunalen Ebene wie beim Winterschadensprogramm im vergangenen Jahr unbürokratisch als Sonderzuweisung ausgereicht werden. Zusätzlich zu den 50 Millionen Euro ist ein kommunaler Eigenanteil von 25 Prozent zu erbringen.

Im Landkreis Bautzen stehen insgesamt 5,6 Mio Euro zur Verfügung. Neben dem Kreis als Straßenträger (2,4 Mio) gehen die nächstgrößten Posten nach Hoyerswerda, Bautzen, Lohsa und Kamenz. Die Lessingstadt kann zum Beispiel mit 144 000 Euro mehr planen. In Radeberg sind es 113 000 Euro. Auch Königsbrück (57 000 Euro), Pulsnitz (52 000 Euro) und Großröhrsdorf (49 000 Euro) profitieren vom Geldfluss. Staatsminister Morlok weiter: „Unser Ziel ist es, durch die Beseitigung der Altschäden den Zustand der Kommunalstraßen auch langfristig zu verbessern. Profitieren werden nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch die regionale Wirtschaft, insbesondere für Planungsbüros und Baubetriebe ergeben sich zusätzliche Aufträge“, betonte Morlok. Die Bescheide werden zügig erlassen. Um Baumaßnahmen an Straßen effizient realisieren zu können, wird das Programm bis Ende 2015 verlängert. (SZ)

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/mehr-geld-fuer-die-instandsetzung-von-strassen-im-landkreis-2886622.html



10.07.2014

Am 11.06.2014 wurde der Zuschlag für den Auftrag der Erarbeitung der LEADER-Entwicklungsstrategie (LES) für die Region Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft an das Planernetzwerk Augustin-Mücke-Neumann, vertreten durch Büro Neuland aus Oppach, erteilt. 

Für Ihre Fragen und Anregungen hinsichtlich der LES stehen Ihnen folgende Personen zur Verfügung:

Dipl.-Ing. Ulrike Neumann
Dipl.-Ing. Beate Mücke
Dipl.-Ing. Heike Augustin
Dipl.-Kfm. Manuel Saring 

Kontaktdaten: Tel.: 035872 41910, Fax: 035872 41911, E-Mail: post[at]neuland-oppach.de

Neuigkeiten, Termine etc. zur LES-Erstellung erfahren Sie durch die Amtsblätter und regionale Presse, durch direkten Kontakt mit dem Büro Neuland sowie unter www.ohtl.de.


Baustart für Rastplatz und Spielplatz

02.07.2014

In zwei Malschwitzer Ortsteilen wird bald gebaut: In Lömischau entsteht ein Platz zum Verweilen und in Neudorf/Spree ein Spielplatz. Die bisher leere Fläche an der Straße durch Lömischau soll zum Treffpunkt fürs Dorf werden, aber auch Radler zum Rasten einladen, die auf einer der Radrouten unterwegs sind, die durch den Ort führen. Eine Rundbank unterm Baum und ein Pavillon sind geplant. Für rund 30000 Euro wird die Firma Garten- und Landschaftsbau Wehle aus Schwarznaußlitz die Fläche gestalten. Das hat der Malschwitzer Gemeinderat jetzt beschlossen. Arbeit bekommt auch Holzgestalter Guido Arnold aus Schönbach. Für rund 14000 Euro wird er das Spielgerät – eine Burg – für den in Neudorf/Spree geplanten Spielplatz bauen.

Für den sammeln Eltern aus dem Ort schon seit längerem Spenden. Sie haben sich auch bereiterklärt, die Fläche zu gestalten. Die Gemeinde steuert das Spielgerät bei, sagt Bürgermeister Matthias Seidel (CDU). Dafür gibt es auch Fördermittel. Der Spielplatz soll noch in diesem Jahr eingeweiht werden. (SZ/MSM)

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/baustart-fuer-rastplatz-und-spielplatz-2874025.html


Neues Dach für die Kirche in Luppa

Pfarrer Steffen Hirsch steht vor der bereits eingerüsteten Kirche von Luppa. In den nächsten Tagen wird das Dach abgedeckt und der komplette Dachstuhl repariert. Foto: Carmen Schumann

Seit Kurzem stehen Gerüste vor dem evangelischen Gotteshaus, das ist auch dringend notwendig.

25.06.2014 Von Carmen Schumann

Pfarrer Steffen Hirsch hat drei Kirchen zu betreuen: die in Milkel, die in Klix und die in Luppa. Letztere ist ihm besonders ans Herz gewachsen. Für ihn ist sie etwas Besonderes. „Sie ist eine Kirche in der Diaspora“, sagt der evangelische Geistliche. Denn die Gemeinde Radibor, zu der Luppa gehört, ist stark katholisch geprägt. Deshalb ist das Gotteshaus in Luppa – im Gegensatz zu denen in Milkel und Klix – auch noch recht jung, noch keine 150 Jahre alt. Geweiht wurde sie 1879. Spenden zum Bau dieser Kirche wurden damals in ganz Sachsen über das Gustav-Adolf-Werk eingesammelt. Für den Bau der aus Natursteinen errichteten Kirche wurde in der Nähe des Ortes extra ein Steinbruch aufgeschlossen. 

„Der Architekt, der diese Kirche entwarf, hieß Ludwig Möckel und war zu seiner Zeit eine Koryphäe“, sagt Steffen Hirsch. Möckel habe auch viel in Dresden gebaut. Pfarrer Hirsch findet, dass die im neogotischen Stil gebaute Kirche perfekte Proportionen aufweist. Und er schwärmt von der ausgezeichneten Akustik im Kirchenraum, die somit einen wunderbaren Rahmen für Kirchenmusik und andere Konzerte abgibt. Die Luppaer Kirche ist ja auch mit einer kleinen, aber feinen Eule-Orgel ausgestattet. In den 70er Jahren erhielt die Kirche neue Altarfenster aus Buntglas, die der bekannte Maler und Grafiker Werner Juza aus Radeberg gestaltet hatte.

Eben weil die Kirche solch ein Kleinod darstellt, ist Pfarrer Steffen Hirsch glücklich, dass jetzt endlich die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten in Angriff genommen werden können. Vordringlich sei die Reparatur des Dachstuhls. Dort hätten Holzschädlinge und Fäulnis in den letzten Jahrzehnten ihr zerstörerisches Werk getan. Der Dachstuhl wird aber nicht komplett erneuert, sondern es werden nur die schadhaften Stellen ausgebessert. „Das Entrümpeln des Dachbodens übernehmen Mitglieder unserer kleinen, aber sehr regen Kirchgemeinde“, ist Pfarrer Steffen Hirsch froh. Überhaupt kann er auf viele Eigenleistungen seiner aus rund 200 Mitgliedern bestehenden Gemeinde bauen. Ein Tischlermeister aus dem Ort hat bereits das Einhausen der Kirchenfenster übernommen. Zurzeit werden die Zwischenräume der Natursteine an den Stützpfeilern neu verfugt. Zum Ende der Woche rücken die Dachdecker an und decken das Dach ab.

Steffen Hirsch hofft, dass keine unliebsamen Überraschungen den Bauablauf verzögern. Denn bis zum Einbruch des Winters sollte das Dach möglichst wieder dicht sein. Der Pfarrer ist glücklich und dankbar, dass es mit den Fördermitteln für das Bauvorhaben überraschenderweise doch noch geklappt hat. „Wir hatten diese schon lange beantragt und auf einmal wurden noch Restmittel frei“, sagt er. Und fügt hinzu: „Ich freue mich wie ein kleines Kind, dass die Chance jetzt da ist!“ – Für die Dachreparatur wurden rund 185000 Euro veranschlagt. Davon werden drei Viertel aus Fördermitteln der EU und des Freistaates Sachsen finanziert. Auch die Sächsische Landeskirche trägt einen Anteil mit bei. Der Rest muss aus Spenden, Sponsoring und Eigenleistungen aufgebracht werden. Doch Pfarrer Steffen Hirsch ist zuversichtlich. „Unsere Kirchgemeinde hat sich auch unter wesentlich ungünstigeren Bedingungen immer für ihr Gotteshaus engagiert, also wird es auch diesmal klappen.“ Schließlich bilde die Kirche den Mittelpunkt des schmucken Dorfes. Bei zwei Konzerten in den letzten Wochen wurden bereits Spenden für die Dachsanierung gesammelt. „Ich hoffe, dass auch Nicht-Christen ihr Scherflein dazu beitragen werden, dass unser Eigenanteil zusammenkommt“, sagt der Pfarrer.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/neues-dach-fuer-diekirche-in-luppa-2868780.html


Gute Beispiele für Energieeffizienz - Wettbewerb 2014

Der Wettbewerb „Energieeffizienz in öffentlichen Einrichtungen – Gute Beispiele 2014" zeichnet erfolgreich umgesetzte Energieeffizienzprojekte in öffentlichen oder kommunalen Einrichtungen oder aus der kommunalen Straßenbeleuchtung. Hierfür sucht die Deutsche Energie-Agentur (dena) Projekte, die vorbildlich, übertragbar und nachhaltig sind. Es werden 25.000 EUR Preisgeld vergeben. Die Projekte sind bis zum 14. Juli 2014 einzureichen!

Weiterführende Infos erhalten Sie hier!


Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau 2015

Der Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) löst den bisherigen Förderpreis Ökologischer Landbau ab. Die einzureichenden Konzepte können vorbildliche Lösungen im Bereich der Tierhaltung, des Natur- und Ressourcenschutzes oder im Energiemanagement beinhalten. Neu hinzugekommen ist der Bewerbungsbereich "Innovative ökologische Entwicklungen". Die Bewerbung im Verbund mit Verarbeitungs- und Vermarktungsbetrieben ist möglich. Das Preisgeld beträgt insgesamt 22.500 EUR. Anmeldeschluss ist der 30. Juni 2014!

Weitere Informationen erhalten Sie hier!


Bewerbungsfrist für Dorfwettbewerb verlängert

Medieninformation, 19.06.2014, 09:05 Uhr

Sächsische Dörfer können sich bis 11. Juli bewerben

Die Bewerbungsfrist für den 9. Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ wird um drei Wochen verlängert. Die interessierten Dörfer können ihre Bewerbungen nun bis zum 11. Juli 2014 bei den zuständigen Landratsämtern einreichen. Aus den teilnehmenden Dörfern werden die Kreissieger ermittelt, die im Jahr 2015 am Landesausscheid teilnehmen. „Wir suchen Dörfer, in denen sich Bürger und Vereine für ihren Ort engagieren“, sagt Landwirtschaftsminister Frank Kupfer. „Das sollen keine Musterdörfer sein. Was zählt, sind Kreativität und Engagement der Dorfbewohner, die Besonderheiten ihrer Orte herauszustellen.“

Teilnehmen können Dörfer mit bis zu 3 000 Einwohnern. Die Leistungen in den Dörfern bewertet eine Jury entsprechend der jeweiligen Ausgangslage und der individuellen Möglichkeiten. Im Fokus stehen der Einsatz der Dorfgemeinschaft, die Entwicklung ihres Ortes voranzubringen. In jedem Dorf kann die Teilnahme in Abstimmung mit der Gemeinde/Stadt selbst in die Hand genommen werden, zum Beispiel durch den Ortschaftsrat, den Heimatverein oder einen Arbeitskreis. Auch die Teilnehmer zurückliegender Wettbewerbe können 2014 wieder antreten.

In diesem Jahr ermitteln die Landkreise ihre attraktivsten Dörfer, die 2015 im Landeswettbewerb antreten. Die Sieger messen sich 2016 mit den besten Dörfern der anderen Länder im Bundeswettbewerb. Die drei Landessieger bekommen obendrauf Geldpreise bis 5 000 Euro.

Hintergrund:

Beim 9. Landeswettbewerb gibt es ein vereinfachtes Bewerbungsverfahren und eine verringerte Anzahl von Bewertungsbereichen. Außerdem kann ein Land ab einer festgelegten Teilnehmerzahl mehr Landessieger als bisher zum Bundesfinale schicken. Das erhöht die Chancen für die teilnehmenden Orte, sich im Bundeswettbewerb mit den besten Dörfern Deutschlands messen zu können. Ansprechpartner für die Kreiswettbewerbe 2014 sind die Landratsämter. Dort müssen die Teilnahmeunterlagen bis zum 11. Juli 2014 eingegangen sein. Weitere Informationen zum Wettbewerb gibt es auf der Internetseite www.laendlicher-raum.sachsen.de/dorfwettbewerb.

Quelle: www.medienservice.sachsen.de/medien/news/192912


Beim Jugendclub in Wartha wird angepackt

Wenn viele anfassen, ist schnell was geschafft. Seit 14 Tagen räumen die Mitglieder des Jugendclubs Wartha mit Unterstützung der Firma Böpple, hier mit Andreas Schultz (r.) , im ehemaligen Bürogebäude der LPG auf. Hier sollen die Räume für den Jugendclub entstehen – erst mal provisorisch. Angestoßen hat den Baustart der neue Gemeinderat Christoph Leuteritz (weißes Hemd). Foto: SZ/Uwe Soeder ©uwe soeder

Die jungen Leute aus dem Ort mussten ihr Domizil 2013 verlassen. Jetzt gibt es endlich Ersatz – und hoffentlich Hilfe.

04.06.2014 Von Kerstin Fiedler

Dass es so schnell geht, Räume im ehemaligen Bürogebäude des DDR-Landwirtschaftsbetriebes (LPG) in Wartha zu entkernen, hätte wohl keiner der jungen Leute des Jugendclubs gedacht. Erst vor 14 Tagen war Startschuss. Jetzt wird schon über die nächsten Schritte diskutiert.

Den Umzug des Jugendclubs in dieses Gebäude plante die Gemeinde bereits 2011. Denn zu der Zeit wurde das Schloss in Wartha verkauft. Auf dessen Grundstück stand ein Bungalow, den die Jugend für ihre Treffen und Veranstaltungen nutzte. Doch es war klar: Irgendwann muss der Verein dort raus. Das war dann im vergangenen Jahr so weit, als im Jugendclub Schimmel und Pilze bemerkt wurden. Von da an standen die Vereinsmitglieder mehr oder weniger auf der Straße. Getroffen haben sie sich höchstens noch in der Feuerwehr. Doch auf Dauer war das keine Lösung. Denn das Gerätehaus in Wartha ist ziemlich klein und soll laut Planung der Gemeinde auch einen Platz in diesem ehemaligen LPG-Gebäude finden.

Christoph Leuteritz wohnt in Wartha. Und er wurde jetzt als Gemeinderat gewählt. Schon vor der Wahl wandte er sich jedoch an Gerd Schieber, den Geschäftsführer von Böpple Bau in Königswartha. Der hatte sich beim Aufbau des Spielplatzes in dem zweitgrößten Ortsteil der Gemeinde Königswartha mit Material und Personal stark engagiert. Innerhalb von einem halben Jahr entstand dort mit viel Unterstützung und Eigenleistungen dieser Spielplatz. Nun wollte Leuteritz wissen, ob er auch dem Jugendclub helfen kann. „Wir haben uns jetzt als Firma davor gespannt, damit solche tollen Initiativen auf den Dörfern nicht wegen fehlenden Geldes den Bach runtergehen“, sagt Gerd Schieber. Die Firma wird die roten Fäden in der Hand halten und Mitarbeiter Andreas Schultz vor Ort die jungen Leute unterstützen – vor allem beratend.

Gemeinde kann derzeit nicht helfen

Denn Fakt ist eins: Die Gemeinde Königswartha wird in absehbarer Zeit kaum Geld für ein großes Projekt für den Jugendclub haben. Das, was vor mittlerweile drei Jahren für einen Kostenvoranschlag von über 150000 Euro auf dem Papier entstand, ist so nicht realisierbar. Das sagt auch der Königswarthaer Bürgermeister Georg Paschke. „Es sind in unserer finanziellen Situation derzeit andere Vorhaben wichtiger“, sagt Paschke. So zum Beispiel ein kleines Feuerwehrdepot in Commerau und eine Erweiterung des Feuerwehr-Stützpunktes in Johnsdorf. Dennoch will Georg Paschke die Warthaer nicht vergessen. „Auch hier muss etwas für die Feuerwehr geschehen“, sagt der Bürgermeister. Und er hofft, dass in der neuen Förderperiode für die ländlichen Regionen auch Jugendclubs Geld abbekommen können.

Mit der Entkernung des ersten Gebäudeteils wollen die Warthaer Ende August fertig sein. Allerdings wird dieser Termin wohl um einige Zeit vorverlegt werden können, so, wie hier in den vergangenen zwei Wochen angepackt wurde. Im Schnitt sind täglich bis zu zehn Leute vor Ort. „Je nachdem, wie wir auf Arbeit sind und Zeit haben“, sagt Jugendclubmitglied Felix Nytsch. Und er betont, dass die Räume, die der Jugendclub hier jetzt ausbaut, auch für das gesamte Dorf genutzt werden können. Deshalb soll ein großer Raum zum Feiern mit einer kleinen Küche verbunden werden. Andere Zimmer sollen Vereinsräume oder auch wieder ein kleines Fitnesszimmer werden.

Doch bis dort gefeiert werden kann, bleibt noch viel zu tun. Zwar bringen vor allem die jungen Männer ihre Arbeitskraft mit, wenn es ums Putzen, Fliesenlegen oder den Trockenbau geht. Aber das Material dafür muss ja erst einmal bezahlt werden. Auch Möbel, wie zum Beispiel die Küche, werden gebraucht. Und so werden wohl wieder die 25 Vereinsmitglieder losziehen, um Klinken zu putzen. Materiallisten werden derzeit erstellt in Zusammenarbeit mit Böpple Bau. Wer helfen will, kann dazu gern Kontakt mit dem Jugendclub über eine extra E-Mail aufnehmen.

jvw-bauprojekt2014@gmx.de

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/beim-jugendclub-in-warthawird-angepackt-2853955.html


Saalgebäude am Dorfplatz wird abgerissen

02.06.2014

Nach Pfingsten könnten die Arbeiten am ehemaligen Saal am Dorfplatz Malschwitz losgehen. Der Gemeinderat hat den Abriss für 52000 Euro an die Entsorgungsgesellschaft Guttau vergeben. Kompliziert wird es, da das angrenzende Wohnhaus stabilisiert werden muss. Zum Schluss muss das Dach angepasst, der Giebel geputzt und der Blitzschutz erneuert werden. Ende August könnte der Abriss beendet sein. (SZ/kf)

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/saalgebaeude-am-dorfplatz-wird-abgerissen-2852398.html


Spielplatz am Schulgelände soll im Sommer entstehen

Lang genug hat es gedauert, denn die ersten Entwürfe stammen von 2011. Bis Ferienende wird gebaut. Die Parkplätze kommen später.

02.06.2014 Von Kerstin Fiedler

Wenn alles so läuft, wie es Planerin Ludmila Panse jetzt den Gemeinderäten vorgestellt hat, dann könnte der neue Spielplatz am Schulkomplex in Großdubrau zum Ende der Ferien fertig sein. „Allerdings werden wir es nicht schaffen, dass dann sofort auch dort gespielt werden kann“, sagt Ludmila Panse gegenüber der SZ. Schließlich müsse der Rasen erst richtig anwachsen.

Der jetzige Pausenbereich vor der Grundschule ist wenig einladend. Es gibt keine Wiese, nur ein paar Bänke. Und die Pflastersteine liegen auch nicht immer eben im Boden. Deshalb gab es bereits 2011 eine Ausschreibung der Gemeinde für die Spielplatzgestaltung. Das Landschaftsarchitekturbüro Panse machte dabei das Rennen. Aus der Spielplatzinitiative der Sparkasse hatte Großdubrau damals Geld erhalten. Das blieb immer zweckgebunden im Haushalt der Gemeinde. Jetzt steht die Planung so weit fest, dass die einzelnen Dinge Ende Juni beschränkt ausgeschrieben werden können. Entstehen soll ein Spiel- und Pausenplatz, den die Schüler von Grund- und Mittelschule – hier eher für die unteren Klassen – nutzen können. „Es wird doch immer ein wenig Bewegung als Ausgleich zum Unterricht gebraucht“, sagt Ludmila Panse. Und so wird es etwas zum Toben, zum Spielen, aber auch zum Zurückziehen geben. Das Kernstück der Fläche soll eine Spielgerätekombination mit zwei Türmen, etwas zum Hangeln, zum Klettern und zum Rutschen sein. Es soll Spieltore, einen Balancierbalken und eine Sitzecke geben. Ein Stahlgitterzaun wird um das Gelände gezogen. Zwei Tore werden eingebaut, die elektrisch verschließbar sind. „Das heißt, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt alles abgeschlossen wird. Falls sich noch Kinder auf dem Gelände befinden, kommen sie problemlos raus“, erklärte Ludmila Panse. Der Spielplatz kann nach der Schule auch öffentlich genutzt werden. Welche Öffnungszeiten es gibt, darüber wird beraten.

Kosten in Höhe von insgesamt 45000 Euro sind geplant, davon kommen 20000 Euro von der Sparkasse und 5000Euro durch eine Spende der Firma Klixer Edelfleisch. Weiter soll es im Umfeld der Schulen später mit der Straße gehen. Die Schulstraße soll von der Thälmannstraße kommend erweitert werden. Es ist ein ordentlicher Parkplatz mit 37 Plätzen geplant. Doch diese Arbeiten sollen erst in der neuen Förderperiode für den ländlichen Raum, also frühestens im nächsten Jahr, losgehen.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/spielplatz-am-schulgelaendesoll-im-sommer-entstehen-2852394.html


Wettbewerb zum Tag der Regionen läuft an

Noch bis 30. Juni werden Einsendungen zu erlebnisreichen Touren angenommen.

01.06.2014

Was macht das Kamenzer Land zur lebenswerten Region? Warum sind Königsbrück, Crostwitz oder das Rödertal einen Besuch wert? Beim diesjährigen „Tag der Regionen“, der vom 26. September bis 12. Oktober stattfindet, geht es um genau solche Fragen. Mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen soll bundesweit Werbung für die Stärken der Regionen gemacht werden. Dabei werden regionale Produkte und Kreisläufe, regionales Wirtschaften und Engagement, regionale Initiativen und Traditionen einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. In Sachsen gibt es zum „Tag der Regionen“ wieder einen Wettbewerb. Er steht unter dem Motto „Aus Liebe zur Region - denken, handeln und genießen“ und wurde durch den Schirmherrn des „Tages der Regionen“ in Sachsen, den Sächsischen Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Frank Kupfer, ausgelobt. Gesucht werden dabei erlebnisreiche Touren. Diese sollen auf unterhaltsame Weise regionale Produkte und Produzenten vorstellen. Beteiligen können sich alle regionalen Initiativen, die vom 26. September bis 12. Oktober eine entsprechende Tour organisieren. Dabei sollte mindestens ein landwirtschaftlicher Erzeuger oder Verarbeiter beziehungsweise ein Handwerksbetrieb aus der Region integriert werden. Die fünf besten Tourenangebote können eine finanzielle Unterstützung im Wert von bis zu 1000 Euro gewinnen. (SZ)

Für weitere Auskünfte und Informationen steht SLK-Mitarbeiterin Nadja Huth unter 0 3733 5 00 59 16, nadja.huth[at]slk-miltitz.de bereit. Den Bewerbungsborgen gibt‘s hier: www.tagderregionen-sachsen.de

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/wettbewerb-zum-tag-der-regionen-laeuft-an-2850904.html


Schul-Sanierung startet im Sommer

Die Sorbische Grundschule Panschwitz-Kuckau wird ab Juli saniert. Investiert wird vor allem in die Sicherheit: unter anderem in Brandschuz, Rettungswege und Elektrik.Foto: Andreas Kirschke ©- keine angabe im hugo-archivsys

Die Gemeinde Panschwitz-Kuckau investiert viel Geld in bessere Lernbedingungen. Das soll sich auszahlen.

29.05.2014 Von Andreas Kirschke

Es steht fest: Die Sanierung der Panschwitz-Kuckauer Grundschule kann am 1. Juli beginnen. Einstimmig vergab der Gemeinderat jetzt die ersten acht Aufträge mit einem Gesamtumfang von 319000 Euro. Sie beinhalten die Lose für die Bauhauptleistung, die Bodenbelagsarbeiten, die Gussasphalt- und Estricharbeiten, die Brandschutz- und Rauchschutz-Türen, die Trockenbauarbeiten, die Heizungsinstallation, die Elektroinstallation und die Gebäude-Reinigungsarbeiten. „Es war ein umfangreiches Ausschreibungswerk. Wir haben im Zuge des Verfahrens ein sehr positives, wirtschaftliches Ergebnis erzielt“, unterstrich der verantwortliche Planer Ralf Noack vom Büro Bauplanung Bautzen GmbH. „Einziger Wermutstropfen war, dass sich fast keine Firmen aus dem Gemeindegebiet bewarben.“

Zunächst arbeiten die Firmen im Kellergeschoss. Jeweils von 14 bis 21 Uhr sind sie hier zunächst mit Abbruch beschäftigt. „Der Schulbetrieb wird nicht gestört“, versicherte der Planer. Die eigentlichen Bauarbeiten sollen in den Sommerferien Mitte Juli bis Ende August folgen. Dringend nötig ist die Sanierung. Sie zielt vor allem auf Maßnahmen zur Sicherheit. Im ersten Bauabschnitt geht es um den Brandschutz, um Sicherheitsbeleuchtung, um Rettungswege sowie um Elektrik und Heizung in der Grundschule. „Oberste Priorität hat die Sicherheit der Kinder. Oberste Priorität hat der Brandschutz“, verdeutlichte Planer Ralf Noack bereits im Januar zur Ratssitzung. „Wir müssen die gesetzlichen Anforderungen erfüllen.“ Defizite für Fluchtwege, Branderkennung und Alarmierung sollen behoben werden.

Lehrer planen Wandgestaltung mit

Erster Schritt ist die elektrotechnische Erneuerung und Sicherung der Fluchtwege. Treppenhäuser und Flur erhalten Sicherheitsbeleuchtungen. Ebenso werden hier Alarmanlage, Rauchmelder und Rauchschutz-Türanlagen eingebaut. Im Keller entsteht ein neuer Schaltraum als Verteilerstation. Installiert wird in diesem Bereich zugleich eine neue Heizungsanlage. Die bisherige Anlage mit 460 Kilowatt Leistung ist nicht mehr auf dem Stand der Technik. Sie arbeitet unwirtschaftlich. „Immer wieder gab es in den vergangenen Jahren in der Heizungsperiode Ausfälle“, so der Planer. „Hier müssen wir dringend handeln.“ Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss sollen statt der jetzigen Holztüren künftig Brandschutz-Türen die Treppenhäuser und die Flure voneinander abtrennen. Geplant ist zudem, in den Flurbereichen den alten Fußboden-Aufbau zu entfernen und zu ersetzen durch Asphalt-Estrich mit neuem Fußboden-Belag. Ebenso ist vorgesehen der Einbau der Akustik-Decken. Sie sollen den starken Nachhall im Schulhaus künftig verringern. „Wir sind froh, dass wir die Lehrer einbezogen haben ins Baukonzept. Nichts Besseres kann uns passieren“, so Ralf Noack. Man wollte sie vor allem bei der Wandgestaltung einbinden. Mit der Kunsterziehungs-Lehrerin wurde ein Konzept für die Decken entwickelt. „Sonne“ und „Wiese“ sind die Oberbegriffe. Erhalten bleiben sollen unter anderem die Fliesenmalereien mit ihren Kunstmotiven im Bereich der Vitrinen. Insgesamt 502000 Euro kostet der erste Bauabschnitt. „Die Finanzierung ist gesichert zu 40 Prozent durch Zuweisungen und Fördermittel der Sächsischen Aufbaubank. Ferner durch Bedarfszuweisungen des Freistaates Sachsen zum Haushaltsausgleich unserer Gemeinde sowie durch Eigenmittel der Gemeinde“, sagte der scheidende Bürgermei-ster Andreas Mickel bereits früher.

Der erste Bauabschnitt leite die Gesamtsanierung ein. Weitere Schritte sollen folgen. Infolge des guten Ausschreibungs-Ergebnisses bleibt eine Differenz von rund 73000 Euro übrig. Ralf Noack regte die sinnvolle Verwendung an. „Mein Vorschlag wäre, den unterkellerten nördlichen Fassadenbereich offenzulegen und abzudichten“, regte er letzte Woche zur Ratssitzung an. Dämmplatten und Schutzdrainage könnten dort künftig den Heizungsraum vor Feuchtigkeit schützen. „Die Wände zur Straße hin sind teilweise richtig grün. Hier staut sich viel Feuchtigkeit“, so der Planer. „Diesen Zustand sollten wir dringend abstellen.“ Der Gemeinderat zeigte sich offen dafür. Zügig will er über die Einsetzung der übrigen Summe entscheiden.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/schul-sanierung-startet-im-sommer-2849483.html


Krawatte trifft Blaumann

Mit Handschlag begrüßte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich die Mitarbeiter von Böpple Bau in Königswartha. Auch für Siegfried Freudenberg, Carsten Bussler und Jens Kasper (v.l.) kein alltägliches Erlebnis. Geschäftsführer Gerd Schieber (r.) berichtete später von den Erfolgen des Baubetriebes, aber auch von den Sorgen. Foto: SZ/Uwe Soeder ©uwe soeder

Ministerpräsident Stanislaw Tillich besuchte Böpple Bau im Gewerbegebiet. Er hörte von Erfolgen, aber auch von Sorgen.

29.05.2014 Von Kerstin Fiedler

Fast schüchtern kamen die Mitarbeiter von Böpple Bau vor die Tür des Verwaltungsgebäudes, als Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) vorfuhr. Doch der ließ es sich nicht nehmen, jeden mit Handschlag zu begrüßen. Geschäftsführer Gerd Schieber war aufgeregt. Er hatte sich gut vorbereitet, wollte mal ein paar Dinge ansprechen, die ihn als Unternehmer und als Gemeinderat beschäftigen. Warum Tillich sich seinen Betrieb ausgesucht hat, wusste er nicht. „Vielleicht, weil ich jetzt 50 Jahre im Bau tätig bin“, fragte er sich. Jedenfalls konnte Schieber dann über das geschichtsträchtige Gebäude berichten, zu dem noch vor 30 Jahren niemand vordringen durfte. Schließlich war es Teil der Munitionsfabrik, der Muna, die zu DDR-Zeiten auch noch für die Mitarbeiter die Neubauten nach Königswartha brachte. An diesen Häusern hat Gerd Schieber schon mitgebaut. „Dass wir sie eines Tages mal abreißen werden, hätte niemand gedacht“, sagt Schieber. Doch über die Wende ist der 69-Jährige froh. „Ich hatte das Glück, eine gute West-Ost/Ost-West-Geschichte zu erfahren“, sagt er. Mit dem Heilbronner Betrieb Böpple Bau, dessen Namen er auch nach der kompletten Abkoppelung 2006 behielt, hat er gute Erfahrungen gemacht. Waren es zu Spitzenzeiten in den 90er Jahren bis zu 200 Beschäftigte, hat Böpple Bau jetzt 71Mitarbeiter. Und er bildet aus. „Allerdings bleiben nicht alle später hier. Die jungen Leute suchen sich einen Ausbildungsplatz, der viel Geld bringt. Aber arbeiten wollen sie im Bau später nicht“, berichtet Gerd Schieber. Erst diese Woche habe er drei neue Lehrverträge unterschrieben.

Seine Baustellen hat er eher im Hoyerswerdaer Raum, oft sind es große Auftraggeber wie Vattenfall, für die er schon seit Jahren arbeitet. „Bei kleinen Aufträgen in den Gemeinden hat man kaum eine Chance“, sagt er. Habe er für Jänschwalde die Feuerwache gebaut, bekam er den Auftrag für das heimische Gerätehaus nicht. Stanislaw Tillich wollte wissen, woran das liegt. Laut Ansicht nicht nur von Gerd Schieber liegt das vor allem an den qualitativ sehr unterschiedlichen Planungsbüros, die die Unterlagen zwar rechtskonform ausschreiben, aber einige Punkte nicht ab- oder hinterfragen. Das Problem ist auch Landrat Michael Harig (CDU) bekannt. „Da sollten sich vielleicht auch die Innungen einmischen“, findet Harig. Doch Schieber lacht: „Es gibt ja kaum noch Innungsbetriebe“, sagt er. Und auch die Beigeordnete Birgit Weber weiß, dass durch die Ministerpräsident Stanislaw Tillich besuchte Böpple Bau im Gewerbegebiet. Er hörte von Erfolgen, aber auch von Sorgen. 29.05.2014 Von Kerstin FiedlerArbeit der Planungsbüros seriöse Unternehmen oft hinten runterkippen. Und dann wird es für die Kommunen teurer, wenn es zum Beispiel um Nachträge und Gewährleistung geht. Das Gerätehaus Königswartha sei ein Beispiel, sagt Schieber. An der Stelle regte Dietrich Gökelmann, Präsident der Landesdirektion Sachsen, an, bei berechtigten Zweifeln die Vergabenachprüfstelle zu beauftragen. Doch Gerd Schieber ist skeptisch. Wer soll denn das machen, fragt er. Da sei es vielleicht wichtiger, gegen Schwarzarbeit vorzugehen. „Die Berufsgenossenschaft kann doch nicht so blind sein, wenn sie zu mir auf die Baustelle kontrollieren kommt, wenn sie vorher an Schwarzbauten vorbeifährt“, sagt Gerd Schieber.

Dann war die Besuchszeit auch schon wieder vorbei. Und dabei hätte Gerd Schieber doch gern noch den Denkmalschutz angeprangert, der den Abriss eines alten Hauses auf dem Gutsplatz verhindert.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/krawatte-trifft-blaumann-2849219.html


Medieninformation

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

26.05.2014

Sachsen erneut Spitzenreiter
Programm für die Entwicklung des ländlichen Raums in Brüssel eingereicht

Der Freistaat Sachsen hat als erstes deutsches Bundesland den Entwurf des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum (EPLR) für die EU-Förderperiode 2014 bis 2020 bei der Europäischen Kommission zur Genehmigung eingereicht. Das Programm legt fest, welche Fördermaßnahmen aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds in der neuen Förderperiode umgesetzt werden sollen. „Mit dem eingereichten Entwurf stehen uns insgesamt 1,1 Milliarden Euro für die Förderung von Land- und Forstwirtschaft, des Naturschutzes sowie für die Entwicklung unserer ländlichen Gebiete zur Verfügung“, sagt Staatsminister Frank Kupfer. „Das ist eine hervorragende Startposition in die neue Förderperiode. Wir wollen mit dem Programm die erfolgreiche Förderpolitik von 2007 bis 2013 fortsetzen, aber auch neue Aspekte aufgreifen.“

Für die Integrierte Ländliche Entwicklung sind rund 455 Millionen Euro vorgesehen. „Der Anteil von 41 Prozent an den Ausgaben des EPLR zeigt die große Bedeutung der ländlichen Entwicklung“, so der Minister. In der neuen EU-Förderperiode sollen die einzelnen Regionen noch mehr Freiheiten erhalten. Konnten die Gebiete bisher aus einer Liste von Fördermöglichkeiten mit festgelegten Förderhöhen auswählen, so sollen sie künftig allein auf der Grundlage ihrer Strategie selbst entscheiden, für welche Projekte sie wie viel Geld zur Verfügung stellen wollen.

Ca. 338 Millionen Euro sind für flächenbezogene Maßnahmen der umweltgerechten Landbewirtschaftung eingeplant. „Wir fördern damit den Erhalt und die klima- und umweltgerechte Bewirtschaftung der Kulturlandschaft durch die Landwirtschaft“, so der Minister. „Hier geht es unter anderem um den Verzicht auf Pflanzenschutz- und Düngemittel oder um die Schaffung von Lebensräumen für Wildpflanzen und Vögel.“

Für die Förderung von Investitionen in die Landwirtschaft stehen rund 202 Millionen Euro zur Verfügung. „Dabei wollen wir vor allem die Investitionen in die tiergerechte Haltung besonders unterstützen“, sagte Kupfer. „Landwirte, die zum Beispiel in mehr Platz, besondere Bodenbeläge, mehr Einstreu oder Beschäftigungsgeräte für ihre Tiere investieren, sollen zusätzlich zur Basisförderung einen 15-prozentigen Bonus erhalten. Hinzu kommen neue Förderangebote, mit deren Hilfe Innovationen aus der Forschung in die landwirtschaftliche Praxis vermittelt oder umgekehrt Ideen aus der landwirtschaftlichen Praxis wissenschaftlich weiterentwickelt werden können.“

Die geplanten Fördermittel für Naturschutzmaßnahmen haben sich im Vergleich zur vorangegangenen Förderperiode fast verdoppelt. Ca. 52 Millionen Euro stehen für Artenschutz- und Biotopschutzprojekte sowie für Schulungen von Landwirten bereit. Für Fördermaßnahmen in der Forstwirtschaft sind 31 Millionen Euro vorgesehen. Damit werden vor allem der nachhaltige Waldumbau und die Bodenschutzkalkung in Wäldern unterstützt. Neu ist die vorgesehene Förderung von Waldbrandüberwachungssystemen.

„Die Kommission will in den nächsten drei Monaten unseren Vorschlag bewerten. Ich hoffe, dass wir danach zügig die Genehmigung erhalten“, so der Minister abschließend. „Die Menschen im ländlichen Raum möchten ebenso wie die Landwirte und Naturschützer wissen, welche Fördermöglichkeiten und Gelder ihnen in der neuen Förderperiode zur Verfügung stehen.“

Quelle: http://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/192536 


Die Ralbitzer Oberschule wird saniert

Die Innen-Sanierung der Ralbitzer Oberschule ist die wichtigste Investition in der Gemeinde in diesem Jahr. Bis voraussichtlich Ende November dauert sie. Noch dieses Jahr soll die sanierte Schule wieder komplett bezugsfertig sein.Foto: Andreas Kirschke

Noch vor den Sommerferien startet das Großprojekt. Es ist das wichtigste Vorhaben der Gemeinde im ganzen Jahr.

26.05.2014 Von Andreas Kirschk

Kurz vor den Sommerferien soll sie beginnen: die grundhafte Innensanierung der Sorbischen Oberschule Ralbitz. „Es ist unsere wichtigste Maßnahme im Haushalt“, sagt Bürgermeister Hubertus Rietscher. Einstimmig hatte der Gemeinderat den Etat im vergangenen Monat beschlossen. Warum die Schulsanierung nötig ist und was die Gemeinde Ralbitz-Rosenthal in diesem Jahr noch beschäftigen wird, hat die SZ zusammengetragen.

Was kostet die Sanierung der Sorbischen Oberschule?

Genau 936000 Euro sind für das Großprojekt vorgesehen. Finanziert werden soll das Ganze mit rund 380000 Euro Fördermitteln aus dem Programm „Schulhaus-Bau“ des Freistaates und einer Kredit-Aufnahme von 200000 Euro. Die restlichen rund 356000 Euro trägt die Gemeinde selbst. Entstehen soll in der Schule der zweite Rettungsweg. Komplett erneuert werden Elektrik, Heizung, Sanitärbereiche, Fußböden, Decken und Innentüren. „Jeder Klassenraum soll einen Internet-Anschluss erhalten“, so Bürgermeister Rietscher.

Wie sieht der Zeitplan für das Großprojekt aus?

Gebaut werden soll bis Ende November. Derzeit läuft die Ausschreibung der ersten Gewerke. Der Gemeinderat vergibt in seiner Sitzung am 24. Juni die ersten Aufträge. Eine Woche vor den Sommerferien wird die Oberschule ausgeräumt. Schulleiter und Sekretärin organisieren den Umzug. Mithelfen sollen vor allem die Lehrer, Schüler, Eltern, Gemeindearbeiter und der Hausmeister. Bis mindestens Ende November dauert die Sanierung. Die Schüler lernen vorübergehend in den Räumen der Alten Schule, des Sportlerheims, des Pfarramtes und in Nebenräumen der Turnhalle. Noch in diesem Jahr soll die sanierte Schule komplett bezugsfertig sein.

Bleibt noch Geld für andere Investitionen?

Ja. In Cunnewitz hat die Gemeinde die Erschließung der Königswarthaer Straße abgeschlossen. Für die Installierung der Straßenbeleuchtung sind 14000 Euro im Haushalt eingestellt. „Entstanden sind drei Mehrfamilienhäuser und zwei Einfamilienhäuser. Derzeit sind zwei weitere Eigenheime im Bau. Auf der Straße hat sich auch eine Dachdecker-Firma mit Firmengebäude angesiedelt“, erläutert Hubertus Rietscher. Die Feuerwehren Ralbitz, Rosenthal, Schmerlitz, Zerna und Schönau-Cunnewitz erhalten dieses Jahr modernen Digitalfunk für 25000 Euro. Davon trägt die Gemeinde 6000 Euro, vom Landkreis kommt Förderung mit 19000 Euro. Kaufen will die Gemeinde einen Traktor zum Rasenmähen. 34000 Euro sind eingestellt. „Dank dieser Technik sparen wir Arbeitszeit und Kosten. Immerhin neun Spielplätze, sechs kommunale Sportplätze in den Ortsteilen, Grünanlagen, Dorfplätze und weitere Flächen müssen regelmäßig gemäht werden“, sagt der Bürgermeister.

Für Straßenreparaturen und Asphaltierungen in Rosenthal und Cunnewitz sieht der Haushalt 38000 Euro vor. Parallel laufen die Vorbereitungen für die Erschließung des Wohngebietes „Am Hügel“ in Zerna-West. „Erfreulich ist, dass schon elf Anfragen von jungen Familien vorliegen. Sie alle wollen in Zerna bauen. Platz ist im künftigen Wohngebiet für rund 15 Eigenheime“, so der Bürgermeister.

Wie ist die Gemeinde derzeit finanziell aufgestellt?

Stabil und solide. „Wir haben in den vergangenen Jahren vorausschauend gewirtschaftet und Rücklagen gebildet“, unterstreicht Hubertus Rietscher. „Grundlage ist unsere mittelfristige Finanzplanung. Sie reicht derzeit von 2014 bis 2017.“ Die Einnahmen entwickeln sich demnach stabil.

Voriges Jahr erhielt die Gemeinde rund 106 000 Euro aus der Gewerbesteuer. In diesem Jahr rechnet sie mit 126 000 Euro. „Das ist vorsichtig kalkuliert. Denn die Entwicklung lässt sich nie hundertprozentig vorhersagen“, sagt Hubertus Rietscher. Weitere Einnahmen sind 642 000 Euro allgemeine Schlüsselzuweisungen und 103000 Euro investive Schlüsselzuweisungen des Freistaates.

Welche Umlagen muss Ralbitz-Rosenthal aktuell zahlen?

Insgesamt rund 899000 Euro allgemeine Umlagen an Behörden, Verbände und Institutionen muss die Kommune zahlen. Stärkste Belastung ist die Kreisumlage. 376000 Euro muss Ralbitz-Rosenthal zahlen. Die Umlage an den Abwasserzweckverband Am Klosterwasser beträgt 10 000 Euro. Hinzu kommt die Umlage an den Verwaltungsverband Am Klosterwasser mit 249000 Euro. Für die Kindertagesstätte Ralbitz beträgt der Gemeindeanteil 164 000 Euro. Die Gesamtverschuldung der Kommune beträgt derzeit 534 000 Euro. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 314 Euro je Einwohner. Perspektivisch steigt die Verschuldung aufgrund der geplanten Kreditaufnahme von 200000 Euro in diesem Jahr.

Welche Probleme würde die Gemeinde gern demnächst angehen?

In Laske will die Gemeinde seit Langem die Straße Am Klosterwasser sanieren. 330000 Euro kostet das. „Der Fördermittel-Antrag über das Programm ILE (Integrierte Ländliche Entwicklung) ist gestellt, doch momentan fließen keine Fördermittel“, sagt Hubertus Rietscher. „Seit Jahren schon planen wir das Vorhaben und müssen es immer wieder verschieben.“ Die Straße, so erläutert er, ist marode und reparaturbedürftig. Der Baugrund ist sehr nass. Gerade im kleinen Ort Laske ist es die wichtigste Dorfstraße. Mindestens 85 000 Euro muss die Gemeinde als Eigenanteil tragen.

Ein weiteres Problem hat die Gemeinde durch die Einführung der Doppik. „Wir müssen jetzt für das gesamte Gemeindeeigentum Rücklagen bilden entsprechend der Abschreibungszeiten“, erläutert der Bürgermeister. „Insgesamt sind das über 400000 Euro. Diese Mittel fehlen uns für Investitionen. Wir müssen sie für die Abschreibungen vorhalten.“ Kritisch sieht Hubertus Rietscher den immensen bürokratischen Aufwand der Einführung der Doppik. Erfasst werden mussten unter anderem rund 17 Kilometer Gemeindestraßen und 20 Kilometer kommunale Gräben.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/die-ralbitzer-oberschule-wird-saniert-2847417.html


90-minütige Reportage über die Oberlausitz am Sonntag den 25.05.2014 um 20:15 Uhr im MDR-Fernsehen

In dem Beitrag wird die sagenhafte Ferien- und Kulturregion Oberlausitz beleuchtet. Auf Axel Bulthaupts Reise vom Geierswalder See im Lausitzer Seenland bis zum Berg Oybin im Naturpark Zittauer Gebirge lernt er u.a. einen Naturfotografen in der Heide- und Teichlandschaft und einen "Schlossbewahrer" in Milkel kennen.


Projektwettbewerb 2014 "Zwanzig Jahre Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft - Bilanz und Perspektiven"

Der Projektwettbewerb soll die Leistungen der Menschen im Biosphärenreservat zeigen, die für die Verbesserung der Lebensbedingungen im eigenen Haus, im eigenen Ort oder der Region in den vergangenen zwanzig Jahren beigetragen haben. Dabei werden besonders die Bemühungen im Natur- und Artenschutz sowie in der Umweltbildung gewürdigt.

Die Gewinner werden mit ihren Projekten in der Jubiläumsausstellung „Zwanzig Jahre Leben im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft“ gezeigt und in einer Jubiläumsbroschüre veröffentlicht. Zudem werden die besten Beiträge in den Kategorien Umweltbildung, Naturschutz, nachhaltiges Wirtschaften, lebendiges Gemeindeleben und Haus und Hof prämiert.

Die feierliche Eröffnung der Ausstellung sowie die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt auf dem 17. Herbstmarkt in Wartha am 13. September 2014.

Die Wettbewerbsunterlagen können hier heruntergeladen werden:
Informationen zum Wettbewerb
Fragebogen
Teilnahmeformular 

Der Einsendeschluss ist der 28. Mai 2014.

Ansprechpartner: Frau Kaupisch, Tel.: 0176-24656405, E.Mail: jubilaeum[at]biosphaerenreservat-oberlausitz.de

http://www.biosphaerenreservat-oberlausitz.de


Pflegeheim ist Glücksfall für Großdubrau

PLUSPUNKT: So sah das neue Pflegeheim in Großdubrau vor vier Monaten aus, als Uwe Haufe, Leiter Haustechnik beim Bischofswerdaer Träger, aufs Gerüst stieg. Lange haben die Räte um diese Einrichtung gekämpft. Ende Juli soll Eröffnung sein. Fotos: SZ/Uwe Soeder ©uwe soeder

Die Gemeinderäte haben viel für die Jungen und die Alten getan. Jetzt müssen sie die Wirtschaft weiter fördern.

16.05.2014 Von Kerstin Fiedler

In Großdubrau geht vieles im Stillen vor sich. Der Haushalt wird so aufgestellt, dass er der Gemeinde keine Probleme bereitet. Die Verschuldung ist sehr gering. 2013 bezifferte Kämmerin Gabi Bilk die Summe auf 5,56 Euro pro Einwohner. Dennoch wurde viel investiert in den vergangenen Jahren. Zuallererst in die Kitas und Schulen. Dabei ist die Gemeinde gar nicht vorrangig der Träger, außer bei der Grundschule. Seit 2010 gibt es ein Raumkonzept für den Gesamtkomplex Grundschule, freie Mittelschule sowie Kinderinsel in Großdubrau. Die alte Grundschule wurde zum Hort, ein neues Krippenzimmer ermöglicht mehr Plätze. Dank des Konjunkturpakets konnte 2010 auch die Turnhalle saniert werden. Nun fehlen noch die Außenanlagen, der Spielbereich, Parkplatz und Zufahrt über die Schulstraße. Im Klixer „Rittertürmchen“ wurde innen immer mal wieder gebaut, und dank Eigeninitiative der Einrichtung und der Eltern ein Bolzplatz geschaffen. Im August beginnt der Umbau der Kita in Sdier.

In den vergangenen fünf Jahren wurden auch eine Reihe von Straßen gebaut. Und die waren nicht alle kommunal. In Crosta wurde die Straße An der Adria 2009 saniert. Endlich ist die Holperpiste durch Quatitz verschwunden, eine unendliche Geschichte. Die Gemeinde ist am Bau mit Beleuchtung und Gehwegen beteiligt. Ebenso wie an der B 156 durch Commerau. An der Bundesstraße drängen Räte und Verwaltung auf einen früheren Baubeginn zwischen Niedergurig und Sdier, denn sie wollen, dass die Ortsdurchfahrt Großdubrau möglichst im nächsten Jahr gebaut werden kann. Dafür wird eine Abstimmung für die Umleitungen gebraucht. Auf der gemeindeeigenen Hermann-Schomburg-Straße begannen kürzlich die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt. Der reicht vom Gewerbegebiet Margarethenhütte bis zur Bahnhofstraße. Dann ist zumindest in der Richtung eine gute Voraussetzung für das Gewerbegebiet geschaffen. Um hier den ansässigen Firmen Sicherheit zu geben und neue zu gewinnen, muss der Bebauungsplan auf den Weg gebracht werden.

Einen guten Griff hatten die Gemeinderäte mit dem Eigenheimstandort hinter der neuen Feuerwehr. Neben den Familien, die sich hier angesiedelt haben, werden ab August auch ältere, pflegebedürftige Bürger ein Heim haben. Das Pflegeheim, für das es im Dezember 2010 einen Kreistagsbeschluss gab, wird nun im Juli fertig. Betreiber ist die Oberlausitzer Pflegeheim- und Kurzzeitpflegegesellschaft aus Bischofswerda – ein Glücksgriff für die Gemeinde, denn dort gibt es schon gute Erfahrungen mit ähnlichen Heimen. Allerdings ist damit der einzige kommunale Eigenheimstandort auch belegt. Neue gibt es nicht. Da kann die Gemeinde nur auf private Investoren wie zum Beispiel am Zschillichauer Weg verweisen. Doch für die den Weg zur Errichtung von Häusern zu ebnen, sollte dann auf jeden Fall Aufgabe im Gemeinderat sein.

Weiter dranbleiben muss der neue Gemeinderat an den Feuerwehrhäusern. Nachdem das neue Großdubrauer Gerätehaus vor Jahren entstand, ist die Zukunft in Crosta noch immer unklar. Das Haus in Klix ist zumindest planmäßig vorbereitet. Bei den Kandidaten zur Wahl halten sich neue und alte Namen die Waage. Vielleicht schaffen es ja ein paar neue Gesichter, in Großdubrau auch mal wieder Visionen zu schaffen.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/pflegeheim-ist-gluecksfall-fuer-grossdubrau-2840932.html


Königswartha muss Schulden abbauen

PLUSPUNKT: Das neue Feuerwehrhaus in Königswartha war ein langgehegter Wunsch der Kameraden und auch dringend notwendig, weil der alte Stellplatz zu klein war. Doch es hat viel Geld gekostet, das jetzt der Gemeinde fehlt. ©uwe soeder

Hohe Investitionen und fehlende Fördermittel haben die Gemeinde in Schieflage gebracht. Nun bleiben viele Wünsche offen.

11.05.2014 Von Kerstin Fiedler

Das Positive vorweg: Es gibt in Königswartha ein neues Feuerwehrgerätehaus, das den Ansprüchen gerecht wird. Viele Jahre hat der Gemeinderat darum gekämpft, 2013 wurde es eingeweiht. Und noch etwas Positives: Die freie evangelische Paulus-Mittelschule hat sich etabliert, ist staatlich anerkannt. Und mit dem Beschluss der Räte, sie aus der Gemeinde an die Versorgungsgesellschaft zu übergeben, wurde auch eine Sanierung des Gebäudes möglich. Das allerdings nicht zur Freude der staatlichen Grundschule, bei der auch schon seit Langem Sanierungsbedarf besteht. Zwar konnte in den vergangenen Jahren an der Turnhalle einiges verbessert werden, was auch nicht gerade billig war, doch die Toiletten in der Schule haben noch den DDR-Charme von der Entstehung der Schule. Nun wird es wohl auch in den nächsten drei Jahren schwierig, dafür Geld aufzubringen. Denn Königswartha hat Schulden. Und nicht gerade wenig. Um den Fehlbetrag abzubauen, hat der Gemeinderat sich jetzt einen externen Berater ins Boot geholt. Doch das bedeutet auch, dass der neue Gemeinderat unpopuläre Beschlüsse fassen muss; zum Beispiel die Erhöhung der Grundsteuer. Der jetzige Rat hat dies verweigert und auf den neuen verwiesen. Doch ohne solche zusätzlichen Einnahmen wird es noch schwerer, Geld für Investitionen in den Haushalt einzustellen. Eine Möglichkeit, in sicheres Fahrwasser zu geraten, wäre eine Fusion mit Neschwitz gewesen. Doch die Neschwitzer Gemeinderäte brachen die Gespräche 2011 ab. Darüber waren die Königswarthaer ziemlich sauer.

Schwierig gestaltete sich in der vergangenen Wahlperiode auch die Gestaltung des Gutsgeländes. Vor allem die Kürzung von Fördermitteln machte es der Gemeinde schwer, die Planung umzusetzen. 2010 gab es gar keine Förderung, wodurch die Rücklage der Gemeinde aufgebraucht wurde. Denn gebaut worden war ja auf der Fläche – die Baubetriebe mussten bezahlt werden. Am Abriss des ehemaligen Wohnhauses der alten Brauerei an der Ecke zur Bahnhofstraße beißen sich Räte und Verwaltung schon eine gefühlte Ewigkeit die Zähne am Denkmalschutz aus. Hier muss der neue Gemeinderat dranbleiben. Und auch an dem Investor, der nun an der Gutsstraße im ehemaligen Fischereihof einen Nettomarkt etablieren will. Die Hürden Denkmalschutz scheinen hier jetzt genommen zu sein, nachdem Edeka aus diesen Gründen abgesprungen war.

Vielleicht sollte der neue Gemeinderat auch einmal in das Ortsleitbild für Königswartha bis 2025 gucken. Dort wurden 2010 Ziele und Visionen aufgeschrieben – die Mitwirkung der Bürger und Betriebe war allerdings sehr gering. Was jedoch erreicht werden kann, wenn Einwohner, Räte und Betriebe zusammenarbeiten, das zeigte erst kürzlich ein Beispiel in Wartha. Vor allem die jungen Familien wünschten sich einen Spielplatz, nachdem in vier Ortsteilen 2011 mit Hilfe der Sparkassenaktion solche Plätze entstanden. Spenden, Absprachen, gemeinsames Anpacken waren die Voraussetzung, dass zu Ostern ein kleiner Spielplatz in Wartha eingeweiht werden konnte. Wenn solch ein Zusammenwirken und nicht das oft zu spürende Gegeneinander im Gemeinderat zum Maßstab in Königswartha wird, kann auch die Durststrecke der nächsten Jahre bewältigt werden. Immerhin sind 57 Bürger aus den verschiedenen Ortsteilen bereit, daran mitzuwirken.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/koenigswartha-muss-schulden-abbauen-2836308.html


Radibor muss sparen, sparen, sparen

PLUSPUNKT: Helle Klassenzimmer gibt es seit zwei Jahren nun im Anbau der sanierten sorbischen Oberschule Radibor. Dieses Foto entstand im Januar 2012. Clemens , Antonius und Maria (v. l.) besuchten damals die zehnte Klasse. Sie hatten nur kurz etwas von der sanierten Schule.Fotos: SZ/Uwe Soeder

In den vergangenen fünf Jahren hat die Gemeinde in Schule und Sporthalle investiert. Doch das hat nun seinen Preis.

09.05.2014 Von Kerstin Fiedler

Es sind Millionenbeträge, die die Gemeinde Radibor seit 2010 in ihre sorbische Oberschule (damals noch Mittelschule) und in die Sanierung des Daches der Sport- und Mehrzweckhalle Slavia gesteckt hat. Was eigentlich sehr positiv für eine intakte Infrastruktur ist, bindet in der nächsten Zeit den neuen Gemeinderäten die Hände. Denn die Reserven in Radibor sind aufgebraucht. Ein Zinsgeschäft, bei dem eine große Summe zurückgezahlt werden muss, hat den Rest gegeben. Die Gemeinde hat ein Haushaltsstrukturkonzept auf den Weg gebracht, bei dem es um Steuererhöhungen und Streichung von Vorhaben geht. Das läuft bis 2017.

Doch eigentlich können die Gemeinderäte mit Stolz auf die vergangenen Jahre zurückblicken. Denn ohne ihr Votum wären die Investitionen nicht über die Bühne gegangen. Und nicht nur die der Gemeinde. Denn in den vergangenen Jahren wurden zum Beispiel auch das katholische Kinderhaus in Radibor und die Awo-Kindertagesstätte Spatzennest in Milkel neu gebaut oder saniert. Auch hier hat die Gemeinde einen Anteil gezahlt. Tolle Bedingungen haben jetzt die Jüngsten in der Gemeinde. Damit kann Radibor nun auf drei Kitas verweisen. Hortplätze wurden in der Grundschule zusätzlich geschaffen.

Auf den Weg gebracht haben die Räte auch den Bau der neuen Biogasanlage der Radiborer Agrargesellschaft. Investiert wurde auch immer wieder in die Feuerwehr. Derzeit geht es mit dem Abwasserbau weiter, womit auch Straßen in Ordnung gebracht werden. – Um zu sparen, hat der Gemeinderat 2012 sogar die Frage auf die Tagesordnung gesetzt, ob es bei der Einwohnerzahl von Radibor nicht reichen würde, einen ehrenamtlichen Bürgermeister zu bestellen. Im Vorfeld der Bürgermeisterwahl, die in Radibor durch Eingemeindungen außerhalb manch anderer Gemeinde läuft, gab es heftige Diskussionen. Doch die Argumente für einen hauptamtlichen Bürgermeister überwogen. So trat Vinzenz Baberschke (CDU) 2013 auch zum vierten Mal seit 1992 diesen Posten an. Eine Aufgabe der neuen Gemeinderäte kann nicht mit Geld bezahlt werden. Immer wieder einmal ist das Thema Zweisprachigkeit und die Identifizierung der Menschen mit ihren sorbischen Wurzeln Thema im Gemeinderat. Jedes Jahr gibt es deshalb im ersten Quartal einen Bericht des Beauftragten für die sorbische Sprache und Kultur. Doch auch, seitdem Marko Wenke dieser Beauftragte ist, ähneln sich die Berichte. Es gibt eine Aufzählung kultureller Veranstaltungen – natürlich ist das Osterreiten das größte Ereignis – aber es gibt kaum einen Austausch zwischen deutschen und sorbischen Bürgern. Daran hat auch die politische Willensbekundung im April 2011 nichts geändert. Es blieb bisher bei der Bekundung. Sie ist auf der Internetseite der Gemeinde nachzulesen. Neue Projekte, die die sorbische Sprache voranbringen, gab es bisher nicht.

In diesem Jahr steht nun nur Geld für den Geh- und Radweg der B 96 sowie die Beleuchtung in Schwarzadler, für das Infokabinett der Oberschule, den Funk für die Feuerwehr, für den Abwasserbau der kommunalen Gebäude sowie für einen Eigenanteil der Hochwassermaßnahmen von 2010 im Plan. Auf ein Buswartehäuschen in Teicha werden die Eltern dort weiter warten müssen. Genauso wie die Cöllner, die auf die Sanierung des Wartehäuschens hofften. Keinen Zuschuss kann die Gemeinde für den Spielplatz am Sportplatz zahlen. Und der schon seit Langem geplante Straßenbau in Lippitsch bleibt auch in diesem Jahr auf der Strecke. Die Planung dafür ist aber zumindest fertig.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/radibor-muss-sparen-sparen-sparen-2835824.html


Neue Gülle-Regeln stinken den Landwirten mächtig

Beim Feldtag in Liebenau wurde gestern neue Technik zur Gülleausbringung vorgestellt. Geht es nach der EU-Kommission, dürfte diese ab 1. August bis zum Frühjahr nicht auf die Äcker. Dagegen wehren sich die Bauern. Foto: Michael Grunert

Die Bauern kritisieren Pläne der EU,mit denen die Düngung begrenzt wird. Sie fürchten hohe Ertragseinbußen.

08.05.2014 Von Manuela Reuss

Die Bauern im Landkreis sind stinksauer. Bei ihnen schlägt die geplante Überarbeitung der Düngeverordnung hohe Wellen. „Wir müssen die Politiker an unseren Tisch holen. Die haben doch von Landwirtschaft keine Ahnung“, schimpft Wolfgang Grübler, Chef des Agrarunternehmens „Lommatzscher Pflege“ am Dienstag bei der Mitgliederversammlung des Regionalbauernverbandes (RBV) Bautzen-Kamenz. „Sie agieren, als ob wir die Landwirtschaft nicht mehr brauchen. Unverantwortlich“, tadelt auch Dietrich Hesse, RBV-Vize-Vorstand und zugleich Chef der Agrargenossenschaft Heidefarm in Sdier. Kein Wunder. Das Thema sorgt für erheblichen Zündstoff. Für den neuen Erlass erhebt die EU-Kommission wirklichkeitsfremde Forderungen, weil die deutsche Gewässerqualität ungemein schlecht sei. Das Grundübel sei, dass man auf EU-Ebene Äpfel mit Birnen verglichen habe, so Steffen Pingen vom Referat Umweltpolitik im Deutschen Bauernverband.

Bei Wasserqualität Schlusslicht

In einer EU-Statistik sind Deutschland vor Malta die Schlusslichter in Sachen Wasserqualität. Doch die Gewässerschutzsituation in Deutschland sei wesentlich besser als gegenüber der EU-Kommission dargestellt. Nach Brüssel gemeldet wurden Werte des bisher von Bund und Ländern für den Nitratbericht verwendeten Messnetzes. Dies sei nicht geeignet für ein aussagekräftiges, ausgewogenes Gesamtbild. Denn es umfasse 170 Messstellen nur in speziellen Belastungsgebieten. Repräsentativ sei hingegen das Netz mit rund 800 Messstellen, bei dem der strenge Trinkwassernitratgrenzwert an über 85 Prozent der Prüfstellen klar unterschritten wird, also sehr gute Wasserqualität hat. Um bessere Vergleichbarkeit zu bekommen müssten Messnetze der Länder überarbeitet und angepasst werden. Das soll jetzt passieren. – Durch das von der EU-Kommission eingeleitete Vertragsverletzungsverfahren ist eine Novelle der Düngeverordnung dennoch unvermeidlich geworden. Allerdings sollte die mit Augenmaß erfolgen. Starre Obergrenzen, wie sie die Kommission unter anderem fordert, bedeuten, „dass wir nicht mehr optimal düngen dürfen“, so Steffen Pingen. „Das ist das Heftigste, was man dem Landwirt vorschreiben kann.“ Das sogenannte dänische Modell habe zur Folge, dass bestimmte Getreide-Qualitäten nicht mehr erreicht werden. „Seit die Dänen danach arbeiten, erzeugen wir Brotweizen für sie.“ Wird die Düngung gedeckelt, erreichen Bauern nicht mehr den Ertrag, den der Acker eigentlich hergebe. Deshalb müsse man am System der bedarfsgerechten Düngung festhalten. „Wir müssen deutlich machen, dass unser System funktioniert.“ Deshalb übergab Steffen Pingen gestern beim Gespräch mit dem Brüsseler Umweltkommissar 39000 Unterschriften aus der Aktion „Pflanzen ernähren und schützen.“

Heftigste Diskussionen gab’s auch zum Ansinnen, jährlich ab 1.August nicht mehr düngen zu dürfen. Es lasse sich wissenschaftlich nachweisen, dass es auch im Herbst Nährstoffbedarf gibt, so Dietrich Hesse. Solcherart Diktate helfen keinem. Man müsse zurückkommen zur Sachkunde. Was bringe es, wenn im Frühjahr Äcker überdüngt würden. Nicht zu reden davon, ob im Frühjahr die Felder überhaupt immer befahrbar seien. Die EU-Kommission stelle die Bauern unter Generalverdacht, dass sie Ackerbau nicht fachgerecht betreiben. Dabei seien Fortschritte – auch in der Gewässerqualität – nicht von der Hand zu weisen. In Sdier gebe es den Agrarbetrieb und das Wasserwerk, nebst Wasserschutzzonen, in Nachbarschaft. Das Werk versorge die halbe Lausitz, so Hesse. Die Wasserwerte seien immer besser geworden. Landwirtschaft und Gewässerschutz schließen sich also nicht aus.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/neue-guelle-regelnstinken-den-landwirten-maechtig-2834400.html


Nebelschütz verpachtet Flächen für ökologische Landwirtschaft

Rund 25 Hektar sind dafür vorgesehen. Interessierte Pächter können sich mit ihrem Konzept bei der Gemeinde bewerben.

29.04.2014 Von Andreas Kirschke

Die Gemeinde Nebelschütz will vor Ort gezielt die ökologische, umweltfreundliche Landwirtschaft fördern. Dazu verpachtet sie 25 Hektar ihrer kommunalen Acker- und Grünflächen ab 2015. Einstimmig beschloss dies am Dienstag der Gemeinderat in seiner Sitzung in Miltitz. Die Flächen liegen im Bereich Miltitz und Wendischbaselitz. Die Pachtdauer soll für zwölf Jahre festgeschrieben werden. Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung, eine Ausschreibung durchzuführen und Angebote einzuholen.

„Im günstigsten Fall siedelt sich langfristig ein ökologischer Landwirt vor Ort an. Er könnte einen Vierseithof übernehmen. Er könnte seine Produkte in Direktvermarktung mit anbieten“, unterstreicht Bürgermeister Thomas Zschornak. Bereits seit Jahren kauft die Gemeinde Flächen mit Ackerland, Wiesen und Wald immer wieder gezielt an. Diese Flächen kann sie heute je nach Nachfrage als Ausgleichsflächen an Kommunen und Unternehmen zur Verfügung stellen.

Kleinteilige Strukturen schaffen

„Wir wollen ein Gleichgewicht schaffen zwischen der konventionellen Bewirtschaftung und der ökologischen Bewirtschaftung“, verdeutlicht der Bürgermeister. „Und wir wollen zugleich kleinteilige Strukturen für den ökologischen Landbau schaffen.“ Dieser soll letztlich die heimische Wertschöpfung vor Ort stärken.

Interessierte Pächter können jetzt ihre Bewerbungen einreichen. Welches inhaltliche Konzept der Bewirtschaftung streben sie an? Was motiviert sie dafür? Wie sollen die Flächen langfristig nachhaltig bewirtschaftet werden? Welche Pachthöhe streben sie an? Und wie wollen sie die künftige Vermarktung der Erzeugnisse organisieren? Diese und weitere inhaltliche Punkte sollten die Bewerber genauer erläutern. „Sie sollten ein schlüssiges Konzept der Bewirtschaftung vorweisen. Wichtig ist die Einbindung in die heimische Wertschöpfungskette in unserer Gemeinde“, unterstreicht Thomas Zschornak. „Wichtig ist auch ein überzeugendes Finanzierungskonzept.“

Ihre Angebote können interessierte Pächter bis zum 5. Juni bei der Gemeinde Nebelschütz einreichen. Ende Juni soll der Gemeinderat den Zuschlag für einen Bewerber erteilen.

Kontakt: Gemeinde Nebelschütz, Hauptstraße 9 , 01920 Nebelschütz, Telefon: 0 35 78/30 10 06, Fax-Nummer: 0 35 78/30 24 91, E-Mail: gemeinde@nebelschuetz.de, Internet: www.nebelschuetz.de

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/nebelschuetz-verpachtet-flaechen-fuer-oekologische-landwirtschaft-2828632.html


Weißenberg muss was für den Markt tun

PLUSPUNKT: In den vergangenen Jahren wurden die beiden kommunalen Kindertagesstätten saniert. So wie hier in Wurschen in der Kita Löwenzahn haben die Kinder jetzt beste Bedingungen. Dank erneuerbarer Energien spart die Stadt auch noch. Bei den Strombergwichteln in Weißenberg wird demnächst ein Anbau eingeweiht. ©uwe soeder

In den vergangenen fünf Jahren wurde in der Stadt einiges erreicht. Sporthalle, Museum und Ärztehaus bleiben Problemkinder.

28.04.2014 Von Kerstin Fiedler

Stadträte hat der Weißenberger Bürgermeister Michael Staude (parteilos) viele erlebt. Und auch Höhen und Tiefen in der Entwicklung der Stadt. Immerhin war er im vergangenen Jahr 30 Jahre auf diesem Posten. Und mit den vergangenen fünf Jahren kann er ganz zufrieden sein. Denn endlich ging es wieder vorwärts, konnte die Haushaltssicherung mit einem enormen Kraftaufwand abgeschlossen werden.

Darüber dürften vor allem die Steuerzahler erfreut gewesen sein, denn die Steuern konnten ab 2010 gesenkt werden. Zwar liegen sie immer noch über dem sächsischen Durchschnitt, aber es war ein Zeichen an die Bürger und Gewerbetreibenden. Abgeschlossen werden konnte auch die Sanierung von Grundschule und Hort, nachdem 2006 dort Hausschwamm festgestellt worden war. Ein weiteres Vorhaben wurde 2010 verwirklicht. Das neue Feuerwehrgerätehaus an der Bahnhofstraße in Weißenberg wurde eröffnet.

Die größten Investitionen jedoch wurden in die Sanierung und die Erweiterung der beiden kommunalen Kindertagesstätten „Strombergwichtel“ in Weißenberg und „Löwenzahn“ in Wurschen gesteckt. Hier hat sich der Stadtrat dazu bekannt, nicht zu kleckern, sondern zu klotzen. Durch einen zusätzlichen, zinsgünstigen, Kredit konnte in Wurschen eine Rundum-Sanierung stattfinden. In beiden Fällen wurden die Kinder nach Buchholz in die ehemalige Grundschule ausgelagert. Das war besonders für die Wurschener Eltern ein Kraftakt. Doch mittlerweile ist der Aufwand vergessen bei der schönen Einrichtung. Mit dem Erweiterungsbau in Weißenberg für 25 Kinder kann nun der Bedarf im Stadtgebiet gedeckt werden. Seit 2009 war klar, dass mehr Plätze gebraucht werden, ab 2010 wurde gebaut.

Ein noch ungelöstes Problem dagegen ist die Sporthalle. Um die Stadt zu entlasten, hat der TSV Weißenberg/Gröditz die Halle übernommen, um auch an Fördermittel zu kommen. Bereits 2005 gab es ein Gesamtkonzept zur Sanierung. Doch bis jetzt gibt es noch keine Aussage, ob es in diesem Jahr weitergeht. Der Halle droht aber sonst die Schließung. Sie wird jedoch gebraucht – von der Grund- und der freien Mittelschule für den Schulsport und vom Sportverein. Hier dürfte sich der neue Stadtrat einbringen. Ob es dann noch zum großen Wunsch der Sportler, einer Kegelbahn, kommt, ist weiter ungewiss.

Vor zwei Jahren gab es erste Gespräche zu einer möglichen Fusion mit Hochkirch. Doch die Meinungen im Stadtrat zu diesem Vorhaben gingen weit auseinander. Also sollte ein Bürgerentscheid am 2. September 2012 in beiden Gemeinden Klarheit bringen. Das erstaunliche Ergebnis: Nicht die Weißenberger waren mehrheitlich gegen die Fusion, sondern die Bürger im Gemeindegebiet Hochkirch. Über die Ursachen wurde im Nachgang viel diskutiert.

Größte Aufgabe für den neuen Stadtrat wird wohl die Gestaltung der Innenstadt sein. Zumindest das Problem Ärztehaus steht schon lange im Fokus. Doch wegen der fehlenden Mittel konnte das kommunale Gebäude nicht saniert werden. Auch das Museum Alte Pfefferküchlerei hat Probleme. Es liegt zwar schon länger in der Verantwortung des Trägervereins, aber Geld gibt die Stadt dazu. Das jedoch reicht nun nicht mehr. Hier muss ein Konzept her, bei dem sich Stadtrat, Kreis und Verein schnell einbringen müssen.

Und nicht zuletzt wird in den nächsten beiden Jahren die Beseitigung der Flutschäden vom vergangenen Jahr eine große Rolle spielen. Zum Glück gibt es hier 100 Prozent Förderung.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/weissenberg-muss-was-fuer-den-markt-tun-2828001.html


Osterreiten in Familie

Im vergangenen Jahr waren in der sorbischen Lausitz, wie hier in Ralbitz, insgesamt 1.500 Osterreiter unterwegs. Sie verkünden seit dem 16. Jahrhundert singend und betend zu Pferde in Prozessionen die Botschaft der Auferstehung. © M. Rietschel

1.600 Männer starten am Sonntag in der Lausitz zu Osterprozessionen – oft sitzen Väter, Söhne und Onkel im Sattel.

17.04.2014 Von Irmela Hennig

Einen Platz im Stall hat sich Jakub Ledschbor schon besorgt. Beim Nachbarn wird das Pferd am Sonnabend unterkommen, auf dem der 15-Jährige einen Morgen später zu seinem zweiten Osterritt aufbricht. Bei diesem Nachbarn, einer der wenigen hier, der noch selbst Pferde besitzt, hat Jakub auch ein bisschen Reiten gelernt. Schließlich ist es kein Spaziergang, einen echten Vierbeiner in einem Prozessionszug kilometerweit durch die Gegend und dann noch durch einen Ort samt Menschenmenge zu bewegen. Von Ralbitz geht es nach Wittichenau. Drei Stunden dauert eine Wegstrecke.

Wie sein Pferd heißt, weiß der Schüler Jakub noch nicht. Aus Wittenberg wird es kommen. Geliehene Pferde sind längst selbstverständlich in den Osterreiter- und Kreuzreiterprozessionen der katholischen Sorben in der Oberlausitz. „Seit die Landwirtschaft zu DDR-Zeiten kollektiviert wurde, hatten immer weniger Familien eigene Tiere“, erzählt Stanislaus Statnik, der Leiter oder Kantor der Ralbitzer Prozession. Manche fürchteten schon um den jahrhundertelang gelebten und gepflegten Brauch. Aber mit den Leih-Tieren konnte er erhalten bleiben. 302 Jungen und Männer werden sich am Sonntagmorgen an der Ralbitzer Kirche treffen. Von dort werden sie ausgesandt, um einige Orte weiter nördlich, in Wittichenau, die Botschaft von der Auferstehung zu verkündigen. Vor allem mit sorbischen Liedern.

Auch dafür haben sie geübt in Ralbitz. Nur Jakub Ledschbor musste passen, er war heiser. Doch inzwischen ist die Stimme wieder fit, und der junge Mann freut sich auf seine zweite Prozession. Eine Ehre sei es, da mitzumachen. „Und es ist schön, so etwas mit dem eigenen Vater zu erleben“, sagt der Sorbe. Sein Vater Rafael ist ebenfalls Osterreiter. Genauso wie ein Onkel, ein Cousin wird wohl ab nächstem Jahr dabei sein. Und wenn er einmal Kinder hat, wünscht sich Jakub, dann auch mit ihnen in der Prozession unterwegs zu sein.

Osterreiten ist eben auch ein bisschen Familiensache. Selbst die Frauen, obwohl sie nicht aufs Pferd dürfen, sind eingespannt. Sie verpflegen die Prozessionen. In Ralbitz beispielsweise kochen und backen sie für über 450 Reiter, die von Wittichenau aus in den kleinen Ort starten. Eine logistische Herausforderung sei es, für alle Reiter samt Helfer und Pferde Platz zu finden, weiß Stanislaus Statnik. Zum 35. Mal ist der Bauplaner nun als Osterreiter dabei. Es wird sein 28. Jahr als Kantor.

Ursprünglich ging es in diesem Ehrenamt wirklich vor allem ums Singen – ums Anstimmen der gemeinsamen Lieder. Stanislaus Statnik ist mit seiner Bass-Stimme dafür genau der Richtige, fand einst sein Vorgänger als Prozessionsleiter. Doch inzwischen geht die Arbeit weit über die Musik hinaus. Es ist viel zu organisieren – Stall- und Stellplätze zum Beispiel. Letztere auch für die vielen Gäste, die alljährlich zu Ostern in die Oberlausitz kommen. Besonders der Osterreiter wegen. Doch zum touristischen Spektakel soll der Sonntag nicht werden. Das ist den Sorben wichtig. „Es ist eine kirchliche Veranstaltung“, betont Stanislaus Statnik. Respektvolles Verhalten gebiete sich da einfach. Mal davon abgesehen, dass Pferde eben lebendige Tiere sind, bei denen man letztendlich nie genau abschätzen kann, wie sie auf Menschenmassen, Lärm oder plötzliches Anfassen reagieren.

Trotz aller Herausforderung – Jakub Ledschbor und Stanislaus Statnik freuen sich auf den Sonntag. Ostern wegfahren, die Tage nicht in der Heimat zu verbringen, das ist für die beiden nicht vorstellbar. Es ist eher eine Zeit, in der viele ehemalige Oberlausitzer wieder für ein Wochenende nach Hause kommen. So manche verbindet gerade das Osterreiten mit der Region, und sie machen mit. Ziehen den Gehrock an, setzen den Zylinder auf, steigen in die schwarzen Stiefel. Schmücken ihre Pferde mit den handbestickten Schweifschleifen. Um die 1.600 Reiter werden es sein. Tendenz leicht abnehmend, sagt Stanislaus Statnik. „Der demografische Wandel...“ Doch bang um die Zukunft ist ihm nicht.

Artikel-URL: www.sz-online.de/sachsen/osterreiten-in-familie-2820105.html


Drei Millionen für Kitas

Viel Geld fließt in den Brandschutz. Neue Plätze sind zumindest rund um Bautzen nicht geplant – vorerst.

16.04.2014 Von Madeleine Siegl-Mickisch

Diesmal ist die Wunschliste der Kitas im Landkreis Bautzen nicht so lang wie in den letzten Jahren. „Das Geld reicht voraussichtlich für 65 der 77 Anträge“, sagt Jugendamtsleiter Hans-Jürgen Klein. Der Jugendhilfeausschuss hat jetzt entschieden, welche Kindereinrichtungen 2014 Fördermittel bekommen. Allerdings gibt es deutlich weniger zu verteilen als im Vorjahr. Da standen mehr als fünf Millionen Euro zur Verfügung, weil der Bund die Schaffung neuer Krippenplätze förderte. Das ist nun weggefallen. So bleiben nur 2,8 Millionen Euro von Freistaat und Landkreis – und die fließen im Raum Bautzen hauptsächlich in den Erhalt der vorhandenen Kapazität. Denn wenn Auflagen nicht erfüllt werden, droht die Schließung von Einrichtungen.

Vor allem neue Bestimmungen zum Brandschutz machen den Trägern zu schaffen. „Da kommt noch viel auf uns zu“, ahnt Sylvia Koschnicke, die beim Bautzener Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) für die Kitas zuständig ist. Nicht nur im Spatzenhaus in Wilthen müssen zum Beispiel Brandschutztüren eingebaut werden. Außerdem gibt es noch andere Baustellen. So will das DRK im Spatzenhaus dieses Jahr die restlichen Toiletten, die noch DDR-Standard haben, erneuern. In der Kita Findikus in Bautzen-Gesundbrunnen sollen die maroden Holzfenster auf der Wetterseite ausgetauscht werden. „Das ist wirklich dringend. Gut, dass es jetzt Geld dafür gibt“, freut sich Sylvia Koschnicke. Die Hälfte der Kosten müssen die Träger allerdings zusammen mit der Kommune selbst aufbringen. In der Kita Bimmelbahn in der Tzschirnerstraße ist es die alte störanfällige Heizung, die ausgetauscht werden muss, sagt Annett Fahland von der Arbeiterwohlfahrt, die das Haus betreibt. Erst voriges Jahr wurde dort gebaut. Da entstand mit Geld vom Bund ein Anbau für zwölf Krippenplätze.

Auch das DRK kann im Findikus ab Sommer 16 Krippenkinder mehr aufnehmen. Noch läuft der Umbau mit dem Geld vom vorigen Jahr. Ähnlich sieht es im Kinderhaus Sonnenschein der Oberlausitzer Lebens- und Familienhilfe an der Daimlerstraße aus. Bis Mai soll der Anbau für 20 zusätzliche Plätze fertig sein. Weitere Einrichtungen wie Glückskäfer an der Flinzstraße und Pumuckl in Weigsdorf-Köblitz haben zuletzt ebenfalls zusätzliche Krippenplätze geschaffen.

Anders als im Rödertal und im Raum Kamenz, wo auch dieses Jahr noch neue Plätze entstehen, planen die Träger rund um Bautzen keine neuen Erweiterungen. Jedenfalls vorerst. Denn: „Bei den Hortplätzen könnte es künftig eng werden“, sagt Jens Kunze, Sachgebietsleiter im Jugendamt. Die Krippenkinder, für die jetzt Plätze geschaffen wurden, kommen ja in ein paar Jahren in die Schule. Außerdem nutzt ein immer größerer Anteil der Grundschüler den Hort. So lag die Quote 2013 bei 81 Prozent. Und der Landkreis geht davon aus, dass sie noch auf 90 Prozent steigen wird.

Dass mehr Plätze für Hortkinder gebraucht werden, „das zeichnet sich auch in Burkau ab“, sagt Annett Fahland. In diesem Jahr will die Awo dort ihre Kita Kükenhaus aber erst einmal innen sanieren, nachdem im vorigen Jahr Dach und Fassade gemacht wurden. „Dann wäre das Haus in einem guten Zustand“, sagt Fahland. Wo zusätzliche Hortplätze entstehen könnten, ist jedoch unklar. Von größeren Neu- oder Anbauten rät Jens Kunze allerdings ab. Denn in einigen Jahren werde die Kinderzahl wieder zurückgehen. Wo es keine andere Möglichkeit gibt, sollten Engpässe deshalb eher mit mobilen Einheiten, sprich Containern, überbrückt werden. Die Gemeinde Malschwitz hat in Sachen Hort bereits reagiert und voriges Jahr in der Kita Kleinbautzen mehr Plätze geschaffen. In Baruth zog der Hort aus der Kita in die Schule um, in Guttau entstanden neue Krippenplätze. „Jetzt müssen wir Schritt für Schritt weiter was an den Einrichtungen machen“, sagt Bürgermeister Matthias Seidel (CDU). In Baruth sind dieses Jahr die Fenster dran, in Kleinbautzen die Fußböden. Auf ein Wort

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/drei-millionen-fuer-kitas-2821445.html


Puschwitz muss weiter Schulden abbauen

LUSPUNKT: Die Zusammenarbeit von Jugendclub Wetro und Gemeinde funktioniert sehr gut. Die Räte haben ein offenes Ohr für die Belange der jungen Leute. Foto: Jugendklub ©carmen schumann

Die Gemeinde kann auch künftig nur wenig investieren. Doch zu einer Fusion können sich die Räte trotzdem nicht durchringen.

15.04.2014 Von Kerstin Fiedler

Der Puschwitzer Bürgermeister Stanislaus Ritscher war anderthalb Jahre in dieser Funktion, bevor der neue Gemeinderat 2009 gewählt wurde. Mit seiner Vereinigung Handwerk Puschwitz hat er es nicht schwer gehabt, denn sechs der zehn Räte gehören ihr an – meist Handwerker und Selbstständige, die mitten im Leben stehen. Und so hat der Gemeinderat auch seine Beschlüsse gefasst. Oft kopfschüttelnd, weil die Politik des Freistaates für sie häufig nicht nachvollziehbar war und ist. Bestes Beispiel: der Bau von Gehwegen, wenn der Landkreis die Straßen zwischen den kleinen Dörfern saniert. Dass es aber nur dann Förderung gibt, wenn sich die Gemeinde mit Gehweg und Beleuchtung beteiligt, geht den Räten auch 2014 nahe, wenn es um den Kreisstraßenbau von Puschwitz nach Neu-Jeßnitz geht. Denn mit einem Eigenanteil von 190000 Euro wird der kleine Gemeindehaushalt mächtig belastet. Es ist die größte Investition, die in diesem Jahr vorgesehen ist – vorausgesetzt, der Landkreis bekommt die Förderung.

Der große Vorteil, der sich in zwei Jahren schon als Nachteil herausstellte, ist die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der 1000-Einwohner-Gemeinde. Durch die Betriebe in Wetro – Feuerfestwerk mit Deponie, Mammut oder Zeibina – erhalten die Puschwitzer viel Gewerbesteuer. Wenn die aber aufgrund von Investitionen im anderen Jahr teilweise zurückgezahlt werden muss, bedeutet das eine zusätzliche finanzielle Belastung. So mussten 2009 insgesamt 25000 Euro an sogenannter Reichensteuer, eine Finanzausgleichsabgabe an den Freistaat zur Verteilung an schwächere Kommunen, abgegeben werden. Die Abgabe haben Kommunen zu zahlen, die im Verhältnis zu ihren Einwohnerzahlen zu viel Gewerbesteuer erhalten. Dabei hatte Puschwitz in dem Jahr eine Rückzahlung an Gewerbesteuern in Höhe von 500000 Euro zu verkraften. Mehrere Gemeinden haben geklagt, doch 2010 hat das Verfassungsgericht die Vorgehensweise bestätigt. Die Gemeinde hatte deshalb keinen ausgeglichenen Haushalt und besaß im Kreismaßstab 2010 die höchste Verschuldung pro Einwohner. In diesem Jahr trifft es Puschwitz erneut, allerdings ist die Summe nur halb so groß, 12000 Euro.

Puschwitz ist nicht nur durch seine Betriebe bekannt, auch Töpfer Karl Barchmann wirbt indirekt für die Gemeinde, wenn er auf Töpfermärkten unterwegs ist. Er hat zum Beispiel verschiedene Sorten Bautzener Senfbecher im Angebot, in die der „Bautz’ner“ genau hineinpasst. – Das kulturelle Leben in der kleinen Gemeinde ist sehr vielfältig. Auch wenn die einst sehr beliebte Diskothek in Wetro erst nur den Namen wechselte – aus Fun Center wurde No Name – heute ist die Disco geschlossen. In einigen Veranstaltungen fängt dies der Jugendclub Wetro ab. Hier haben die jungen Leute eine gute Zusammenarbeit zu den Gemeinderäten und den anliegenden Betrieben. So wie viele Dinge in den Puschwitzer Orten unproblematisch gelöst werden, gibt es auch hier einen Draht zueinander. Vielleicht ist das ja auch ein Grund dafür, dass Vereinschef Sebastian Meißner sich entschlossen hat, für den Gemeinderat zu kandidieren und selbst Verantwortung zu übernehmen. Hexenbrennen in den Orten oder das Abfischen am ehemaligen Bad in Puschwitz ziehen jährlich viele Besucher auch aus umliegenden Orten an. Auch in Jeßnitz gibt es einen rührigen Verein.

Zu den negativen Ereignissen in den vergangenen Jahren zählt die Schließung des Bauhofs. Hier gibt es nun nur noch den Bauhof in Neschwitz, wo es ja auf vielen Gebieten eine Zusammenarbeit in der Verwaltungsgemeinschaft gibt. Zu einer Fusion der Gemeinden kam es dennoch nicht. Die Räte waren im August 2011 der Meinung, dass sie so lange es geht, eigenständig bleiben wollen.

Ein Glücksfall war, dass nach dem Ausscheiden der Wetroer Ärztin Dr. Weise im März 2011 schon ein halbes Jahr später eine Ärztin aus Doberschau-Gaußig in den Räumen eine Außenstelle einrichtete. Auch im Friseursalon fand sich 2010 mit Tobias Hanusch ein Nachfolger.

Für die nächste Zeit wird es weiterhin nicht einfach sein, in Puschwitz zu investieren, denn nach wie vor drücken die Schulden des Kredits für die Häuser in Wetro Siedlung. Knapp eine Million Euro sind das noch.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/puschwitz-muss-weiter-schulden-abbauen-2820274.html


Anbau an der Kita Strombergwichtel fast fertig

14.04.2014

Der Stadtrat hat jetzt den Auftrag für die Ausstattung des neuen Raumes in der Kita Strombergwichtel in Höhe von 13000 Euro vergeben. Der Anbau bietet Platz für 20 zusätzliche Kindergartenplätze. Im Haus befinden sich eine Garderobe, Toiletten und Waschräume. Der Anbau wurde überhaupt erst nötig, weil eine eigentlich geplante neue Kita in Gröditz nicht kommt. Insgesamt kostet das Vorhaben 247 000 Euro, die Förderung kommt aus dem Topf für die ländliche Entwicklung. Im Mai soll alles fertig sein. (SZ/kf)

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/anbau-an-der-kita-strombergwichtel-fast-fertig-2818824.html


Landkreis schiebt Entscheidung zu Malschwitzer Schulen auf

Seit 2012 wird diskutiert, ob die Oberschule von Malschwitz nach Baruth zieht. Eine Studie soll Klarheit bringen.

10.04.2014 Von Kerstin Fiedler

Die staatliche Oberschule in Malschwitz strahlt in hellem Gelb. Es ist noch nicht lange her, dass zunächst der Brandschutz verbessert wurde und drei neue Klassenräume in einem Anbau Platz fanden. Dennoch sollte das alles nur Vorarbeit für ein weit größeres Vorhaben sein. Die Mittelschule sollte nach Baruth umziehen und dann in Trägerschaft des Kreises übergehen. Im ehemaligen Mittelschulgebäude sollten dann die Grundschulen Guttau und Malschwitz konzentriert werden.

Vor etwa zwei Jahren gab es aufgrund sinkender Schüleranmeldungen an den Grundschulen in Guttau und Baruth die Diskussion zur Zusammenlegung. Doch der Protest in Guttau – damals noch eigenständige Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft mit Malschwitz – war groß. Und auch nach der Eingliederung wurde versprochen, die Grundschule in Guttau so lange wie möglich zu halten. Aber es wurde auch eine andere Variante diskutiert. Was wäre, wenn die Oberschule von Malschwitz nach Baruth zieht? Und was wäre, wenn dann nicht mehr die Gemeinde, sondern der Landkreis Träger der Oberschule wird? Bereits im März 2012 hat Landkreis- Beigeordneter Steffen Domschke im SZ-Gespräch begründet, warum dies wünschenswert sei. Der Standort Baruth wäre als einziger Standort einer staatlichen Oberschule im nordöstlichen Kreisgebiet gut für die Gemeinden Malschwitz, Weißenberg, Kubschütz, Hochkirch und Großdubrau zu erreichen. Außerdem wären bauliche Veränderungen und Erweiterungen an der jetzigen Grundschule in Baruth durchaus möglich. In Malschwitz nicht. Es sei eine Frage der Planung und Finanzierung. Schließlich hat der Kreis noch das Millionenobjekt Berufliches Schulzentrum vor sich. Dennoch hoffte der Malschwitzer Bürgermeister Matthias Seidel (CDU), dass das Verfahren des Trägerwechsels bis Ende 2012 abgeschlossen wird.

Laut Aussage von Landkreis-Sprecherin Sabine Rötschke habe der Kreis in Absprache mit der Gemeinde eine Studie in Auftrag gegeben. Die soll die Eignung des Standortes Baruth als Oberschulstandort untersuchen. Dabei sollen auch finanzielle Anforderungen für die Rekonstruktion des Standortes für eine zweizügige Oberschule nach heutigen Bedingungen dargestellt werden. „Die Studie liegt in der Endfassung noch nicht vor“, sagt Sabine Rötschke. Allerdings gibt sie auch zu, dass sich die Entscheidung zu einer Übernahme der Schule verzögert hat. Ursachen hierfür bestehen zum einen in anhaltenden Diskussionen im Kreistag, ob es richtig ist, dass sich der Landkreis als Träger von Schulen engagiert. „Zum Anderen erschwert die Unsicherheit über die endgültige Fassung der geplanten Änderung des Schulgesetzes die derzeitig langfristig angelegten Strukturentscheidungen im Bereich der davon betroffenen Schularten Oberschule und Grundschule“, sagt Sabine Rötschke.

Den Schulstandort einer öffentlichen Oberschule in Baruth und die Konzentration auf eine Grundschule in Malschwitz befürwortet der Kreis allerdings immer noch. Die Verwaltung in Malschwitz hat damit jedoch ein Problem. „Wenn die Entscheidung nicht bald fällt, müssen wir eine Sanierung in der Grundschule Baruth diskutieren“, sagt Matthias Seidel. Die Grundschule Guttau besteht also noch lange.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/landkreis-schiebt-entscheidungzu-malschwitzer-schulen-auf-2816706.html


Anpacken für den Warthaer Spielplatz

Da macht das Arbeiten richtig Spaß, wenn am Ende ein Spielplatz entsteht. Die Eltern in Wartha fassten mit zu, als Bäume auf dem Gelände gefällt, Stubben freigelegt werden mussten. Auch Martin Jablonsky war dabei, damit sein dreijähriger Sohn Aaron demnächst hier spielen kann. Und das könnte schon zu Ostern sein. Foto: Carmen Schumann ©carmen schumann

Was möglich ist, wenn viele helfen, zeigt diese Geschichte: Von der Idee bis zur Umsetzung dauerte es nur ein halbes Jahr.

10.04.2014 Von Kerstin Fiedler

Das war vielleicht ein riesiger Baumstubben! Um den aus der Erde zu holen, mussten schon eine Menge Leute mit anfassen. Und sie taten es gern. Eltern und Großeltern, deren Freunde und Bekannte, Verwaltungsmitarbeiterinnen, Gemeinderäte und Firmenmitarbeiter – zu einem Arbeitseinsatz trafen sie sich am vergangenen Sonnabend in Wartha. Mit dem Ziel, das Gelände am Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs für einen Spielplatz vorzubereiten. Wenn alles klappt, können Ostern die ersten Kinder dort spielen.

Rückblick: Als es 2011 eine Spielplatzinitiative der Kreissparkasse Bautzen gab, wurde Wartha nicht als Projekt bedacht. In der Verwaltung gab es Vorschläge für Eutrich, Truppen, Caminau und Königswar-tha. Allerdings bekamen die Warthaer damals das Versprechen, dass die Gemeinde auch für ihren Ort einen solchen Platz schaffen will. Doch bis zum Oktober 2013 tat sich nichts. Das ärgerte die Eltern, und Mutti Madeleine Mark sprach zur Bürgerfragestunde im Gemeinderat. Die Antwort, die sie dort erhielt, war zunächst niederschmetternd. Denn die Gemeinde muss sparen, und für freiwillige Aufgaben gibt es gleich gar kein Geld.

Das Spielgerät steht jetzt

Allerdings hatte ihr Auftritt doch bei einigen Gemeinderäten zum Nachdenken angeregt. Noch zumal die Eltern sich bei einem Vor-Ort-Termin mit der SZ bereiterklärten, tatkräftig mit anzufassen. Und so kommt es, dass seit knapp drei Wochen auf dem kleinen Dreieck zwischen Commerauer Straße und Neuer Weg gebaut wird. Den finanziellen Grundstock dafür legt eine Spende der Sparkasse Bautzen in Höhe von 5000 Euro. Dazu kommen über 700 Euro aus Spenden von Unternehmen. So konnte das Spielgerät gekauft werden. Und das meiste, was hier an Arbeitsleistung, Material und Technik im Einsatz ist, wird nicht bezahlt. Und damit es nach dem Arbeitseinsatz der Warthaer am vergangenen Sonnabend schnell vorwärtsgeht, hat der Geschäftsführer der Baufirma Böpple Bau Kollegen und Technik abgestellt. Am Mittwoch waren sie mit einem Kran vor Ort. Der half beim Aufstellen des Spielgeräts. Zuvor wurden die Fundamente eingeschalt. Für die Kollegen der Firma war das keine alltägliche Arbeit. Steffen Roland, der nahe dem Spielplatz wohnt, hatte mit der Schaukel zu tun. „Das ist mal ne ganz andere Aufgabe. Sonst bauen wir ja Häuser“, sagt er. Gestern war dann das Spielgerät aufgestellt. „Jetzt muss es noch befestigt und betoniert werden“, sagt Gerd Schieber. Die Schalung lässt er gleich mit drin – für mehr Standsicherheit, sagt er. Dann sollen seine Mitarbeiter noch den Zaun aufbauen, sodass aus seiner Sicht alles bis Dienstag zu schaffen wäre. „Hier zeigt sich doch, dass es besser ist, zu klotzen, anstelle zu kleckern und zu meckern“, sagt Schieber, der auch Gemeinderat ist. Genauso wie Günter Eichler. Der will nun noch eine kleine Sitzgruppe aus Caminau hierher holen. „Die war damals vom Förderwerk aufgestellt, aber dort nur wenig genutzt worden. Nun kann sie für die Erwachsenen zum Ausruhen und Schwatzen sein“, sagt Eichler. Und er hat gemeinsam mit der Firma Kunaschk noch die Rasengittersteine organisiert, die dann für eine sichere Fahrt der Kinderwagen auf die Fläche gelegt werden. „Es ist toll, dass dies alles so klappt“, sagt er.

Vorige Woche war Königswarthas Hauptamtsleiterin Martina Nytsch noch skeptisch, ob der Spielplatz noch im April fertig wird. Doch nun ist auch sie überzeugt, dass bereits am Osterwochenende die ersten Kinder dort spielen können. Und die Warthaer sind optimistisch, dass es auch mit dem Jugendclub vorangeht. Der braucht ein neues Domizil. „Der technische Ausschuss hat sich vor Ort schon umgesehen“, sagt Gerd Schieber.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/anpacken-fuerden-warthaer-spielplatz-2816711.html


Förderverein sucht innovativsten Azubi

07.04.2014

Für den Jugendinnovationspreis 2014 suchen der Technologieförderverein Bautzen sowie Landkreis und Stadt Bautzen Auszubildende aus der Oberlausitz. Diese Auszeichnung hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen und gilt als Ausdruck der Wertschätzung qualitativ hoher Ansprüche an die Ausbildung und des persönlichen Engagements Jugendlicher und deren Unternehmen.

In diesem Jahr lobt der Technologieförderverein insgesamt 1000 Euro Preisgeld und einen Sonderpreis für Umweltschutz in Höhe von 200 Euro aus. Bis 27. Juni können die Unternehmen und deren Auszubildende sich mit einem innovativen Projekt um die Auszeichnung bewerben. Die Projekte werden dann im September im Rahmen der 22. Bautzener Unternehmertage präsentiert. Gleichzeitig erfolgt bei diemem Anlass die Prämierung.

tfv-bautzen.de 

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/foerderverein-sucht-innovativsten-azubi-2813788.html


So schön wird der neue Kindergarten in Sdier

Die Kita in Sdier wird erweitert: Der Eingang wird an die Giebelseite verlegt, das Gebäude regelrecht aufgefächert, um neue Räume zu schaffen. Wenn die Fördermittelzusage demnächst kommt, kann ab August gebaut werden.Entwurf: Architekturbüro Freund-Klein, Foto: SZ/Uwe Soeder

Die Planerin hat den Entwurfim Gemeinderat vorgestellt.Nun muss der Kreis nur nochdie Förderung bestätigen.

31.03.2014 Von Kerstin Fiedler

Der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Kreis fiebern die Gemeinde Großdubrau, der Kindergartenverein Sdier und Planerin Claudia Freund-Klein schon entgegen. Denn da wird entschieden, ob der Umbau der Kita Sdier schon in diesem Jahr gefördert wird. Wenn die Beratung am 14. April positiv ausgeht, könnten die Kinder noch vor dem Sommer in das bestätigte Ausweichquartier in Großdubrau umziehen und der Gemeinderat im Juli die Bauleistungen vergeben. Wie das Haus nach der Erweiterung aussehen wird, das erläuterte die Planerin in der jüngsten Ratssitzung.

Problem 1: Der Flur ist als Dreh- und Angelpunkt zu klein

In der Kindereinrichtung, die vom Kindergartenverein Sdier betrieben wird, dürfen 33 Kinder betreut werden, davon fünf Krippenkinder. Doch die Betriebserlaubnis des Jugendamtes wird seit Jahren unter Vorbehalt erteilt. Auch das Gesundheitsamt hat Mängel festgestellt. Obwohl in den vergangenen Jahren im Haus immer wieder einmal gebaut und auch erweitert wurde, sind die Räume nicht optimal für eine Kita. So ist gerade der Eingangsbereich mit Garderobe viel zu klein. Planerin Claudia Freund- Klein hat es vor allem zu den Zeiten, wo Kinder abgeholt werden, andere sich aber für das Spielen im Garten vorbereiten, erlebt, dass der Flur als Dreh- und Angelpunkt nicht ausreicht. Deshalb soll dieser Flur abgebrochen und das Haus an dieser Stelle erweitert werden. „Daraus entsteht ein fröhlicher, auch farblich einladender Eingangsbereich“, sagt Freund-Klein.

Problem 2: Der Gruppenraum für jüngere Kinder ist ein Durchgangsraum

Das eingeschossige Gebäude ist zum Teil verschachtelt gebaut. So müssen alle, die in den derzeit zu kleinen und nicht mehr normgerechten Sanitärbereich oder auch in Richtung Küche gehen, durch den Gruppenraum der jüngeren Kinder. Dadurch ist der Spielbereich sehr eingeschränkt. Deshalb soll in diesem Bereich eine völlig neue Raumstruktur entstehen. Es entsteht ein ansprechender Sanitärbereich mit Wickelkommode. Die Küche wird so erweitert, dass hier auch eine Waschmaschine und ein Trockner Platz haben. Es wird einen Abstellraum geben. Zusätzlich entstehen eine Personaltoilette und ein Aufenthaltsraum für die Mitarbeiterinnen. Deshalb muss es dann einen neuen Anbau für die jüngeren Kinder geben, an den sich ein als Bewegungs- oder Rückziehraum befindliches Zimmer anschließt.

Problem 3: Brandschutz, Sicherheit und Dachdämmung sind nicht gut

Neben der Neugestaltung mehrerer Räume geht es aber auch um die Verbesserung des Brandschutzes. Die Elektroanlage wird auf den neuesten Stand gebracht, das Dach gedämmt. Außerdem soll die Heizungsanlage optimiert werden. Die Elektrospeicherheizung soll erweitert, Heizkörper umgesetzt werden. Auch eine Sicherheitsbeleuchtung ist für die Zukunft geplant.

Problem 4: Von den Kosten muss der Verein 30000 Euro übernehmen

Insgesamt wird der Umbau 300000 Euro kosten. Wenn man von einer 50-prozentigen Förderung ausgeht, bleiben noch 150000 Euro für die Gemeinde, der das Haus gehört. Zehn Prozent der Gesamtkosten muss der Träger übernehmen, also 30000 Euro. Das versucht der Kindergartenverein jetzt über Spenden zusammenzubekommen. Neben Geld können diese Leistungen auch fürs Saubermachen oder das Aus- und Einräumen abgerechnet werden. Kita-Leiterin Ramona Nuck hofft auf Hilfe. „Wir haben zwar schon einen Teil zusammen, aber es wäre schön, wenn sich vielleicht noch Betriebe oder Gewerbetreibende daran beteiligen“, sagt sie. Wenn der Jugendhilfeausschuss die Förderung bestätigt, könnte im August der Umbau starten. Die Kinder sind dann in einem Ausweichquartier in Großdubrau untergebracht.

Weitere Infos zu Spenden in der Kita, 035934 4427

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/so-schoen-wird-der-neuekindergarten-in-sdier-2808471.html


Bau des neuen Kindergartens hat oberste Priorität

Der Haushalt für Nebelschützist beschlossene Sache. Die Gemeinde muss sparen.

31.03.2014 Von Andreas Kirschke

Der Neubau der Kindertagesstätte „Jan Skala“ in Nebelschütz in Trägerschaft des Christlich-Sozialen Bildungswerks ist das wichtigste Vorhaben der Gemeinde. „Noch in diesem Jahr wollen wir die Tagesstätte fertigstellen“, unterstrich Bürgermeister Thomas Zschornak (CDU) in der Ratssitzung in Piskowitz, in der es um den Etat ging. Einstimmig beschloss der Gemeinderat den Haushalt für 2014.

Durch Konzentrierung auf Schwerpunkte und durch konsequente sparsame Haushaltsführung ist es gelungen, den Haushalt auszugleichen. „Das gelang auch nur, weil wir für den Bau des Kindergartens in diesem Jahr einen Kredit von 250 000 Euro aufnehmen“, erläuterte Thomas Zschornak. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt zum Jahresende voraussichtlich 847 Euro pro Einwohner. „Damit bleiben wir unter dem Landesdurchschnitt von 850 Euro pro Einwohner. Weitere Kredite nehmen wir nicht auf. Insgesamt stehen wir auf gesunden wirtschaftlichen Füßen“, sagte der Bürgermeister.

Wichtige Maßnahmen stehen in der Gemeinde an. Dazu gehört die Umsetzung des Wege- und Gewässerplans. 1 600 Euro sind dazu im Haushalt für Ausgleichs- und Wegemaßnahmen in Nebelschütz und in Miltitz geplant. Für die Entwurfsplanung zum Hochwasser-Schutz in Piskowitz sieht der Etat 1 000 Euro vor. Der Bauhof erhält einen gebrauchten Hänger für 2 500 Euro. Die freiwilligen Feuerwehren stellen auf Digitalfunk um. Dafür sind 13 700 Euro eingestellt, 50 Prozent davon sind Förderung. Am Ausbau des Nachwuchs-Fußballplatzes in Wendischbaselitz – genutzt regelmäßig von der SG Nebelschütz – beteiligt sich die Gemeinde mit 5 000 Euro. Das Vorhaben soll dieses Jahr beginnen. Die Fertigstellung ist für 2015 anvisiert. „Wir wollen auch zwei Kruzifixe sanieren“, sagte der Bürgermeister. „In Piskowitz soll das Kruzifix gegenüber der Bushaltestelle möglichst zu Ostern fertig sein. Nach Ostern soll das Kruzifix in Miltitz saniert werden.“

Aufschlussreich ist ein Blick auf die Entwicklung der Schulden und den voraussichtlichen Stand der Schulden in den kommenden Jahren. Zum Beginn dieses Jahres verzeichnete die Gemeinde insgesamt Schulden von 791 000 Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung lag bei 633 Euro pro Einwohner. Orientiert war sie an der Zahl von 1 193 Einwohnern. Durch die Kreditaufnahme für den Bau des Kindergartens erhöht sich der Stand der Schulden vorübergehend. So wird die Gemeinde zum Ende des Jahres insgesamt Schulden von 1,01 Millionen Euro haben. Danach will sie konsequent tilgen. Der Schuldenstand soll auf 955 000 Euro im Jahr 2017 sinken.

Der Vorbericht zum Haushalt mahnt zu konsequenter Haushaltsdisziplin in den nächsten Jahren. „Die Entwicklung des voraussichtlich verfügbaren Finanzierungsmittel-Bestandes zeigt, dass 2014 und 2015 zum Jahresende fast keine verfügbaren liquiden Mittel mehr vorhanden sind und somit eine absolute Haushaltsdisziplin unabdingbar ist“, vermerkt der Bericht. „In den Jahren 2016 und 2017 soll sich die Situation etwas stabilisieren. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob sich die finanzielle Situation tatsächlich so entwickelt.“ Kann es doch zu einer Erhöhung der Kreisumlage oder zum Rückgang der Schlüsselzuweisungen für die Gemeinde kommen?

Der Gemeinderat, so heißt es im Vorbericht, wird seine Prioritäten zu künftigen Investitionen sehr gewissenhaft prüfen müssen. Zugleich soll die Gemeinde klar darüber nachdenken, in welchen Bereichen die Erträge erhöht und die Aufwendungen verringert werden können. „An einer internen Haushaltskonsolidierung führt kein Weg vorbei."

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/bau-des-neuen-kindergartenshat-oberste-prioritaet-2808767.html


Dorfwettbewerb: Informationsveranstaltung am 16. April 2014 in Nebelschütz und Rammenau

Der Sächsische Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ findet aktuell zum 9. Mal statt. 

Das SMUL lädt zu einer Informationsveranstaltung zum Dorfwettbewerb am 16. April 2014, 10:00 bis ca. 15:30 Uhr in Rammenau und Nebelschütz ein.

Bei der Veranstaltung sollen alle Fragen rund um den Dorfwettbewerb beantwortet werden, z.B.:

  • Was ist wichtig, um Erfolg im Dorfwettbewerb zu haben?
  • Muss der (ehrenamtliche) Bürgermeister diesen Kraftakt selbst leisten oder gibt es auch andere Möglichkeiten?
  • Was bringt es, beim Wettbewerb mitzumachen?
  • Wie präsentiert sich ein Dorf am besten?
  • Welchen bleibenden Nutzen ziehen die Dörfer daraus?

Die Veranstaltung richtet sich an alle Akteure aus Dörfern, Vereinen und Kommunen, die stolz auf das Erreichte in ihren Orten sind, ihre Ideen und Projekte vorstellen und sich mit anderen Dörfern im Wettbewerb messen und austauschen wollen.

Einladungsflyer

Anmeldeformular


In Wittichenau starten neue Computerkurse

Ramon Haufe und Christina Das Gupta vom Fachkräftenetzwerk Oberlausitz nahmen nach der Informationsveranstaltung in Wittichenau die Anmeldungen für die am 1.April startenden Computerkurse entgegen. Foto: Martin Kliemank

Bereits zum Auftakttreffen kamen 31 Interessenten ins Vereinshaus „Zum alten Bahnhof“. Nach wie vor sind Anmeldungen möglich.

26.03.2014 Von Martin Kliemank

Während Projektleiterin Christina Das Gupta gerade den Interessenten die Weiterbildungsinitiative „Sachsen 50+ – Mit Sicherheit ins Netz“ vorstellte, lief nebenan das letzte Treffen des ersten Kursdurchgangs. Dort saß auch Hans-Jörg Kowark an einem Laptop und blickte zufrieden auf die Lehrgangszeit zurück: „Der Kurs hat mir sehr viel gebracht. Ich habe gelernt Fotos zu bearbeiten, mal einen Brief am Computer zu verfassen und vieles mehr.“ Der 65- Jährige gehört zu den 50 Teilnehmern, die seit Oktober in sieben Gruppen bei wöchentlichen Treffen den Umgang mit Computer und Internet gelernt haben. Die Nachfrage nach den Kursen sei damals so hoch gewesen, dass man manchen Interessenten vertrösten musste, berichtet Christina Das Gupta: „Wir haben nur begrenzt Trainer und Technik zur Verfügung.“

Nun wird es also einen neuen Durchgang mit neuen Teilnehmern geben. „Die Computerkurse richten sich an alle Bürger, die das Internet bislang kaum genutzt haben und den Umgang mit Computer und Internet erlernen möchten“, heißt es in der Ausschreibung. Der Lehrgang besteht aus 12 frei wählbaren Ausbildungsmodulen im Gesamtumfang von bis zu 120 Stunden. Die ersten 20 Ausbildungsstunden sind kostenfrei, jede weitere kostet einen Euro.

Hans-Jörg Kowark hat alle Ausbildungseinheiten besucht. Dass er die 15 Wochen durchhielt, lag auch am Trainer. „Norbert Karte hat die Themen ganz interessant und kurzweilig rübergebracht“, sagt Kowark. In den letzten Wochen hat er gelernt Bewerbungen am Computer zu verfassen, E-Mails zu versenden oder im Internet einzukaufen. Er befasste sich mit Online-Banking, Internettelefonie und Datensicherheit und konnte am Ende der umfassenden Ausbildung einen „Web-Führerschein“ erwerben.

„Wir verstehen diese Weiterbildung nicht als klassische Bildungsmaßnahme. Die Teilnehmer bestimmen selbst, was sie lernen möchten. Sie bestimmen, an welchen Modulen sie teilnehmen“, erklärt Christina Das Gupta vom Fachkräftenetzwerk Oberlausitz. Dieses Konzept gefällt Beatrice Fröhmel. Sie ist aus Bröthen/Michalken zur Auftaktveranstaltung gekommen. An der Volkshochschule hat sie mal an drei Tagen hintereinander einen Kompaktkurs zum Umgang mit dem Computer besucht. Doch das war nichts für sie: „Mir ist es sympathischer, das über einen längeren Zeitraum zu lernen.“

Auch Angela Müller war bei der Kursvorstellung in Wittichenau dabei. Sie hat gerade an einem 40-stündigen PC-Kurs in Bernsdorf teilgenommen. „Dort wurde uns am Ende dieser umfangreichere Kurs in Wittichenau empfohlen. Ich erwarte hier, nun noch mehr zu lernen“, sagt die 56-Jährige. „Das Internet allgemein und die Bildbearbeitung interessieren mich sehr.“ Dafür will sie die kommenden Wochen auch den weiten Weg aus ihrem Heimatort Neukirch auf sich nehmen.

Wer beim Auftakttreffen nicht dabei sein konnte, aber gern an den neuen Computerkursen teilnehmen möchte, kann sich noch direkt beim Fachkräftenetzwerk dafür anmelden: Fachkräftenetzwerk Oberlausitz GmbH, Ansprechpartnerin: Christina Das Gupta, Telefon: 03591 2707742

www.fachkraefte-oberlausitz.de

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/in-wittichenau-starten-neue-computerkurse-2804770.html


Auf dem Trockenen

Fischwirt Lars Hempel sind die Hände gebunden. Er kann nur stehen und abwarten, bis sich seine Teiche wieder mit Wasser gefüllt haben. So trocken wie in diesem Frühjahr hat der 34-Jährige sein Revier noch nie erlebt. Schuld ist der extreme Niederschlagsmangel in den vergangenen Wochen und Monaten. Foto: SZ/Uwe Soeder ©uwe soeder

In vielen Oberlausitzer Teichen fehlt das Wasser. Fischwirte fürchten um Erträge. An Zelders Teichen sieht es besser aus.

26.03.2014 Von Jana Ulbrich, Hagen Linke und Ralf Grunert

Lars Hempel steht an einem seiner Teiche und starrt auf den ausgetrockneten Grund. Der Fischwirt aus Milkel hat die Arme vor der Brust verschränkt. Ungläubig schüttelt er den Kopf. Er kann sich nicht erinnern, so etwas schon jemals erlebt zu haben. Wenn er wollte, könnte er jetzt trockenen Fußes durch den Teich marschieren. Nicht mal Gummistiefel würde er brauchen. Normalerweise ist der Teich längst voll um diese Zeit. Normalerweise muss Lars Hempel hier spätestens Anfang April zweijährige Karpfen einsetzen. Aber normal ist gar nichts an diesem Frühjahr.

Es hat keine Schneeschmelze gegeben und deutlich weniger Niederschläge als üblich. Der Regen der vergangenen Tage war da für die Teichwirte in der Region sehr wichtig. Nach langer Trockenheit und sehr warmen Temperaturen hilft das Wasser den Fischen sehr. „Es ist eine gute Basis“, sagt Karsten Ringpfeil, Chef der Teichwirtschaft Ringpfeil in Wartha. 52 Teiche bewirtschaftet das Unternehmen mit einer Wasserfläche von etwa 400 Hektar. Um einen Speisekarpfen ernten zu können, muss er drei Sommer alt sein. Am Freitag und am Montag waren die Ringpfeil-Mitarbeiter wieder dabei, die Fische in die Gewässer einzusetzen, aus denen sie im Herbst abgefischt wurden. Das geht natürlich nur, wenn ausreichend Wasser in den Teichen ist. Nicht in allen sei das der Fall, sagt Karten Ringpfeil, der noch nie so einen niederschlagsarmen Winter erlebt hat.

„Im Grundsatz haben wir auch zu wenig Oberflächenwasser durch Regen“, hat bereits Mitte voriger Woche Dr. Sebastian Zelder, der Inhaber der Teichwirtschaft Neudorf-Klösterlich, erklärt. „Deshalb mussten wir sehr viel pumpen und technische Anlagen einsetzen, um unsere Teiche zu befüllen.“ Das benötigte Wasser stammt aus der Schwarzen Elster. „Ohne diese Einspeisung hätten unsere Teiche zu 50 Prozent trockengelegen“, schätzt er. Mit einem klugen Wassermanagement sei es aber gelungen, die Teiche so zu befüllen, dass sie auch besetzt werden können. „Wir würden uns aber noch ein paar Niederschläge wünschen, um Reserven zu schaffen“, blickte Dr. Zelder auf die Sommermonate voraus. „Wenn diese heiß und trocken werden, wird auch das Wasser in den Teichen wieder knapp.“ Zur Teichwirtschaft Neudorf-Klösterlich gehören 23 Teiche.

Rund die Hälfte der 1000 Lausitzer Fischteiche wird im Herbst trockengelegt. Um sie abzufischen und sie wieder frisch zu machen für neuen Fischbesatz. 28 Teiche bewirtschaftet Lars Hempel im Familienbetrieb. Die 60000 einjährigen in dem einen Winterteich und die 20000 zweijährigen Karpfen in dem anderen beginnen sich schon zu regen. Das warme Wetter holt sie früher als sonst aus ihrer Winterstarre. Das macht das Problem mit dem Wassermangel für die Fischwirte noch größer. Wenn die Karpfen jetzt munter werden, wird es zu eng in den ohnehin eng besetzten Winterquartieren. Unter diesen Bedingungen könnten die Fische eigentlich schon umgesetzt werden. Aber wohin?

Aus dem Wassermangel in den Lausitzer Teichwirtschaften resultieren zudem weitere Probleme. Wenn es in den Winterteichen eng wird und die Wassertemperaturen steigen, kommen die Fische unter Stress, weiß Gert Füllner, Leiter des Fischerei-Referats beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Auch Krankheiten können sich schneller und weiter ausbreiten. Koi-Herpes heißt die, die den Teichwirten in der Region die meisten Probleme macht. Ganze Teiche kann das Virus vernichten. Auf ein weiteres Problem verweist Dr. Sebastian Zelder. Es ist der massive Kormoran-Einfall an den Teichen, die mit Fischen besetzt sind. Vergangene Woche war er teilweise im Stundentakt an seinen Teichen unterwegs, um die gefräßigen Vögel zu vergrämen. „Und das wiederum hält uns von der eigentlichen Arbeit ab.“

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/auf-dem-trockenen-2804775.html


„Die meisten haben uns für verrückt erklärt!“

Seit Oktober wohnen Ines und Stefan Triebs mit ihren drei Söhnen im sanierten Herrenhaus Saritsch. ©Foto: Amac Garbe

... trotzdem haben Ines und Stefan Triebs ihren Traum realisiert und ein Herrenhaus bei Bautzen aus dem Dornröschenschlaf geweckt.

25.03.2014

Ihr Eigenheim ist ein bisschen anders als normal: Familie Triebs residiert in einem Herrenhaus mit 300 Quadratmetern Wohnfläche pro Stockwerk. Die Außenwände sind bis zu 80 Zentimeter dick. Die Rundbogenfenster mit Sandstein eingefasst. In der Empfangshalle besteht der Fußboden aus riesigen Granitblöcken. Über der massiven Eingangs-Doppeltür schimmert die Sonne durch ein bunt verglastes Halbrund. „Ich mag alte Häuser und ihren Charme“, sagt Ines Triebs, und ihre Augen leuchten. Hinter den beeindruckenden Zahlen und Fakten steht jede Menge Arbeit – und jede Menge Arbeit liegt auch noch vor ihnen. Denn vom gesamten Haus ist erst eine Hälfte bewohnbar. Hier sind Ines und Stefan Triebs und ihre drei Söhne im Oktober vergangenen Jahres eingezogen, vier Jahre nach dem Kauf des jahrelang leerstehenden Objektes, dessen Ursprung bis ins 16. Jahrhundert zurückgeht. In seiner heutigen Form wurde es vermutlich im 19. Jahrhundert gebaut.

Wohnen und Arbeiten an einem Ort

Stefan Triebs hatte schon viele Jahre lang ein Auge auf das Herrenhaus geworfen. Als Mitarbeiter der landwirtschaftlichen GmbH auf dem Areal musste er den zunehmenden Verfall des Prachtbaus mit ansehen. Der einstige Gemeindemittelpunkt des 125-Einwohner-Dorfes mit Konsum, Arzt und Gaststätte wurde Mitte der 90er-Jahre zum Geisterhaus. „Ich fand das so schade und habe mir vorgestellt, wie schön es wäre, dort einzuziehen“, sagt Stefan Triebs, der mittlerweile Geschäftsführer der Agrar GmbH ist. „Wohnen und Arbeiten an einem Ort – das war natürlich zusätzlich ein Anreiz, das Haus zu erwerben“, sagt der 44-Jährige, der lange Zeit mit seiner Familie in einer Mietwohnung in einem Teil des ehemaligen Schweine- und Schafstalls lebte, schräg gegenüber vom Herrenhaus.

Die Rechtslage und Eigentumsverhältnisse waren kompliziert, doch 2009 konnten die Triebs‘ tatsächlich das denkmalgeschützte Haus kaufen. „Wir hatten bereits 2006 einen Architekten mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt und 2011 Fördermittel bei der EU beantragt – sonst hätten wir uns auf das Abenteuer wohl nicht eingelassen.“ In Saritsch und Umgebung sprach sich das Projekt schnell herum. „Damals haben uns die meisten für verrückt erklärt“, sagt Stefan Triebs. Kein Wunder bei dem Anblick des Gebäudes: der Putz fast vollständig abgebröckelt, die Fenster zum Teil kaputt, zum Teil zugemauert, das Gestrüpp ringsum wuchernd. „Aber ich hatte immer ein Grundvertrauen, dass wir das schaffen“, sagt Stefan Triebs, und seine Frau Ines ließ sich schnell von der Begeisterung anstecken. Seinen 40. Geburtstag feierte Stefan Triebs mit Familie und Freunden noch im Ballsaal im Obergeschoss, mit original DDR-Gardinen und -Tapeten. „Da haben wir uns vorgenommen, dass wir zum 42. Geburtstag fertig sind“, erinnert sich Stefan Triebs und muss ein wenig schmunzeln. Denn diesen ehrgeizigen Zeitplan hat die Familie angesichts des Umfangs der Arbeiten und Formalitäten dann doch nicht halten können.

Der Architekt Michael Hümmler unterstützte die Familie bei den Planungen. Der Eindruck von innen war besser als von außen: Das Dach war Anfang der 90er noch einmal gedeckt worden und somit dicht. Die Triebs‘ entrümpelten mit Hilfe von Freunden und Nachbarn das Haus so gut es ging. Der Vorbesitzer hatte allerlei Unrat hinterlassen, anderes, Wertvolles wie Türbeschläge und ein Wetterhahn waren nicht mehr auffindbar. Als Anfang 2012 die Zusage für die Fördermittel eintraf, konnten Triebs‘ richtig loslegen: sie hackten Innenputz ab, rissen Wände, Waschbecken, Toilettenschüsseln und Fußboden heraus. Die original Türen und Klinken, sofern sie noch vorhanden waren, blieben natürlich. „Die alten Dielen aus dem Obergeschoss hätte ich auch gern gerettet – aber wir hatten dann keine Zeit und keinen Platz mehr, sie richtig zu lagern“, bedauert Ines Triebs heute. Sie wurden feucht und waren dann nicht mehr zu gebrauchen.

Dann begann die Zeit der Handwerker: Ob für Fassade, Innenputz, Fenster, Dämmung, Heizung, Fliesen oder Parkett – hier waren Profis gefragt, die das historische Gebäude denkmalgerecht auf den neuesten Stand bringen konnten. Viele Firmen aus der Region waren daran beteiligt, stets in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde. So musste zum Beispiel die Dämmung innen angebracht werden, um die Fassade zu erhalten. „Jetzt haben wir in den Wänden innen eine Dämmung mit Lehmputz und Wandheizung“, erläutert Bauherr Stefan Triebs. Die Wandheizung war erforderlich, da die Fußbodenheizung allein die mehr als drei Meter hohen Räume nicht ausreichend hätte erwärmen können. „Das Prinzip der Wandheizung wird zum Beispiel auch in Kirchen verwendet“, sagt Stefan Triebs. Im Fußboden ist zudem Glasschaum als Dämmmaterial verlegt worden. Darüber ziert geöltes Eichenholzparkett, verlegt nach historischem Vorbild, den großzügigen Wohnbereich. 

Geheizt wird mit einer Solartherme, unterstützt durch eine Flüssiggasheizung. Der Tank dafür steht im Garten. Für die energetische Sanierung konnten die Triebs‘ auch ein zinsgünstiges Darlehen der Kfw-Bank in Anspruch nehmen. Alles in allem haben sie trotzdem weit mehr in das Projekt gesteckt, als anfangs gedacht und das ursprünglich gedachte Budget mehrmals aufstocken müssen. Bei der Einrichtung sind die Triebs daher bescheiden geblieben: in der Küche stehen ein einfacher Herd und Schränke statt einer Einbauküche. Im Flur haben Stefan und Ines Triebs in einer Nische ein Schuhregal selbst gebaut. Das Obergeschoss ist auch noch nicht ganz fertig, es fehlen noch ein paar Türen, Lampen, Möbel für das Gästezimmer. Dennoch haben sich die fünf Triebs‘ schnell in ihrem neuen Domizil eingelebt. Bereut hat das Ehepaar seine Entscheidung nie. „Dieses Raumgefühl ist großartig, und wir haben in den Jahren auch so viel gelernt und konnten letztlich auch die Skeptiker überzeugen“, sagt Stefan Triebs.

Nach und nach warten nun die nächsten Schritte. Denn innen ist erst die Hälfte des Hauses fertig. In den linken Bereich sollen noch eine Mietwohnung und ein Büro einziehen. Außerdem wünscht sich das Ehepaar eine große Terrasse, die sich ans Haus schmiegt und von der aus der Blick auf den Garten und das freie Feld dahinter fällt. Auch diesen Traum, da sind sich die Triebs‘ sicher, werden sie irgendwann wahr machen. Iris Hellmann

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/die-meisten-haben-uns-fuer-verrueckt-erklaert-2803684.html


Mehr Zuzüge, weniger Einwohner

25.03.2014

Bautzen ist als Wohnort attraktiv, trotzdem sinkt die Einwohnerzahl. Dieses zwiespältige Bild ergibt sich aus dem aktuellen Statistikbericht der Stadtverwaltung Bautzen. Gestern wurden die Zahlen veröffentlicht. Auf der Habenseite steht demnach die Zuzugsbilanz: Weil mehr Menschen nach Bautzen kamen, als von hier weggingen, stieg die Einwohnerzahl auf diesem Wege um 89Personen. Negativ fällt hingegen die Geburtenbilanz aus: Zwar stieg die Zahl der Babys leicht an – auf 373. Allerdings starben zugleich 554 Bautzener.

Unterm Strich sank die Einwohnerzahl von Bautzen deshalb auf 40045. Das entspricht einem Rückgang um 0,2Prozent. Ähnlich entwickelt sich im vergangenen Jahr auch die Einwohnerzahl von Görlitz (minus 0,1Prozent). Beide Städte stehen damit deutlich besser da als ihr Umland. Im Landkreis Bautzen schrumpfte die Einwohnerzahl 2013 um 0,7Prozent. Im Landkreis Görlitz waren es 0,8Prozent. Stark von diesem Trend betroffen sind die Städte Hoyerswerda, Niesky und Weißwasser, die pro Jahr mehr als ein Prozent der Bevölkerung verlieren. (SZ)

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/mehr-zuzuegeweniger-einwohner-2804290.html 


Weiter Blick von Guhra

Von Weitem ist der alte Wasserbehälter eher unscheinbar. Doch von oben lässt er weit blicken. ©uwe soeder

Ein Aussichtsturm soll auf einem alten Wasserbehälter entstehen. Von dort kann man fast bis zum Jeschken schauen.

25.03.2014 Von Kerstin Fiedler

Nein, bis zum Hausberg von Liberec konnte der Puschwitzer Bürgermeister Stanislaus Ritscher gestern nicht schauen. Aber bei guter Sicht ist das mit dem Fernglas schon jetzt möglich, sagt er. Bei einem Spaziergang vor etwa zwei Jahren fiel ihm der alte Wasserbehälter auf einer Anhöhe bei Guhra auf, der zurzeit nicht mehr genutzt wird, auf. Und so stellte die Gemeinde einen Antrag im Förderprogramm für die ländliche Entwicklung, um dort einen Lehrpfad mit anschließendem Aussichtsturm zu gestalten. Der Gemeinderat hat jetzt die Eigenmittel in Höhe von 18000 Euro in den Haushalt eingestellt.

Insgesamt kostet das Vorhaben gut 71000 Euro. „Im September wurde ich von der Förderstelle gefragt, ob wir dieses Vorhaben noch immer vorantreiben wollen“, sagt Stanislaus Ritscher. Da sei noch Geld vorhanden gewesen. Deshalb nun die Entscheidung, diesen Lehrpfad anzugehen. Viele Bürger aus Guhra und Neu-Jeßnitz gehen am Wochenende hier gern spazieren. Die Gemeinde hat vor zwei Jahren dort bereits alte Bäume beschnitten. Doch die wachsen nun wieder nach. Entstehen soll ein Spazierweg mit heimischen Bäumen und Sträuchern. In der Talsohle gibt es schon Ersatzpflanzungen von einer Straßenbaumaßnahme. Und da von oben vor allem auch Objekte der alternativen Energiegewinnung zu sehen sind, sollen Informationstafeln über Biogasanlagen, zum Beispiel in Radibor, den Windpark gleich vor der Tür und vielleicht auch über Solaranlagen informieren. Für den Turm, der auf den alten Wasserbehälter kommen soll, gibt es schon mehrere Interessenten, die ihn bauen wollen. Er soll etwa 14 Meter hoch und aus Metall sein.

Den Puschwitzern liegt der Naturschutz am Herzen. Und so soll das Gelände natürlich gestaltet werden. Bei einer Baumschule startete die Gemeinde daher schon eine Anfrage, wie das aussehen könnte. Nun wartet der Bürgermeister auf die Fördermittelbestätigung. Außerdem wollen die Gemeinderäte versuchen, Sponsorengelder aufzutreiben, damit der Eigenanteil der Gemeinde sinkt. Auch weitere Ideen wurden im Gemeinderat angesprochen. So könnte eine Persönlichkeit aus Guhra gewürdigt werden. Auch die alte Nagelsche Säule, ein Vermessungspunkt aus dem Königreich Sachsen, die bis 1865 in Wetro stand, könnte hier einen Platz finden.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/weiter-blickvon-guhra-2804227.html


Puschwitz baut die Schulden ab

Straßen und ein Lehrpfad stehen im Haushalt für dieses Jahr. Aber viel mehr wird nicht investiert.

13.03.2014 Von Kerstin Fiedler

Für die Gemeinde Puschwitz wird es auch in diesem Jahr keine großen Sprünge geben. Dennoch ist Kämmerin Liliana Wetzko nicht unzufrieden. Denn in der Rücklage ist so viel Geld, um alle Vorhaben zu meistern. Und das, obwohl Puschwitz in diesem Jahr erneut die sogenannte Finanzausgleichsabgabe zu zahlen hat und deshalb keine Zuweisungen vom Freistaat erhält. Die Abgabe haben Kommunen zu zahlen, die im Verhältnis zu ihren Einwohnerzahlen zu viel Gewerbesteuer erhalten. Dass diese eventuell im nächsten Jahr zurückgezahlt werden müssen, spielt keine Rolle. Puschwitz ist bereits zum zweiten Mal in dieser Situation. Dennoch kann die Gemeinde ihre Kredite weiter tilgen. 975000 Euro sind das noch für die Siedlung Wetro. Durch die geringen Zinsen geht der Schuldenabbau nun schneller.

Den größten Posten in der Investitionsplanung nimmt der Eigenanteil der Gemeinde für die Beteiligung am Ausbau der Kreisstraße Puschwitz – Neu-Jeßnitz ein. Rund 190000 Euro sollen hier für Gehweg, Beleuchtung und Entwässerung ausgegeben werden. „Die Puschwitzer Räte haben das lange Zeit nicht eingesehen, denn wer braucht in unseren kleinen Orten einen Gehweg“, erläutert Liliana Wetzko. Doch die Förderung für die Gesamtplanung der Kreisstraße kommt nur, wenn auch Gehweg und Beleuchtung gebaut werden – und daran muss sich die Kommune beteiligen.

Etwa 30000 Euro plant die Kämmerin für die Instandhaltung und Reparatur von Gemeindestraßen ein, 5000 Euro für die Gewässer, für die die Gemeinde zuständig ist. Auch für die Feuerwehr wird dieses Jahr wieder Geld ausgegeben – etwa 10000 Euro. Hier hofft Puschwitz auf Fördermittel. Die hat die Gemeinde auch über das Förderprogramm im ländlichen Raum beantragt. Und zwar für einen Lehrpfad über alternative Energien, an dessen Ende in Guhra ein Aussichtssturm entstehen soll, von dem aus man Biogasanlagen, Windräder oder Solaranlagen sehen kann. 71 000 Euro soll das Vorhaben kosten, davon sind etwa 53000 Euro Förderung. Für die Gestaltung dieses Lehrpfads gibt es schon viele Ideen. „Damit wir endlich nicht immer nur Schulden verwalten, sondern auch mal was gestalten können“, sagt Gemeinderat Bernhard Ziesch.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/puschwitz-baut-die-schulden-ab-2795814.html


Ländlicher Raum, Landwirtschaft und Naturschutz-Schwerpunkte bei Förderung

Medieninformation des SMUL

11.03.2014, 14:00 Uhr

Entwicklungsprogramm für den Ländlichen Raum zur Anhörung freigegeben

Das Kabinett hat heute (11. März 2014) den Entwurf des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum (EPLR) für die EU-Förderperiode 2014 bis 2020 zur Anhörung freigegeben. Das Programm bestimmt, wie im Freistaat Sachsen die Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes eingesetzt werden sollen. „Der vorliegende Entwurf ist eine gute Grundlage für die Förderung von Land- und Forstwirtschaft, des Naturschutzes sowie für die Entwicklung unserer ländlichen Gebiete“, sagte Staatsminister Frank Kupfer. „In der neuen Förderperiode stehen uns dafür rund 1,1 Milliarden Euro zur Verfügung. Damit wollen wir die erfolgreiche Förderpolitik von 2007 bis 2013 fortsetzen.“

Kupfer betonte, dass der Freistaat bei der Förderung für den ländlichen Raum an den wesentlichen Inhalten und Schwerpunkten der EU-Förderperiode 2007-2013 festhalten will. „Bei der ländlichen Entwicklung soll die Verantwortung für den Einsatz der Fördermittel auch weiterhin in den Regionen bleiben. Die Menschen vor Ort müssen auch in Zukunft entscheiden können, welche Projekte sie fördern wollen, um ihre Dörfer noch attraktiver und lebenswerter zu machen.“ In der neuen EU-Förderperiode sollen die einzelnen Regionen noch mehr Freiheiten erhalten. Konnten die Gebiete bisher aus einer Liste von Fördermöglichkeiten mit festgelegten Förderhöhen auswählen, so sollen sie künftig allein auf der Grundlage ihrer Strategie selbst entscheiden, für welche Projekte sie wie viel Geld zur Verfügung stellen wollen. Mit einem Anteil von 40 Prozent an den Ausgaben des EPLR unterstreicht die sächsische Staatsregierung auch finanziell die große Bedeutung der ländlichen Entwicklung.

Gut 29 Prozent der Gelder des EPLR sind für die Förderung von flächenbezogenen Agrar-, Umwelt- und Klimamaßnahmen eingeplant. „Wir fördern damit den Erhalt und die klima- und umweltgerechte Bewirtschaftung der Kulturlandschaft durch die Landwirtschaft“, so der Minister. „Hier geht es unter anderem um den Verzicht auf Pflanzenschutz- und Düngemitteln oder um die Schaffung von Lebensräumen für Wildpflanzen und Vögel.“

Für die Förderung von Investitionen in der Landwirtschaft sind rund 18 Prozent der Mittel vorgesehen. „Dabei wollen wir vor allem die Investitionen in die tiergerechte Haltung besonders unterstützen“, sagte Kupfer. „Landwirte, die zum Beispiel in mehr Platz, besondere Bodenbeläge, mehr Einstreu oder Beschäftigungsgeräte für ihre Tiere investieren, sollen zusätzlich zur Basisförderung einen 15-prozentigen Bonus erhalten. Hinzu kommen neue Förderangebote, mit deren Hilfe Innovationen aus der Forschung in die landwirtschaftliche Praxis vermittelt oder umgekehrt Ideen aus der landwirtschaftlichen Praxis wissenschaftlich weiterentwickelt werden können.

Die geplanten Fördermittel für Naturschutzmaßnahmen sollen sich im Vergleich zur vorangegangenen Förderperiode nahezu verdoppeln. 4,6 Prozent der Ausgaben stehen für Artenschutz- und Biotopschutzprojekte sowie für Schulungen von Landwirten bereit. Im Forstbereich werden vor allem der nachhaltige Waldumbau und die Waldkalkung unterstützt. Neu ist die vorgesehene Förderung von Waldbrandüberwachungssystemen.

Weitere Mittel werden für die Abfinanzierung von Verpflichtungen aus der zu Ende gegangenen Förderperiode sowie für die verwaltungstechnische Abwicklung des Programms eingesetzt.

Quelle: www.medienservice.sachsen.de/medien/news/190651  


Firmen laden Mädchen und Jungen ein

07.03.2014

Bautzen. In 35 Unternehmen und Einrichtungen im Kreis Bautzen können Mädchen beim Girls Day am 27. März ausprobieren, welche Aufgaben Kfz-Mechatroniker, Mediendesigner, Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik oder eine Fachangestellte für Bäderbetrieb erfüllen müssen. Auch Polizei, Feuerwehr sowie Bundeswehr lassen an ihrem beruflichen Alltag teilhaben. Ebenso hat die Studienakademie Bautzen ihre Türen zum Kennenlernen der Studiengänge Medizintechnik, Elektrotechnik, Informatik und Ingenieurwesen geöffnet. Wenn Girls Day, dann ist zugleich Boys Day. Bei den für Männer eher untypischen Berufen stehen Angebote in 20 Unternehmen und Einrichtungen des Landkreises Bautzen zur Auswahl. Darunter gibt es Berufe aus den Bereichen Pflege, Soziales und Erziehung. (SZ)

Anmeldungen über den Beratungslehrer der Schule oder direkt beim Landratsamt in Bautzen unter 035915251-87600 oder per Mail an:

gleichstellung@lra-bautzen.de.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/firmen-laden-maedchen-und-jungen-ein-2791338.html


Der Landkreis Bautzen ist wirtschaftlich gut aufgestellt

Eine IHK-Studie schwört auf den Industriestandort Oberlausitz. An Fachkräften aber mangelt’s.

04.03.2014

Bautzen/Lauta.

Der Dresdner IHK-Hauptgeschäftsführer Detlef Hamann wirbt für den Landkreis Bautzen als besonders guten Wirtschaftsstandort in Sachsen. Dies war die Quintessenz eines Fachvortrages, den er jetzt im Technologiezentrum Lauta gehalten hatte. Die Basis seiner Überlegungen ist eine neue IHK-Studie.

Demnach ragt im Kammerbezirk Dresden anhand wichtiger Kennziffern der „Industriestandort Oberlausitz“ deutlich heraus. Während z.B. in Dresden in den letzten drei Jahren der Gesamtjahresumsatz der Betriebe (einschließlich Bergbau) von 6,4 auf 5,6 Milliarden Euro gefallen ist, hat der Landkreis Bautzen von 6,0 auf fast 6,6 Milliarden Euro zugelegt und damit den Wirtschaftsstandort im Elbtal überholt. Wobei der Unterschied nach wie vor in den Absatzmärkten liegt. „Der Landkreis ist kräftig im Inland unterwegs, hat aber Reserven beim Auslandsexport“, so Dr. Hamann. Während das verarbeitende Gewerbe in Dresden knapp 3 Milliarden Euro im Ausland umsetzt, schaffen es die Firmen im Landkreis „nur“ auf 1,24 Milliarden Euro – Tendenz in etwa gleichbleibend.

Interessant ist auch ein Blick auf die Anteile, die die Betriebe im Kreis am Gesamtumsatz im Kammerbezirk haben. Bei Nahrungs- und Futtermitteln sind es sage und schreibe 82 Prozent, aber auch bei Möbeln (42 Prozent) und elektrischen Ausrüstungen (41 Prozent) werden hohe Prozentwerte erreicht. Die positiven Zahlen werden auch durch Produktivitätskennziffern wie dem Gesamtumsatz je Beschäftigten untermauert. Jeder Mitarbeiter in Betrieben ab 50 Beschäftigten erwirtschaftet pro Jahr einen Umsatzwert von 334 000 Euro – während der Durchschnitt im Kammerbezirk nur 240 000 Euro sind, was in etwas auch die Betriebe im Landkreis Meißen und in Dresden schaffen, während die Kreise um Görlitz und Pirna deutlich darunter liegen. In Gesamtsachsen liegt beim Gesamtumsatz nur der Kreis Zwickau vor dem Landkreis Bautzen und der Stadt Leipzig.

Die in den Betrieben abgefragten Wirtschaftsprognosen sehen leicht positiv aus. 14 Prozent der Firmen erwarten Besserungen, 11 Prozent Verschlechterungen. Risiken lägen vor allem bei den Energiepreisen und bei den Arbeitskosten. Aber auch der wachsende Fachkräftemangel macht Sorgen – im Landkreis Bautzen sogar deutlich stärker als im Kammerbezirksmittel. Dies hängt vor allem an der Demografie. So sinkt die Zahl der 20- bis 65-jährigen Erwerbstätigen im Landkreis von derzeit 188 000 auf 142 000 bis 2025. Kreiswirtschaftsförderer Andreas Heinrich sieht in der Kooperation mit der Stadt Dresden gewisse Chancen, dem entgegenzuwirken: „Wir wollen und müssen unser Standortpotenzial gemeinsam ausbauen.“ (SZ)

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/der-landkreis-bautzen-ist-wirtschaftlich-gut-aufgestellt-2788716.html


35. Bundestagung der DLKG vom 16. bis 18.09.2014 in Zwickau

Mit der 35. Bundestagung „Dorfumbau: Dörfer entstehen im Kopf! Wie können die Veränderungsprozesse mit den Menschen gestaltet werden? will die Deutsche Landeskulturgesellschaft - zusammen mit regionalen und bundesweiten Partnern - die Chancen eines ganzheitlichen Dorfumbaus auch unter Berücksichtigung der Instrumente der ländlichen Entwicklung (LEADER, ILE, Bodenordnung, Dorferneuerung) mit den Tagungsteilnehmern erörtern.

Anmeldeschluss ist der 05.09.2014!

Programm

Anmeldeformular


WETTBEWERB "Menschen und Erfolge" 2014: Bundesbauministerin Barbara Hendricks sucht Orte der Kultur und Begegnung auf dem Land

27.02.2014

Unter dem Motto „Orte der Kultur und Begegnung – Ländliche Räume lebens- und liebenswert erhalten“ hat Bundesbauministerin Barbara Hendricks den Wettbewerb „Menschen und Erfolge“ 2014 gestartet. Viele Bürgerinnen und Bürger ländlich geprägter Regionen engagieren sich aktiv für kulturelle Vielfalt und sozialen Zusammenhalt in ihrer Gemeinde. Diese Projekte möchte das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) mit dem Wettbewerb auszeichnen und einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen.

Mit dem Wettbewerb werden Projekte gesucht, die sich den Themenfeldern „Neue Kulturangebote im Ort“, „Neue Organisationsformen und Partnerschaften“ oder “Kultur und Begegnung in neuen Räumen“ zuordnen lassen.

Bis zum 13. April 2014 können Wettbewerbsbeiträge eingereicht werden. Die Preisträger werden im September in Berlin ausgezeichnet.

Ausführliche Informationen und Bewerbungsunterlagen finden Sie auf der Internetseite www.menschenunderfolge.de 


Neudorfer Kinder bekommen einen Spielplatz

Die Eltern im Ort engagieren sich schon lange für einen Treff. Dank Förderung geht’s jetzt voran.

25.02.2014

Er soll Kinderheide heißen, der neue Treffpunkt an der Straße durch Neudorf. Im Mittelpunkt dieses Platzes soll es einen Spielplatz geben. Das wünschen sich vor allem die Eltern, die sich seit 2012 engagieren und Spenden sammeln, um das Projekt zu stemmen. In Neudorf wohnen bei insgesamt etwa 150 Einwohnern immerhin 20 Kinder. Nun bekommen die Eltern sogar Hilfe durch die Gemeinde Malschwitz. Im Förderprogramm für die ländliche Entwicklung werden nämlich Spielgeräte gefördert. Und da Geld noch aus dem vergangenen Förderzeitraum jetzt zur Verfügung steht, hat der Gemeinderat zugestimmt, die nötigen Eigenmittel dazuzugeben. Von den insgesamt 16000 Euro gibt es 10000 Euro Förderung.

Doch nicht nur den Spielplatz soll es geben. Schon jetzt wird der Parkplatz an der Alten Schulstraße gern von Radtouristen genutzt. Die Leiterin des Malschwitzer Infrastrukturamtes, Nicole Stephan, weiß, dass dort oft Fahrzeuge mit Radanhängern oder Aufbauten halten, die dann weiter ins ausgeschilderte Radwegenetz, zum Beispiel verläuft der Spreeradweg durch Neudorf, starten. „Für die Touristen, sei es mit Rad oder zu Fuß, soll dann eine Sitzgruppe entstehen“, weiß Nicole Stephan.

Annett Jakob von der Elterninitiative in Neudorf freut sich schon auf das Frühjahr. „Dann werden wir mit der Vorbereitung beginnen“, sagt sie. Eine Sitzgruppe soll nun gekauft werden. „Wir haben das Glück, dass das ganze Dorf mitzieht“, sagt Annett Jakob. So kamen immerhin schon 2000 Euro an Spenden zusammen, unter anderem durch ein Kinderfest. Außerdem hoffen die Neudorfer auf weitere Hilfe. Einige Unternehmer werden noch angesprochen, auch Sachspenden in Form von Material für den Platz kommen den Initiatoren sehr gelegen. Auch ein Insektenhotel gibt es schon, Sträucher sollen gepflanzt werden. „Wir hoffen, dass dann bald die Bestätigung für die Fördermittel kommt, damit auch die Spielgeräte in Auftrag gegeben werden können“, sagt Annett Jakob. Das Projekt wird dann voraussichtlich von einer Firma aus dem Oberland umgesetzt. „Die Kontakte kamen durch Leute aus dem Dorf zustande“, sagt Annett Jakob. (SZ/kf)

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/neudorfer-kinder-bekommen-einen-spielplatz-2783346.html


Auslobung 9. Sächsischer Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft"

19.02.2014

Im Wettbewerb werden Dörfer gesucht, die mit Ideen und Tatkraft ihre Heimat lebenswert gestalten.

In den Kreiswettbewerben 2014 werden die Teilnehmer am Landesausscheid 2015 ermittelt. 2016 treten die besten Dörfer Deutschlands im 25. Bundeswettbwerb "Unser Dorf hat Zukunft" an.

Teilnehmen können Dörfer (räumlich geschlossene Orte) mit bis zu 3.000 Einwohnern.

Im Mittelpunkt des Wettbewerbes stehen der Wille und Einsatz der Dorfgemeinschaft, die Entwicklung des Ortes voranzubringen. Wer seine Ideen und Projekte vorstellen und auch von anderen Dörfern lernen möchte, findet alle Details und Unterlagen zum Wettbewerb unter:

www.laendlicher-raum.sachsen.de/dorfwettbewerb

Anmeldeschluss ist der 20. Juni 2014.

Ansprechpartner für die Kreiswettbewerbe sind die Landratsämter.


48 h-Aktion Landkreis Bautzen

18.02.2014

Die 48-Stunden-Aktion ist ein Wochenende, an dem ab Freitagmittag bis Sonntagmittag das ehrenamtliche Engagement junger Menschen gefragt ist.

Jugendgruppen setzen innerhalb der 48 Stunden ein selbst gewähltes Projekt ehrenamtlich um, mit dem Ziel, etwas Bleibendes für das Gemeinwesen zu schaffen.

2014 findet die Aktion vom 20.06. – 22.06. statt!

Die Anmeldung kann noch bis zum 30.04.2014 erfolgen!

Infos zur Aktion finden Sie unter: http://www.48h-bautzen.de


Wettbewerb »Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen« - Ideen säen, Innovationen ernten

Die Initiative »Deutschland – Land der Ideen« und die Deutsche Bank suchen zukunftsweisende Ideen und Projekte in ländlichen Räumen und Regionen.

Die Bewerbungsphase beginnt offiziell am 1. März und endet am 30. April 2014. Eine Registrierung ist jetzt schon möglich.

Weitere Informationen erhalten Sie unter folgendem Link:

Ausgezeichnete Orte im land der Ideen


Miteinander - Generationenpreis des Freistaates Sachsen 2014

Bei der erfolgreichen Gestaltung des demografischen Wandels kommt dem Miteinander der Generationen eine wesentliche Bedeutung zu. Mit dem Generationenpreis des Freistaates Sachsen 2014 soll der Dialog befördert und beispielhaftes Engagement von Kommunen, Institutionen und Vereinen, Unternehmen und privaten Initiativen öffentlich gewürdigt werden.

Das Preisgeld beträgt insgesamt 15 000 Euro.

Die Bewerbungsfrist endet am 14. März 2014.

Weitere Informationen zu Bewerbungsverfahren, -inhalten und Preisvergabe sowie die Bewerbungsunterlagen finden Sie unter folgendem Link:

Generationenpreis 2014


Landfrauenvereinlebt wieder auf

Hella Helm bemüht sich um die Neugründung einer Landfrauen-Gruppe. Foto: Carmen Schumann

Die engagierte Gemeinderätin Hella Helm will etwas für die Frauen auf dem Dorf bewegen –und sucht Mitstreiterinnen.

05.02.2014 Von Carmen Schumann

Den Hut aufsetzen will sich Hella Helm nicht. Aber etwas anschieben, so weit es in ihren Kräften steht. Der Landwirtin aus Eutrich bei Königswartha ließ es keine Ruhe, dass sich der Landfrauenverein Bautzen und Umgebung Ende 2008 auflöste. Der Grund sei damals die Überalterung der Mitglieder gewesen. Und die langjährige Vorsitzende Gisela Krauß hatte den Vorsitz aus familiären Gründen niederlegen müssen. Jetzt hat Hella Helm einen harten Kern von sechs Frauen um sich geschart, die den Landfrauenverein wieder beleben wollen.

 

Seit dem Frühjahr vergangenen Jahres nutzte die umtriebige Kommunalpolitikerin, die für die Linken im Gemeinderat Königswartha sitzt, ihre vielfältigen Kontakte, um für ihr Anliegen zu werben. Mit ersten Interessentinnen traf sie sich zu Vorgesprächen bei Kaffee und Kuchen. Die erste offizielle Zusammenkunft der in Gründung befindlichen Landfrauengruppe fand am 22. Januar im Kulturraum der Agrargenossenschaft Gnaschwitz statt. Ein Dutzend Interessentinnen besichtigte den neuen Stall der Genossenschaft in Techritz und erfuhr anschließend in einem Vortrag Wissenswertes zum Thema Milch. Die Vorsitzende der Gnaschwitzer Agrargenossenschaft, Dagmar Pawolski, gehört mit zum harten Kern der Initiativgruppe.

Am Montag besuchte Hella Helm die von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) ins Leben gerufene Konferenz zur Entwicklung des ländlichen Raumes in Limbach-Oberfrohna. Dort kam sie mit der seit einem Jahr amtierenden Vorsitzenden des Sächsischen Landfrauenverbands, Iris Firmenich, ins Gespräch. „Es gelang mir, sie für unsere nächste Zusammenkunft zu gewinnen“, freut sich Hella Helm. Diese findet am 18. Februar im Bischof-Benno-Haus in Schmochtitz statt. „Wir erhoffen uns von ihr wertvolle Anregungen für unseren weiteren Weg“, sagt Hella Helm.

Eckpunkte für die nächsten Monate sind schon abgesteckt. Die Zusammenkünfte finden jeweils am dritten Dienstag im Monat statt. Am 18. März wollen die Frauen im Kulturraum der Agrargenossenschaft Gnaschwitz in Techritz Ostereier bemalen. Im April steht ein Besuch in Radibor auf dem Plan. Im Mai wird das Haus der Tausend Teiche in Wartha und im Juni der Totholzpark Caminau besucht. „Das Schöne ist, dass für jede dieser Veranstaltungen jeweils eine unserer Frauen die Verantwortung übernimmt“, sagt Hella Helm. Weitere Ideen sind schon im Schwange, so Besuche in der Milchwelt Kotten, der Burg Mortka oder die Besichtigung verschiedener Bauernhöfe. Doch es geht nicht nur um Bildungsreisen, sondern auch darum, Netzwerke zu knüpfen, sich gegenseitig besser kennenzulernen, Probleme aufzugreifen.

„Wir hoffen, durch Mundpropaganda eine wachsende Zahl von Frauen um uns zu scharen“, sagt Hella Helm. Leicht wird es nicht werden, darüber ist sich die 67-Jährige im Klaren. Gerade die Jüngeren zu erreichen, sei sehr schwer. „Wir wollen niemanden verschrecken, indem wir bereits mit einem Aufnahmeformular winken“, sagt sie. Wichtig sei es, dass der Zusammenhalt und die Nachbarschaftshilfe in den Dörfern wieder besser auflebt, wie es früher gang und gäbe war.

„Wir wollen, dass Frauen zusammenkommen und sich nicht in ihren Häusern verkriechen“, sagt Hella Helm. Schön wäre es ja auch, die eine oder andere Frau dafür begeistern zu können, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren. „Die große Welt werden wir nicht verbessern können, aber es sollte uns doch gelingen, dass wir aus dem, was wir haben, das Beste machen“, wünscht sich Hella Helm. Im Sommer soll der Landfrauenverein offiziell neu gegründet werden. Ein konkreter Termin steht aber noch nicht fest.

Kontakt zu Hella Helm: 035931 20377

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/landfrauenvereinlebt-wieder-auf-2768916.html


Fördermittel lassen Apfelsaft fließen

Zur Regionalkonferenz der LEADER-Region Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft kamen Vertreter aus Kommunen, Unternehmen und Vereinen zusammen. Foto: AK

Die Regionalkonferenz der LEADER-Region zog Bilanz der letzten Förderperiode. Neues Geld gibt es nicht vor 2015.

03.02.2014 Von Andreas Kirschke

Die von der Europäischen Union geförderte LEADER-Region Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft lebt stark vom bürgerschaftlichen Engagement. „Hier sind mehr als 300 eingetragene Vereine in Sport, Kultur, Musik und weiteren Bereichen ehrenamtlich tätig“, unterstrich Regionalmanager Rudolf Richter zur vierten Regionalkonferenz der LEADER-Aktions-Gruppe Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. In der Krabat-Milchwelt Kotten stellte er den rund 100-seitigen Bewertungsbericht der vergangenen Förderperiode 2007–2013 vor.

Insgesamt 198 Projekte konnten dank des Förderprogramms Integrierte Ländliche Entwicklung (Ile) realisiert werden. Insgesamt 50 Millionen Euro wurden investiert. Davon waren 18 Millionen Euro Förderung. Sie zielten auf verschiedenste Bereiche. „Bei den 59 Projekten Wohnraum konnten wir allein 57 junge Familien fördern. Hier ging es um Projekte, die eine Wiedernutzung oder Umnutzung ländlicher Bausubstanz zu Wohnraum beinhalten“, erläuterte Rudolf Richter. Insgesamt 15 gewerbliche Projekte erhielten Förderung. Dazu zählten unter anderem zwei Physiotherapien, eine Mosterei, ein Regionalladen, eine Autowaschanlage, das Projekt Kreative Freizeitwelten und das Projekt Lausitzer Naturbaustoffe. Sechs Maßnahmen für Schulen wurden gefördert. Förderung erhielten die Kommunen auch für die Kindergärten in Oßling, Milkel, Weißenberg und Wurschen. „Bereits drei Projekte in Kirchen konnten wir fördern“, unterstrich der Regionalmanager. „Noch zwei Projekte folgen – aktuell in Klix und in Luppa jeweils für das Kirchendach.“

Die Inhalte der neuen Förderperiode 2014–2020 werden derzeit diskutiert im Sächsischen Umweltministerium. Evelyn Frühauf, LEADER-Koordinatorin im Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, sprach von einem langwierigen, komplexen Prozess. „Vor Anfang 2015 ist nicht mit Fördermitteln zu rechnen“, stellte sie klar. An den Kern-Inhalten wollen die Fördermittel-Geber festhalten. Rückendeckung erhalten sie durch eine Befragung zur LEADER-Periode 2007–2013 bei Teilnehmern. Von den Befragten fanden 100 Prozent das Leitbild, 89 Prozent die Ziele und 89 Prozent die Handlungsfelder des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK) nach wie vor aktuell. Die Schlüsselprojekte wurden von 45 Prozent der Befragten noch als aktuell eingestuft. „Die Fortschreibung des Konzepts mit inhaltlichen Anpassungen und der Erarbeitung von Projektvorschlägen gehört zu den wichtigsten Aufgaben der nächsten Förderperiode“, so Rudolf Richter.

Zur LEADER-Region Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft gehören 16 Städte und Gemeinden auf 670 Quadratkilometern Fläche mit 80000 Einwohnern. Das Fördergebiet erstreckt sich von Oßling im Westen bis Weißenberg im Osten und von Wittichenau im Norden bis Burkau im Süden. Diese Region weist auch Besonderheiten auf. Sie liegt mitten im Siedlungsgebiet der Sorben. Sie hat mit der über 1000 Jahre alten Stadt Bautzen den stärksten Wirtschaftsstandort mit den meisten Arbeitsplätzen. Sie hat zugleich eines der größten wirtschaftlich entwickelten Teichgebiete Deutschlands und Teile des einzigen UNESCO-Biosphärenreservates in Sachsen. „Das regionale Leitbild »Tradition und Zukunft« sollte beibehalten werden“, unterstrich der Regionalmanager. Die Bevölkerungszahl in der LEADER-Region, so erläuterte er, geht von 82100 im Jahr 2011 auf 79200 im Jahr 2015 weiter zurück. Die Prognose für 2025 sind 72400 Einwohner.

Kommunen, Unternehmen, Vereine und Bürger sammelten in den vergangenen sechs Jahren unterschiedliche Erfahrungen. Nebelschütz zum Beispiel beantragte für den Bau des neuen Kindergartens Ile-Mittel. „Zwar gab es ein positives Votum im Koordinierungskreis. Doch es gab kein Geld, weil der Freistaat Maßnahmen wie Hochwasser-Schutz, Straßenbau, Schulbau plötzlich vorzog und über Ile förderte“, sagte Bürgermeister Thomas Zschornak. Seine Anregung für die Zukunft: Die Fachförderung einzelner Ministerien sollte nicht über das LEADER-Gebiet finanziert werden. Sie sollte bei den Ministerien bleiben. Für private Projekte, so Thomas Zschornak, gibt es derzeit hohe bürokratische Hürden. Sie schrecken viele Familien ab, Fördermittel zu beantragen. Zudem müssen sie ihr Projekt vorfinanzieren. „Hier sollte es dringend Vereinfachungen geben.“

Andere Erfahrungen sammelte die Gemeinde Burkau. 2012 baute sie ein Rückhalte-Becken zum Schutz vor Hochwasser in Taschendorf. Rund 500000 Euro kostete die Maßnahme. Dafür gab es rund 70 Prozent Förderung. „Die Abrechnung hinterher war kompliziert. Sie dauerte bis weit in das Jahr 2013 hinein“, sagte Bürgermeister Sebastian Hein. „Im Abrechnungsverfahren sollte es Vereinfachungen geben.“

Bewertungsbericht 2007–2013 zum Nachlesen: www.ohtl.de.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/foerdermittel-lassen-apfelsaft-fliessen-2766501.html


LEADER – weitere Informationen

03.02.2014

NAME: LEADER steht für französisch „Liaison entre actions de développement de l´économie rurale“ (deutsch: Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft). Hintergrund: Für die Entwicklung des ländlichen Raums in der EU wurde durch eine Verordnung des EU-Rates 2005 der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums (ELER) beschlossen.

Schwerpunkte: Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft durch Förderung der Umstrukturierung, der Entwicklung und Innovation// Verbesserung der Umwelt und Landschaft// Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum und Förderung der ländlichen Wirtschaft// Der vierte Schwerpunkt LEADER soll übergreifend über die drei Ziele hinaus wirken.

Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft: Sie ist am LEADER-Wettbewerb in Sachsen seit 2007 beteiligt. Für die Bewerbung war die Erarbeitung eines Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) notwendig. Träger zur Umsetzung des Konzepts ist der Verein zur Entwicklung der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft e.V.

Kontakt: Regionalmanagement des LEADER-Gebietes Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, 035931 16560, regional@ohtl.de www.ohtl.de

Quelle: Bericht zur „Abschluss- evaluierung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes ILEK 2007–2013 und Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für die Fortschreibung des ILEK 2014– 2020 in der LEADER-Region Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft“

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/leader-weitere-informationen-2766497.html


„Die sorbischen Vereine sind handlungsunfähig“

Benedikt Dyrlich, der Vorsitzende des Sorbischen Künstlerbundes, fordert, dass verbindliche Zusagen über finanzielle Zuwendungen an sorbische Einrichtungen gemacht werden. Foto: SZ/Uwe Soeder

31.01.2014

Bis zu einer Million Euro sollen in diesem Jahr bei der Stiftung gekürzt werden.Vor allem den Künstlerbund trifft das hart.

Nur vorläufig gilt der im November beschlossene Haushaltsplan 2014 der Stiftung für das sorbische Volk. „Der Bund will seinen Anteil im Vergleich zu 2013 um 500000 Euro kürzen. Die Länder Sachsen und Brandenburg werden insgesamt 500000 Euro kürzen“, sagt Benedikt Dyrlich, Vorsitzender des Sorbischen Künstlerbundes. Mit Briefen an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel will der Verein wachrütteln. Über Anliegen, Echo und Hoffnungen sprach die SZ mit dem Vorsitzenden.

Herr Dyrlich, welchen Hintergrund hat der Brief an die Kanzlerin?

Er soll Notlagen bei der institutionellen und Projektförderungen offenlegen. Viele wissen in Berlin, Potsdam und Dresden nicht einmal, dass die freien sorbischen Initiativen, Vereine und Gruppen an der Basis faktisch handlungsunfähig sind. Die sorbische Stiftung musste ihre geplanten 200000 Euro für Projekte der sorbischen Vereine einfrieren. Unseren Künstlerbund hat es sehr hart getroffen, alle 20 geplanten Projekte für 2014 können nicht umgesetzt werden, die einzige Mitarbeiterin mussten wir entlassen. Das Fest der sorbischen Poesie wird wohl in diesem Jahr ausfallen. Buchlesungen, Konzerte und Ausstellungen sind gefährdet.

Worauf zielt der Brief an Angela Merkel?

Wir wollen eine Diskussion anstoßen. Jeder im Stiftungsrat weiß: 90 Prozent aller Fördermittel für die Sorben sind mit Tarifen verbunden. Wegen der Anpassungen der Tarife im öffentlichen Dienst und der Inflationsrate steigen jedoch die Kosten. Das wird durch die Fördermittel-Geber nicht in der

Konsequenz beachtet. Woran liegt das? Steckt gar politisches Kalkül dahinter?

 Für mich ist es Ignoranz oder Unkenntnis der Zusammenhänge und Nachlässigkeit einiger Vertreter im Stiftungsrat. Es zeigt, wie wenig Sensibilität und konzeptionelles Denken vorhanden ist. Der Bund, Sachsen und Brandenburg sind leider nicht in der Lage, eine abgestimmte Finanzpolitik bei der Förderung der sorbischen Stiftung zu organisieren.

Welche Fehlentwicklungen sind das?

Die einen unterschätzen und ignorieren die so dringend nötige langfristige Sicherung der Finanzierung. Die anderen erkennen nicht die Dimension und den Wert der sorbischen Sprache und Kultur, ihre Innovationskraft, ihre verbindende Rolle.

Welche Folgen hat das jetzt?

Wenn es keine Korrektur gibt, droht in der Endkonsequenz die Schließung komplett einer oder mehrerer sorbischen Kulturinstitutionen. Vor allem das Sorbische Nationalensemble ist existenziell gefährdet.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hatte am 12. Oktober verkündet, dass Bund, Sachsen und Brandenburg ab 2013 eine Million Euro zusätzlich zur Verfügung stelle…

Den großen Worten der Politik zum Jubiläum der Domowina sind leider nicht konsequente Taten gefolgt. Es gibt keine transparente Abstimmung zwischen den verantwortlichen Vertretern der Zuwendungsgeber. Wir brauchen ein verbindliches und mittelfristig angelegtes Finanzierungsabkommen zwischen Bund, Brandenburg und Sachsen. Nötig ist ein Staatsvertrag für zehn Jahre. Er sollte die Inflationsrate, die Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst und weitere Kosten beachten. Der Gesamt-Etat für stabile Finanzierung sorbischer Kulturinstitutionen, Wissenschaftseinrichtungen, Vereine und Projekte entspricht ungefähr dem Jahres-Etat eines mittleren Mehrsparten-Theaters mit Musik, Schauspiel, Orchester, Ballett. Er ist also eine überschaubare Größe.

Sie sprechen vom fehlenden politischen Willen. Fehlt es auch am Reformwillen der Sorben selbst?

Ja, es fehlt auch ein gewisser Reformwille in der Lausitz. Derzeit fließen 90 Prozent der Mittel in die Förderung der Institutionen. Mir gefallen Vorschläge, mit denen dieser Anteil auf 85 oder gar 80 Prozent gesenkt werden könnte. Die Bautzener Theaterbühnen, so der Vorschlag des Sorbischen Künstlerbundes seit Februar 2010, sollten fusionieren. Damit könnten Mittel frei werden für Projekte, für die sich Institutionen genauso bewerben könnten wie Vereine, Initiativen sowie Kommunen. Wer Eigen- und Drittmittel aufbringt, könnte dann entsprechend gefördert werden. Die Jugendarbeit und neue Medien könnten angekurbelt werden.

Ein zweiter Brief des Künstlerbundes ging an Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Worauf zielt dieser?

Wir wollen mit ihm offen über die Interessenkonflikte in der Lausitz sprechen. Es geht um den Konflikt Ökonomie-Ökologie. Es geht um den Konflikt zwischen Braunkohle, Kaolin und historisch gewachsenen sorbischen Kulturlandschaften. Wie können wir Arbeitsplätze halten und neue schaffen? Wie können wir zugleich einmalige Sprach- und Siedlungsräume vor einer zügellosen Industrie schützen und entwickeln helfen? Wir wollen einen Dialog über die Neu-Regelung des Bergbau-Rechtes anschieben.

Gespräch: Andreas Kirschke

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/die-sorbischenvereinesind-handlungsunfaehig-2765231.html 


Abschlussevaluierung EU-Förderperiode 2007-2013

29.01.2014

In der Koordinierungskreissitzung am 28.01.2014 in Kotten wurde der Abschlussevaluierungsbericht der LEADER-Region OHTL für die EU-Förderperiode 2007-2013 bestätigt und in der nachfolgenden 4. Regionalkonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Bericht steht Ihnen zum Download zur Verfügung.


Einladung zur Mitgliederversammlung sowie 4. Regionalkonferenz der LAG des LEADER-Gebietes Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft am 28.01.2014 im Veranstaltungssaal der KRABAT- Milchwelt in Kotten

14.01.2014

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu unserer nächsten Mitgliederversammlung sowie zur 4. Regionalkonferenz laden wir Sie am Dienstag, den 28.01.2014 um 14.00 Uhr in den Veranstaltungssaal der KRABAT-Milchwelt nach Kotten 2, 02997 Wittichenau herzlich ein.

Folgende Tagesordnung ist vorgesehen:

  1. Eröffnung der Regionalkonferenz – Begrüßung Herr Marko Kowar, Vorsitzender des Vereins zur Entwicklung der OHTL e.V.
  2. Begrüßung durch den Gastgeber Herr Tobias Kockert, Geschäftsführer KRABAT-Milchwelt
  3. Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Evaluierung des LEADER-Gebietes OHTL 2007- 2013 Herr Rudolf Richter, Regionalmanager OHTL
  4. Förderpolitik im ländlichen Raum im Fokus des Freistaates Sachsen 2014-2020 Frau Evelyn Frühauf, LfULG

Im Anschluss der Veranstaltung besteht die Möglichkeit die KRABAT-Milchwelt bei einem Rundgang kennenzulernen. Bei einer Käseverkostung und einem kleinen „Die Lausitz schmeckt“ – Buffet wollen wir die Förderperiode 2007-2013 ausklingen lassen und gemeinsam ins Gespräch kommen.

Mit freundlichen Grüßen

Marko Kowar                                     Rudolf Richter
Vereinsvorsitzender                          Regionalmanager


Kongress Ländlicher Raum - Vielfalt leben am 03.02.2014 in Limbach-Oberfrohna

10.01.2014

Die Entwicklung des ländlichen Raumes gehrt im Freistaat Sachsen zu den wichtigsten Aufgaben für die Zukunft. Hierfür hat die Sächsische Staatsregierung bereits im Jahr 2012 entsprechende Leitlinien beschlossen, die als Diskussionsgrundlage in zehn Ideenbörsen zu unterschiedlichen Themenfeldern dienten.

Auf dem Kongress "Ländlicher Raum - Vielfalt leben" wird die Sächsische Staatsregierung ein vorläufiges Resümee dieser Veranstaltungen ziehen. Der Kongress möchte Anregungen geben, wie der ländliche Raum attraktiv weiterentwickelt werden kann. Dabei wird den sächsischen ILE- und LEADER-Regionen eine große Bedeutung beigemessen.

Der Kongress findet am Montag, dem 03.02.2014 von 17.00 Uhr bis ca. 21.00 Uhr in der Stadthalle, Jägerstraße 2, 09212 Limbach-Oberfrohna statt.

Die Einladung zur Veranstaltung mit dem Programm können Sie hier downloaden.

Zur Bildung von Fahrgemeinschaften melden Sie sich bitte beim Regionalmanagement!


Europabrief Nov. 2013 mit Neuigkeiten aus dem Europäischen Parlament

Mit den Aussagen des Europabriefes Nov. 2013 kann die Region OHTL optimistisch der neuen Förderperiode entgegen sehen und hoffen, dass entsprechend des Integrierten ländlichen Entwicklungskonzeptes auch in den kommenden Jahren vielseitige Projekte mit Hilfe von Fördermitteln verwirklicht werden können. 


Preisgekrönte Metamorphose

So schön kann ein ehemaliger Kuhstall aussehen. Die Gemeinde Nebelschütz erhielt beim Wettbewerb Ländliches Bauen einen Preis für den Umbau. Foto: Mathias Schumann ©- keine angabe im hugo-archivsys

Bauen auf dem Land: Ein früherer Rinderstall in Nebelschütz wurde zur Sozialwerkstatt. Das begeisterte die Juroren.

25.11.2013 Von Manuela Reuß

Nebelschütz hat es vorgemacht. Ein alter, ausgedienter und heruntergekommener Kuhstall muss nicht unbedingt abgerissen werden. Man kann so ein marodes Gemäuer auch in ein kleines architektonisches Schmuckstück verwandeln, in welches wieder Leben einkehrt.

Die Gemeinde Nebelschütz hat beim diesjährigen Wettbewerb „Ländliches Bauen“ in Sachsen einen ersten Preis für die Metamophose des Rinderstalls zur Sozialwerkstatt bekommen. Die Auszeichnung war mit 2000 Euro dotiert. Insgesamt wurden fünf erste Preise vergeben, u.a. auch für einen Scheunenumbau in Frankenthal. Staatsminister Frank Kupfer übergab die Auszeichnungen vergangene Woche in Thallwitz im Landkreis Leipzig.

Die Gemeinde Nebelschütz als Eigentümer und die Kamenzer Bildungsgesellschaft (Kabi) als Nutzer des Gebäudes hatten sich im Frühjahr für die Teilnahme am Landes-Wettbewerb entschieden. Als einer von insgesamt 141 Bewerbern. Die Jury suchte aus der Bewerberflut 34 Antragsteller heraus, um sich vor Ort ein entsprechendes Bild über ihre Bauten zu machen und am Ende vier Preisträger zu ermitteln.

Im Sommer stattete die Wettbewerbskommission auch der Gemeinde Nebelschütz einen Besuch ab, bei dem sie den umgebauten ehemaligen Stall am Ortsrand begutachtete. Kriterien bei der Inspektion waren die Energie-Effizienz, der Einsatz ökologischer Baustoffe oder eben auch die Wiedernutzung ländlicher Bausubstanz. Darüber hinaus ging es um den „demografiegerechten Um- und Rückbau der dörflichen Siedlungsstruktur“.

Bis 1990 kauten in der Stallanlage noch die Kühe. Danach stand das Gemäuer jahrelang leer und verfiel zusehends. Dieser Schandfleck am Ortseingang von Nebelschütz war den Nebelschützern ein Dorn im Auge. Doch ein richtiges Konzept habe damals keiner gehabt, erinnerte sich Bürgermeister Thomas Zschornak seinerzeit. Ursprünglich sollte das Areal sogar abgerissen werden. Doch der Abriss wäre am Ende teurer geworden als eine Umnutzung. Deshalb entwickelten Gemeinde und Gemeinderäte die Idee, dort einen Bau- und Recyclinghof einzurichten. Ein paar Jahre später wurde auch der Außenbereich mit einem liebevoll angelegten Garten neu gestaltet. Inzwischen hat das erfolgreiche Projekt „Sozialwerkstatt“ in dem ehemaligen Rinderstall Fuß gefasst. Diese Verwandlung begeisterte die Juroren.

Der Sächsische Landeswettbewerb „Ländliches Bauen“ findet seit 1991 regelmäßig statt. Sein Anliegen ist es, Anregungen für die Bewahrung und Entwicklung ländlicher Baukultur zu geben und die Projekte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Mit modernen Lösungen wird gezeigt, dass zeitgemäßes Arbeiten und Leben im Dorf auch heute möglich ist.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/preisgekroente-metamorphose-2715906.html


Touristinformation bleibt nächstes Jahr dicht

Ein idyllischer Blick Richtung Schloss: Im ehemaligen Küchenpavillon (r.) befand sich bis vor Kurzem die Touristinformation der Gemeinde Neschwitz. Weil der Gemeinde Geld fehlt, muss sie jetzt ihre Türen schließen. Foto: SZ/Uwe Soeder

Neschwitz

Die Gemeinde ist knapp bei Kasse und kann den Anlaufpunkt nicht mehr betreiben. Wann sich das ändert, ist unklar.

25.11.2013 Von Kerstin Fiedler

Seit dem 28. Oktober ist die Touristinformation im Neschwitzer Schlosspark geschlossen. Das ist eigentlich nichts Ungewöhnliches, hat sie doch schon seit ihrer Einrichtung im sogenannten Küchenpavillon nur über die Saisonzeiten von April bis Oktober geöffnet. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Der Gemeinderat hat beschlossen, sie generell zu schließen.

Kultur ist Zuschussgebiet

Grund ist wie in vielen Fällen das Geld. Der Neschwitzer Bürgermeister Gerd Schuster (CDU) ist nicht gerade erfreut über diesen Fakt. „Wir haben von Anfang an gewusst, dass alles, was mit Kultur zu tun hat, ein Zuschussgeschäft ist. Aber in unserer derzeitigen schlechten finanziellen Situation müssen wir sehen, freiwillige Aufgaben abzustoßen. Und die Touristinformation ist eine solche freiwillige Aufgabe“, sagt Gerd Schuster. Mit der Schließung spart die Gemeinde Betriebs- und Personalkosten. Dennoch sollen Besucher im nächsten Jahr weiter gut informiert werden. Das ist auch mit der Touristischen Gebietsgemeinschaft „Heide und Teiche im Bautzener Land“ mit Sitz in Königswartha so abgesprochen worden. Die beiden Mitarbeiterinnen der Touristinformation wurden schon vor Längerem über das Vorhaben der Gemeinde informiert. Bei einer Kollegin läuft der befristete Arbeitsvertrag demnächst sowieso aus. Sie arbeitet solange in der Gemeindeverwaltung weiter. „Wir haben im Ressort der Standesbeamtin einen Bereich Tourismus. Dort werden auch weiterhin Anfragen beantwortet und Werbematerial verschickt. Abgeschlossene Verträge werden natürlich eingehalten“, sagt Gerd Schuster. Außerdem soll sich die Kollegin verstärkt um den Internetauftritt der Gemeinde kümmern. Die Werbeflyer werden aber auch durch die Touristische Gebietsgemeinschaft verteilt und in der Verwaltung ausliegen.

Mit der zweiten Kollegin, die bei Führungen gern ins Kostüm der Gräfin Lubomirska geschlüpft ist, gibt es einen Aufhebungsvertrag. „Sie bummelt noch Überstunden ab, nimmt ihren Resturlaub. Der Vertrag endet dann am 31. Dezember dieses Jahres“, sagt Gerd Schuster.

Wie es dann in der neuen Saison 2014 weitergeht, darüber muss die Verwaltung noch sprechen. „Wir wollen uns mit den Vereinen, die auch im Schlosspark ansässig sind, also den Kultur- und Heimatfreunden und dem Förderverein Sächsische Vogelschutzwarte, zusammensetzen und sehen, ob dort die eine oder andere Aufgabe mit übernommen werden kann“, sagt der Bürgermeister. Die Kultur- und Heimatfreunde sind ja die Hauptnutzer des Schlosses mit ihren Galerien und Konzerten. Thematische Führungen könnten eventuell über Honorarkräfte abgedeckt werden. – Ob es später wieder eine Touristinformation im Schlosspark geben wird, ist also völlig offen. „Das hängt ganz einfach an unserer Haushaltssituation. Wenn die sich bessert, kann ich mir durchaus vorstellen, auch wieder eine Touristinformation einzurichten“, sagt Gerd Schuster.

Die Touristinformation ist mit der Fertigstellung des dritten Pavillons, dem sogenannten Küchen- und Badepavillon, 2007 dort eingezogen. Zwischen April und Oktober war sie von Mittwoch bis Sonntag geöffnet. Im Pavillon haben auch der Landschaftspflegeverband Oberlausitzer Berg- und Teichlandschaft sowie die Kultur- und Heimatfreunde Räume. Es gibt das Eiscafé und einen kleinen Trausaal für Hochzeiten zwischen November und März. Hochzeiten im Schloss sind von der Schließung der Touristinformation nicht betroffen.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/touristinformation-bleibt-naechstes-jahr-dicht-2716084.html


Paulus-Schüler ziehen Montag wieder ein

Königswartha 

22.11.2013

Das Dach ist dicht. Mit einer Sondergenehmigung durften am Buß- und Bettag die Baufirmen an dem komplizierten Dachaufbau der freien Paulus-Schule arbeiten, um es für den weiteren Bauablauf dicht zu bekommen. Nun können am Montag die Schüler wieder einziehen. In den vergangenen zwei Tagen wurde sauber gemacht. Am Donnerstag wird Richtfest gefeiert.

Das Gebäude der ehemaligen staatlichen Mittelschule wird seit 2009 von der freien evangelischen Paulus-Schule genutzt. Derzeit lernen dort etwa 130 Schüler in fünf Schulklassen. Doch das Haus muss saniert werden. Deshalb zogen die Schüler für eine Übergangszeit in das Gelände der Grundschule. Neben einem neuen Dach gibt es nun einen vorgeschriebenen Fahrstuhl. Im Dachgeschoss entsteht eine Aula, die auch Speiseraum ist. (SZ/kf)

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/paulus-schueler-ziehen-montag-wieder-ein-2714229.html


„Die Gemeinde-Fusion hat nur Vorteile gebracht“

Gelungen: Der Krippenanbau in Guttau wurde im Herbst eingeweiht. Darin gibt es nun auch einen neuen Sanitärraum. ©uwe soeder

Malschwitz

Vor knapp einem Jahr wurde Guttau nach Malschwitz eingegliedert. Vieles ist seitdem gelungen, ein Problem bleibt.

21.11.2013

Die Gemeinde Malschwitz hat seit dem 1. Januar 24 Ortsteile mit gut 5000 Einwohnern. Die Gemeinde Guttau gibt es seitdem nicht mehr. Die SZ hat mit Bürgermeister Matthias Seidel (CDU) über dieses erste gemeinsame Jahr gesprochen.

Herr Seidel, wie fühlen Sie sich als Bürgermeister der größeren Gemeinde?

Ich habe ein sehr gutes Gefühl. Vor allem, weil auch die Gemeinderäte sehr gut harmonieren. Es gibt kaum Reibereien zwischen Malschwitz und Guttau, sondern es wird sachlich diskutiert. Und das, obwohl die Guttauer ja den Bürgermeister vorgesetzt bekommen und nicht gewählt haben. Ich hatte ehrlich gesagt mit mehr Problemen gerechnet.

Ist das nur Resignation der Bürger, dagegen nichts machen zu können?

Nein, das denke ich nicht. Schließlich sehen die Bürger ja, dass wir auch das, was wir uns vorgenommen haben, zu großen Teilen umsetzen. Mit den Investitionen haben wir da auch Zeichen gesetzt. Ich finde, dass es spürbar ist, dass Guttau ein Teil der Gemeinde Malschwitz ist. Obwohl ich auch gern zugebe, dass im Bereich Guttau schon eine hervorragende Infrastruktur geschaffen wurde. Da haben wir im Malschwitzer Teil noch Nachholebedarf.

Welche Investitionen wurden denn bereits abgeschlossen?

Es gab bei der Eingliederung ja eine Liste, was in Guttau und in den Ortsteilen erledigt werden soll. Davon ist ein Teil bereits umgesetzt worden. So der Anbau der Krippe in Guttau, Renovierungsarbeiten in der Grundschule Guttau, auch mit der Sanierung der Kita „Waldidylle“ in Halbendorf haben wir begonnen. Ende November werden die Kinder wieder einziehen. Kleinigkeiten werden nächstes Jahr erledigt.

Womit sind Sie bei der Umsetzung von Vorhaben für Guttau unzufrieden?

Unzufrieden kann man so nicht sagen. Aber es stehen einige Punkte auf der Liste, die wir nur abarbeiten können, wenn wir dafür Fördermittel erhalten. Das betrifft vor allem den Straßenbau im gemeindlichen Bereich. Auf die Sanierung der Kreisstraßen haben wir ja keinen Einfluss. Einige Vorhaben haben wir auch zurückgestellt, weil es wichtigere gibt. So haben wir uns noch nicht entschieden, den Fischereihof in Guttau zu kaufen. Beim Schulmuseum in Wartha sind wir dabei, die Kosten für die Sanierung der Fenster und der Heizung zu erfassen. Da ist zunächst nur das Dach repariert worden. Durch Förderung zur Hochwasserschadensbeseitigung werden wir in Halbendorf in der Gaststätte „Spreeperle“ noch einiges anschieben können, so neue Toiletten und den Saal. Da gibt es Absprachen mit dem Ortschaftsrat.

Worin sehen Sie denn nun die Vorteile der Fusion?

Zusammenfassend würde ich sagen, dass die Fusion nur Vorteile gebracht hat. Wir sind auf jeden Fall finanziell besser gestellt durch die höheren Zuweisungen. Durch den Zusammenschluss konnten wir zum Beispiel wieder einen Bauhofleiter einstellen, der zum einen die Verwaltung entlastet, auf der anderen Seite viel vor Ort bei den Bürgern ist und ihre Probleme kennt. Denn das wird mancher bedauern, dass die Arbeit vor Ort nicht mehr so persönlich ist.

In den vergangenen Monaten konnten einige Maßnahmen, zum Beispiel in Kitas, angeschoben werden. Woher kommt das Geld dafür?

Zum Teil aus zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen, zum Teil aus dem Verkauf von Olba-Grundstücken. Der stockte lange wegen Rückforderungsansprüchen, die nun teilweise geklärt sind. Wir haben deshalb immer gesucht, wo es noch Fördermittel gibt. Das war zum Beispiel im Kita-Bereich möglich. Wenn wir Glück haben, profitieren auch Neudorf – für den Spielplatz – und Lömischau – für einen generationsübergreifenden Treffpunkt – noch davon.

Wie sehen Sie die Gemeinde Malschwitz in der Zukunft?

Ich kann zunächst nur bis 2015 sprechen. Wenn ich Bürgermeister bleibe, möchte ich die Infrastruktur sichern. Schulen und Kitas sind wichtig für die Familien. Der Tourismus soll für die Gemeinde vorangetrieben werden. Ich möchte die Verschuldung minimieren. Für geplante Vorhaben arbeiten zurzeit einige Gemeinderäte an einem Konzept. In der nächsten Ratssitzung am Dienstag soll es vorgestellt werden. Gespräch: Kerstin Fiedler

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/die-gemeinde-fusion-hat-nur-vorteile-gebracht-2713398.html


Gemeinde kooperiert mit Biosphärenreservat

Malschwitz

14.11.2013

Die Gemeinde Malschwitz und das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft wollen ihre Zusammenarbeit vertiefen. So sollen unter anderem Vorhaben des einen vom anderen unterstützt werden. Ein erstes Beispiel ist die neue Brücke am Naturlehrpfad Guttauer Teiche – Olbasee. Hier haben Mitarbeiter des Bauhofs der Gemeinde in den vergangenen Wochen die Brücke instand gesetzt. Eine Zusammenarbeit mit dem Biosphärenreservat ist also bei der technischen Umsetzung von Bauvorhaben vorstellbar.

Im Gegenzug können die Kindertagesstätten in Kleinbautzen, Baruth, Malschwitz und Guttau von der pädagogischen Arbeit im Biosphärenreservat profitieren. Hier sollen demnächst verschiedene Projekte in Angriff genommen werden. (SZ)

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/gemeinde-kooperiertmit-biosphaerenreservat-2708772.html


Bauernhöfe statt Agrarfabriken

Sachsens Grüne wollen bei der Verteilung von EU-Förderungen vor allem kleine Betriebe stärken. ©dpa

Es geht um viele Milliarden Euro, mit denen die EU jedes Jahr Landwirte unterstützt. Wenn es nach Sachsens Grünen geht, soll die Agrar-Förderung zu einem Umbau der Landwirtschaft genutzt werden.

03.11.2013

Dresden.

Vor einem Sondertreffen der Agrarminister von Bund und Ländern am Montag in München haben Sachsens Grüne ihre Forderung nach einer Umverteilung der EU-Fördermittel zugunsten der bäuerlichen Landwirtschaft bekräftigt. Zwar würde dies die landwirtschaftlichen Großbetriebe im Freistaat Geld kosten, sagte der agrarpolitische Sprecher der Fraktion, Michael Weichert, der dpa. Langfristig zahle sich eine Begünstigung kleinerer und ökologisch wirtschaftender Betriebe aber für das Land und die Menschen aus. „‚Bauernhöfe statt Agrarfabriken‘ sollte deshalb der Leitgedanke der sächsischen Agrarpolitik werden.“

2011 habe Sachsen 295 Millionen Euro aus der EU-Förderung erhalten, allein 146 Millionen direkt an die landwirtschaftlichen Betriebe. Das seien 15 Prozent des deutschen Gesamtbetrages gewesen, erklärte Weichert. „Damit liegen wir auf Platz zwei der Bundesländer. Also im Prinzip eine sehr auskömmliche Situation, wenn man weiß, dass Sachsen von der Fläche und der Bevölkerung her ungefähr fünf Prozent der Bundesrepublik ausmacht.“

Kleine Betriebe, mehr Arbeitsplätze

Kritikern der Grünen-Pläne, die auf die Fördermitteleinbußen für Großbetriebe verweisen, warf er vor, auf hohem Niveau zu klagen. „Wir nehmen ihnen nicht das Geld weg, das sie verdient haben. Sondern man überlegt die Förderung neu.“ Das sei ein großer Unterschied. „Wenn wir so ein Konzept verfolgen, dass wir eine kleinteiligere und mit unterschiedlichen Betriebsstrukturen arbeitende Landwirtschaft wollen, dann müssen wir an der Stelle ansetzen, an der Hebel möglich sind. Und das ist bei der Subvention.“

Außerdem diene eine bäuerliche Landwirtschaft stärker der Entwicklung des ländlichen Raums, da sie kleinere und personalintensivere Betriebe begünstige. So beschäftigten Betriebe mit einer Fläche bis 200 Hektar im Durchschnitt 6 Arbeitskräfte pro 100 Hektar - größere Betriebe hingegen nur durchschnittlich 1,5. „Das ist das Vierfache, was kleinere bäuerliche Landwirtschaft an Arbeitsplätzen bringt.“ Dies führe zu einer Stabilisierung der Lebensqualität und Perspektive in lebendigen Dörfern.

Es stimme aber nicht, dass die Grünen ausschließlich bäuerliche Kleinbetriebe wollten. „Wir wollen eine vielfältige Betriebsstruktur, und zwar vom Nebenerwerber über den bäuerlichen Familienbetrieb bis hin zur Genossenschaft.“ Wichtiger als die Betriebsgröße sei das Konzept, sagte Weichert. Natürlich seien die Grünen für ökologische Landwirtschaft. „Das lässt sich ja auch wirtschaftlich begründen. Die Menschen wollen ja Bio-Produkte. Das sieht man doch auf jedem Wochenmarkt. Also, der Bedarf ist da, die Fläche ist da, man muss es nur wollen.“

Agrarminister verhandeln Verteilung der Mittel

Mit Blick auf die am Montag beginnende Sonderkonferenz der Agrarminister zur künftigen nationalen Verteilung der EU-Fördermittel sprach sich Weichert für eine Lösung mit unterschiedlicher Gewichtung der Flächen aus. „Für die ersten 30 oder 35 Hektar gibt es mehr als für den Rest.“ Die genaue Flächengröße müsse verhandelt werden. Wichtig sei aber, dass kleine Betriebe stärker von den Direktzahlungen profitieren. „Wir wären ja auch sehr für eine Kappungsgrenze gewesen. Dass man sagt, bei 300.000 Euro Subventionen ist Schluss. Aber das sehe ich nicht, das wird nicht kommen.“

Weichert forderte eine Umverteilung der Mittel aus der sogenannten ersten Säule der EU-Förderung, aus der die Direktzahlungen für die Betriebe geleistet werden, in die zweite Säule zur Förderung des ländlichen Raums. „Sachsens Agrarminister Frank Kupfer sollte sich dafür einsetzen, dass der von der EU vorgegebene Spielraum in Höhe von 15 Prozent in Deutschland voll ausgeschöpft wird.“

Überhaupt sollten öffentliche Fördermittel in der Landwirtschaft nur noch für die Wahrnehmung öffentlicher Interessen wie Naturschutz, artgerechte Tierhaltung oder Landschaftspflege durch die Landwirte eingesetzt werden. Fernziel müsse eine wirtschaftlich arbeitende Landwirtschaft ganz ohne Fördermittel sein. „Davon sind wir aber noch weit entfernt“, sagte Weichert.

Die EU-Staaten hatten sich nach langen Verhandlungen auf eine Agrarreform geeinigt. Diese muss nun von Bund und Ländern national umgesetzt werden. Ein erster Anlauf dazu war bei der Agrarministerkonferenz im August in Würzburg gescheitert. (dpa)

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/bauernhoefe-statt-agrarfabriken-2699427.html


Fördergeld für Straßen und Gebäude

Wittichenau

Mit EU-Unterstützung ist in Wittichenau in den vergangenen Jahren einiges passiert.

21.10.2013 Von Hagen Linke

Mit knapp 700 000 Euro sind in den vergangenen Jahren Projekte in Wittichenau durch das Förderprogramm Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) unterstützt worden. Diese Zahl nannte Rudolf Richter, Regionalmanager für die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft am Mittwochabend in der Sitzung des Wittichenauer Stadtrates. Vorgestellt wurde die Bilanz des Förderprojektes im Zeitraum von 2007 bis 2013. Die Stadt Wittichenau ist der nördlichste Teil des 17 Städte bzw. Gemeinden umfassenden Gebietes mit insgesamt rund 80000 Einwohnern.

Das EU-Förderprogramm unterstützt Kommunen, Privatleute und Firmen. Ziel ist die Entwicklung des ländlichen Raums. Fördergeld gibt es unter anderem für junge Familien, die im ländlichen Raum in Wohnraum investieren und damit die dörfliche Struktur erhalten. Unterstützung dafür floss in der Wittichenauer Region nach Kotten, Sollschwitz, Spohla und Keula. Gefördert werden aber auch Straßenbauprojekte, die Sanierung von Kulturdenkmälern oder Projekte zur Belebung des Arbeitsmarktes, wie die Versorgung von Dörfern mit Internet-Anschlüssen.

Als ein konkretes Projekt zur Beschäftigungsförderung nannte Richter die Investitionen in die Mostereianlage in Rachlau. Über das ILE-Projekt wurde eine 40 000 Euro teure Anlage zu 50 Prozent gefördert. „Das war ein eher kleineres Projekt“, sagte Richter über die Anlage, die aus Obst Säfte presst. „Dort ist ein Enthusiast am Werk.“ Die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Kotten sowie die Erneuerung des Kreuzungsbereiches in Saalau und der Gehwegbau in Maukendorf wurden ebenfalls mit Hilfe von ILE-Mitteln in Angriff genommen.

 Die Förderperiode läuft dieses Jahr aus. Auch von 2014 bis 2020 gibt es wieder EU-Geld. Das sächsische Umweltministerium arbeitet gerade das neue Programm aus, legt Rahmenbedingungen fest und stimmt sie mit der EU-Kommission ab, heißt es aus dem Ministerium. Restmittel für die abgelaufene Periode werden aber noch vergeben. So beschäftigt sich der sogenannte Koordinierungskreis, der über die Vergabe der Mittel entscheidet, demnächst mit dem Wunsch der Sanierung der Kobermühle.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/foerdergeld-fuer-strassen-und-gebaeude-2690605.html


Neue Impulse für ländliche Entwicklung

09.10.2013, 11:00 Uhr

Minister Kupfer: „Jetzt Weichen für LEADER ab 2014 stellen!“

Sachsen setzt bei der Förderung für die ländlichen Regionen auch in der neuen EU-Förderperiode auf die bewährten regionalen Strukturen. „Mit diesem Weg haben wir in den vergangenen sieben Jahren für den ländlichen Raum viel erreicht“, so der Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Frank Kupfer. „6 409 Projekte haben wir gefördert. Die Palette reicht von der zu Wohnzwecken für junge Familien umgenutzten Scheune über die Schaffung von 580 Arbeitsplätzen bis hin zur sanierten Schule. Das sind 566 Millionen Euro, die dem ländlichen Raum in Sachsen zu Gute kommen und ihn noch lebenswerter für seine Bewohner machen. Ich möchte diese Politik auch in der neuen Förderperiode ab 2014 fortsetzen. Dafür werde ich mich bei der EU einsetzen.“

Die Zusammenarbeit zwischen den ländlichen Kommunen hat große Vorteile. So werden alle Vorhaben über Gemeindegrenzen hinweg abgestimmt. Unter dem Dach einer gemeinsamen Strategie werden die für die Region wichtigsten Projekte gemeinsam für eine Förderung ausgewählt (LEADER-Prinzip).

Fest steht schon jetzt, dass es wieder ein Programm „LEADER“ geben wird. Die Bedingungen der künftigen Förderung werden derzeit mit der EU-Kommission abgestimmt. Der Freistaat Sachsen strebt einen zeitigen Start an. Bereits jetzt können die Kommunen und Akteure im ländlichen Raum entscheiden, in welchem künftigen Gebiet sie zusammenarbeiten wollen. Minister Kupfer: „Nach den derzeitigen Plänen der EU werden größere Regionen bis 150 000 Einwohnern grundsätzlich die besseren Chancen bei der Auswahl um den LEADER-Status erhalten. Ich fordere jede Gemeinde auf, sich am Prozess zu beteiligen“. Gemeinden, die sich nicht beteiligen, werden in der neuen Förderperiode keine Fördermittel zur Entwicklung des ländlichen Raums aus dem Europäischen Landwirtschaftsfond zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) erhalten.

Die Regionen sind aufgefordert, bis zum 18. November 2013 den zuständigen Landkreisverwaltungen mitzuteilen, mit welchem Gebietszuschnitt und mit welchem Träger sie eine Bewerbung als LEADER-Gebiet beabsichtigen. Der offizielle Aufruf zur Erstellung der neuen regionalen LEADER-Konzepte erfolgt, wenn die Abstimmung der EU-Kommission abgeschlossen ist.

Quelle: www.medienservice.sachsen.de/medien/news/187391


Tag der Regionen - Aktionszeitraum: 27. September bis 13. Oktober 2013

Der bundesweite Aktionstag „Tag der Regionen“ setzt sich wieder für die Stärken der Regionen ein.

Im Aktionszeitraum vom 27. September bis zum 13. Oktober werden die Potentiale und Chancen regionaler Wirtschaftskreisläufe eindrucksvoll präsentiert. Dabei ist das größte Anliegen, möglichst große Teile der Bevölkerung mit den Vorteilen nachhaltigen regionalen Wirtschaftens vertraut zu machen, so dass sich dies in den alltäglichen Kaufentscheidungen niederschlägt. Die Sensibilisierung für regionale Produkte soll die Wertschätzung unserer Kulturlandschaft, das WIR-Gefühl sowie die Vielfalt in den Regionen stärken.

Der „Tag der Regionen“ bietet eine ideale Plattform zum Informations-, Erfahrungs- und Ideenaustausch sowie zur Vernetzung regionaler Akteure.

Das Jahresmotto 2013 lautet „Aus der Region, für die Region – Welt der kurzen Wege und die Themenbereiche der Aktionen reichen von regionalen Produkten, regionalem Handwerk, regionalen Dienstleistungen bis hin zu erneuerbaren Energien.

Wer noch eine Aktion zum Tag der Regionen durchführen möchte, kann diese noch bis zum 27. September anmelden. Das Anmeldeformular sowie ein ausführliches Veranstaltungsheft mit mehr als 100 Aktionen in Sachsen können Sie unter folgendem Link downloaden:

http://www.tagderregionen-sachsen.de/index.php

Im Freistaat Sachsen wird der „Tag der Regionen“ durch das Sächsische Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V. und dem Kooperationspartner Christlich Soziales Bildungswerk Sachsen e.V. im Auftrag und mit Unterstützung durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft koordiniert.

Zahlreiche Veranstalter in der Region "OHTL" und der KRABAT-Region nutzen den Aktionstag, um auf ihre regionalen Produkte oder Initiativen aufmerksam zu machen. Eine Übersicht über die Veranstaltungen im Rahmen der Aktion „Tag der Regionen“ in der KRABAT-Region finden Sie hier.


Ideenbörse Ländlicher Raum am 2. September 2013 in Neustadt i. Sachsen

Am 2. September 2013 wird die für den 12. Juni 2013 geplante Ideenbörse in Neustadt i. Sachsen zum Thema »Wertschöpfung, Innovation und Mobilität« nachgeholt.

Informationen zum Programm erhalten Sie unter folgendem Link: https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/19292

Hier gelangen Sie direkt zum Anmeldeformular: https://fs.egov.sachsen.de/formserv/findform?shortname=smul_190&formtecid=2&areashortname=SMUL  


„Wir sind offen für weitere Projekte dieser Art“

Sonja Kessler, Chefin der Milstricher Freizeitwelten, richtete gemeinsam mit dem Heimatverein Königsbrück das Flutkinder-Camp aus. ©- keine angabe im hugo-archivsys

Gestern ging das Fluthilfecamp zu Ende. Rund 150 Kinder konnten sich dort erholen. Die SZ sprach mit Camp-Chefin Sonja Kessler.

16.08.2013

Frau Kessler, das Camp für die Flutopfer ging gestern offiziell zu Ende. Welche Bilanz können Sie ziehen? War es ein Erfolg?

Das Camp für die Flutopfer war ein sehr großer Erfolg. Zum Glück ist auch alles super gelaufen. Obwohl wir das Camp ja nach einer spontanen Idee sozusagen als Hauruck-Aktion binnen weniger Wochen auf die Beine gestellt haben. Es gab keine Zwischenfälle oder größere Probleme. Fast 150 Kinder konnten hier bei uns auf dem Gelände der Milstricher Freizeitwelten wunderschöne Ferientage verleben. Das find` ich super.

Was hat Ihnen dabei am meisten imponiert?

Das über 70 Handwerker und Gewerbetreibende, Firmen, Institutionen, Vereine und Privatpersonen mit Spenden sowie kostenlosen Lieferungen und Leistungen sowie anderen Hilfen das Gelingen dieses einmaligen Gemeinschaftswerkes ermöglichten und so in kürzester Zeit Kapazitäten, Versorgung, Transporte absicherten.

Derzeit gibt es die Idee, auch künftig so etwas für bedürftige Kinder zu organisieren. Könnten Sie sich das vorstellen?

Also, wir könnten uns das schon vorstellen. Zumal wir hier dafür auch gute Voraussetzungen haben. Wir sind auf jeden Fall offen für weitere Projekte dieser Art. Natürlich mit dem entsprechenden Personal und guter Planung, auch im finanziellen Bereich. Jetzt funktionierte ja alles auf Basis von Spenden und freiwilligem Engagement.

Wird jetzt in den Milstricher Freizeitwelten Ruhe einkehren?

Keinesfalls. Jetzt geht unser normales Geschäft weiter. Schulklassen und Kita-Gruppen kommen, um Projekttage zu verbringen oder Abschlussfeste zu feiern. Dafür war während des Camps keine Kapazität.

Gespräch: Manuela Reuß

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/wir-sind-offen-fuer-weitere-projekte-dieser-art-2642485.html


Datenautobahn mit Tempolimit

Heute wird die letzte Gemeinde im Landkreis ans schnelle Internet angeschlossen. Dennoch gibt es Kritik.

15.08.2013 Von Christoph Scharf

Der Ministerpräsident kommt, der Landrat kommt, die Telekom kommt: Symbolisch wird heute in Demitz-Thumitz die letzte Gemeinde des Landkreises ans schnelle Internet angeschlossen. Damit zählt der Kreis Bautzen zu den Vorreitern im ländlichen Raum. Alle sind mit dem Ausbau allerdings nicht zufrieden.

Worum geht es beim Thema Breitband-Internet überhaupt?

Wozu brauche ich überhaupt Internet? Diesen Satz hört man heute immer seltener. Noch vor 15 Jahren galt ein eigener Internet-Anschluss als etwas für technisch interessierte Minderheiten. Heute gehört er für die meisten zum Alltag dazu. Viele Gewerbetreibende etwa sind ohne Internet aufgeschmissen – weil Lieferanten gar nicht mehr anders zu erreichen sind oder Kunden Firmen ohne Internet-Angebot gar nicht mehr ernst nehmen. Ebenso fragen potenzielle Häuslebauer nicht nur nach der nächsten Kita oder der nächsten Schule, sondern genauso nach der verfügbaren Internet-Anbindung. Schon aus dem Grund, weil der Sohn oder die Tochter das Netz immer öfter für die Hausaufgaben braucht. Eine langsame Verbindung per Modem reicht heute längst nicht mehr aus. Da kann schon das Herunterladen eines einzelnen Katalogs ein ganzes Wochenende dauern. Nötig ist deshalb schnelleres Internet – und das war bislang in ländlichen Regionen kaum zu kriegen.

Ab wann kann man von „schnellem Internet“ sprechen?

Der mit Fördermitteln finanzierte Ausbau soll sämtliche Haushalte ans sogenannte Breitband-Internet bringen. Nach der Definition des Landkreises spricht man davon, wenn an der Leitung zwei Megabit pro Sekunde anliegen. Früher galt dieser Wert tatsächlich als schnell. Heute bekommt man mit dieser Geschwindigkeit allerdings schon Probleme, wenn man nur ein kurzes Video auf der Plattform Youtube anschauen will. Die meisten Gemeinden werden allerdings mit deutlich schnellerem Internet versorgt – bis zu 50 Megabit sind drin. Dann lässt sich auch problemlos Fernsehen übers Internet schauen.

Wer profitiert vom Ausbau des schnellen Internets?

Insgesamt hat der Ausbau der vergangenen zwei Jahre zwischen Ottendorf-Okrilla und Weißenberg, Elsterheide und Sohland 336 Ortsteile in 62 Gemeinden neu ans Breitband-Internet gebracht. Davon profitieren laut Landkreis mehr als 62.000 Haushalte – also mehr als jeder dritte der insgesamt 157.000 Haushalte im Kreis. Damit gilt offiziell das gesamte Gebiet als versorgt. Der Ausbau der Infrastruktur war ziemlich aufwendig: Insgesamt schlägt er mit mehr als 14 Millionen Euro zu Buche. Wäre nicht der größte Teil davon aus Fördermitteln gekommen, hätte sich der Kreis Bautzen das nicht leisten können. So musste er lediglich 1,6 Millionen Euro aus der eigenen Kasse beisteuern.

Wie kommen die Dörfer technisch überhaupt ans Netz?

Auf welche Art und Weise das Internet zu den Haushalten kommt, konnten die ausführenden Firmen selbst entscheiden. In 335 der 336 Ortsteile war die Telekom bei der Ausschreibung erfolgreich, lediglich in Zeißig, einem Ortsteil von Hoyerswerda, erhielt die ortsansässige Firma Doergi-Net den Zuschlag. Die meisten Orte im Landkreis wurden per Festnetz angeschlossen, indem neue Leitungen im Boden verlegt wurden. Ein Viertel der Haushalte wurde allerdings mit der auf Mobilfunk basierenden Technologie LTE versorgt. In einigen wenigen Orten gibt es auch eine Mischung aus Festnetz- und Funktechnik.

Warum gibt es Kritik, obwohl der Ausbau abgeschlossen ist?

In zwei Gemeinden äußern Bürger an der Art und Weise des Breitband-Ausbaus massiv Kritik: In Cunewalde bei Bautzen und Lichtenberg bei Pulsnitz. In beiden Fällen entzündet sich der Ärger am Anschluss über die Variante LTE. „Damit kann man nicht zufrieden sein“, sagt Steffen Deubner aus Cunewalde. Denn das schnelle Internet stehe nur für eine begrenzte Datenmenge pro Monat zur Verfügung. „Wenn ich zehn Gigabyte runtergeladen habe, wird meine Geschwindigkeit extrem gedrosselt“, sagt der Gewerbetreibende. Für seine Webdesign-Firma brauche er aber locker die drei- bis vierfache Menge pro Monat.

Mit der langsamen Geschwindigkeit von nur noch 384 Kilobit pro Sekunde könne er rein gar nichts mehr anfangen. „Die Politik will das Problem gar nicht sehen. Dabei ziehen Gewerbetreibende deshalb schon aus Cunewalde weg. Und Jugendliche kann man mit derart miesem Internet auch nicht im Dorf halten.“

Die Schwierigkeit: In Cunewalde wäre ein Ausbau mit kabelgebundenem Internet aus technischen Gründen sehr teuer geworden – deshalb entschied sich die Telekom für LTE. Ähnlich verhält es sich in Lichtenberg, wo gerade mal die geforderte Mindestgeschwindigkeit von zwei Megabit verfügbar ist. „Das brauchen wir uns nicht bieten zu lassen, zumal im Nachbarort Mittelbach bis 50 Megabit anliegen“, schimpft Einwohner Matthias Guhr. „Für uns gibt es heute keinen Grund zum Feiern.“

Informationen über den Ausbaustand jedes einzelnen Ortsteils hat der Landkreis ins Internet gestellt: www.breitband-bautzen.de

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/datenautobahn-mit-tempolimit-2640988.html


Schneller ins Internet

Großdubrau/Radibor

Großdubrau und Radibor profitieren vom neuen Mobilfunkdienst LTE.

13.08.2013

Long Term Evolution, kurz LTE, ist die neue Mobilfunkgeneration. Davon profitieren jetzt auch die Gemeinden Großdubrau und Radibor. Die Vorteile: LTE kann Daten schneller übertragen, als das bisher im Mobilfunk möglich war – auch große Datenmengen lassen sich damit innerhalb kürzester Zeit senden und empfangen. Die Reichweite einer LTE-Funkzelle ist größer als bei bisherigen Mobilfunkstandards. Sie kann deshalb ein größeres Gebiet versorgen. Außerdem können beim Aufbau des LTE-Netzes bestehende Funkmasten genutzt werden. „Jetzt haben wir die Möglichkeit, auch solche Orte mit schnellen Internet-Zugängen zu versorgen, die bisher nicht zu erreichen waren“, sagt Michael Keller, Leiter Netzausbau der Telekom Deutschland.

Schnell wie Festnetz

Ab sofort können die Bürgerinnen und Bürger in Großdubrau und Radibor ihre Fotos, E-Mails und Musikdateien einfach über die Luft schicken – und zwar in ähnlich hohem Tempo wie im Festnetz. In welchen Haushalten LTE zur Verfügung steht, kann im Internet recherchiert oder beim Fachhändler erfragt werden. (SZ) Wer sich für einen LTE-Tarif und das passende Gerät interessiert, wird unter der kostenlosen Rufnummer 0800 330 1000 beraten. Welche Haushalte über LTE verfügen, steht unter: www.telekom.de/via-funk

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/schnellerins-internet-2639460.html


„Ich möchte unseren Haushalt rund bekommen“

Seit fast vier Wochen sitzt Siegfried Gersdorf auf dem Bürgermeisterstuhl in Oßling. Der 55-jährige Weißiger glaubt an die Zukunft der Gemeinde. Allerdings ist dafür noch eine Menge zu tun, schätzt der Kommunalpolitiker ein. Foto: Matthias Schumann ©es gelten meine agb.

Seit dem 1. Juli ist Siegfried Gersdorf neuer Bürgermeister in Oßling. Das Amt hält gleich eine Herausforderung bereit.

25.07.2013

Der Neue ist angekommen. Seit fast vier Wochen sitzt Siegfried Gersdorf auf dem Bürgermeisterstuhl in Oßling. Der 55-jährige Weißiger schaffte bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juni bereits im ersten Anlauf den Sprung über die 50 Prozent. Die SZ sprach mit ihm.

Herr Gersdorf, haben Sie sich schon in ihr neues Amt eingearbeitet?

Ich bin dabei. Der 1. Juli war mein erster Arbeitstag. Glücklicherweise kam am Donnerstag zuvor vom Kommunalamt die Bestätigung der Gültigkeit der Wahl. So konnte ich mich gleich lückenlos in meine neue Arbeit stürzen. Mein vorheriges Beschäftigungsverhältnis hatte ich ja zum 30.Juni gekündigt. Ich möchte diese Gelegenheit übrigens gleich nutzen und mich bei den Wählern für ihr entgegengebrachtes Vertrauen bedanken. Das möchte ich natürlich nicht enttäuschen.

Wie sieht ihr Terminkalender aus? Ist da noch Platz?

Der Kalender hat sich schnell gefüllt. Mit Terminen, die ohnehin anstanden. Aber auch mit etlichen Antrittsbesuchen und Gesprächen. In den Einrichtungen unserer Gemeinde war ich schon, einige Besuche stehen aber auch noch aus. Die Dorffeste in der Gemeinde habe ich genutzt, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen, damit ich über die Alltagsprobleme Bescheid weiß. Auch die erste Gemeinderatssitzung ist bereits Geschichte.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Themen in Oßling?

Ursprünglich hatte ich Thema Abwasser in Milstrich und Döbra als dringlichstes Vorhaben angesehen. Doch parallel dazu hat sich der Haushaltsplan als ebenso wichtig erwiesen. Da zeichnet sich ab, das noch Änderungen nötig werden. Volkmar Hentsch, der den schwer erkrankten Bürgermeister Hans Hetmann ein Jahr lang vertrat, hat seine Aufgabe bestens gemacht. Aber als Vertretung kann man natürlich nicht jedes Thema bis in die Tiefe behandeln. Derzeit ist unser Haushaltsplan nicht genehmigungsfähig. Wahrscheinlich müssen wir noch ein paar Dinge streichen, um die Soll- und Habenseite auf Null zu bringen. Ich war deshalb schon an meinem dritten Arbeitstag zum Gespräch im Landratsamt. Aber ich denke wir schaffen das.

Wo steht die Gemeinde Ihrer Meinung nach gut da, wo gibt es Nachholbedarf?

Von der Infrastruktur her, stehen wir mit unseren Einrichtungen, also mit den zwei Schulen und der Kindertagesstätte sehr gut da. Das wünscht sich manch andere Gemeinde. Unsere Einwohner wissen das auch zu schätzen. Das machte letztlich auch die Bewertung im SZ-Familienkompass deutlich. Es ist schon ein großer Vorteil, wenn die Kinder vor Ort betreut werden und lernen können und dafür nicht woanders hinfahren müssen. Das ist eine Aufwertung der Gemeinde. Aber das macht sich eben auch im Haushalt bemerkbar.

Wo könnte die Verwaltung denn noch Geld einsparen?

Ich weiß es noch nicht genau. Auf jeden Fall mussten wir jetzt zunächst einmal eine Haushaltssperre verhängen. Das hat das Landratsamt empfohlen. Auf keinen Fall können wir es uns leisten, bei der Erfüllung unserer Pflichtaufgaben zu sparen. Deshalb heißt es für uns in nächster Zeit sparsamster Umgang in allen Bereichen, um als erstes den Schuldenberg abzutragen und dann aus dem, was uns noch bleibt das Beste zu machen.

Im Wahlkampf haben sie mit dem Slogan „Oßling hat Zukunft“ geworben. Wie soll diese Zukunft aussehen?

Wenn ich mir die aktuellen Zahlen ansehe, dann ist das schwer zu sagen. Es gibt eine Menge zu tun, um die Selbstständigkeit behalten und mit diesem Finanzhaushalt bestreiten zu können. Das wird nicht ohne Einschnitte gehen. Zukunft hat Oßling aber auf alle Fälle.

Das heißt eine mögliche Eingemeindung ziehen Sie nicht in Betracht?

Eine Eingemeindung ist im Moment kein Thema für uns. Daran wollen wir derzeit nicht denken, sondern versuchen durch eine Optimierung der Haushaltsmittel die Lage am Ende so hinzukriegen, dass auch wir weiter selbstständig agieren können.

Haben Sie einen Wunsch für die Gemeinde Oßling?

Nicht nur einen. Der größte ist, dass wir unseren Haushalt rund bekommen. Das ist für mich eine große Herausforderung. Dann wünsche ich mir Verständnis seitens der Oßlinger, dass es Dinge geben wird, bei denen wir künftig sparen müssen. Und ich habe noch einen – wahrscheinlich utopischen – Wunsch: dass die Kreisumlage geringer wird. Außerdem hoffe ich, dass ich weiterhin so gut mit meiner Verwaltung und den kommunalen Einrichtungen zusammenarbeiten kann. Bis jetzt gab es da keinerlei Schwierigkeiten.

Gespräch: Manuela Reuß

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/ich-moechte-unseren-haushalt-rund-bekommen-2625576.html


Das Spatzennest wird hübsch gemacht

Da geht es vorwärts in der Kindertagesstätte „Spatzennest“ in Milkel. Sven Lorenz von der Baufirma Beyer aus Lomske verteilt Ausgleichsmasse auf die Fußböden. Bor drei Monaten war er noch mit dem Herausreißen der alten Fußböden beschäftigt. Die Sanierung der Einrichtung liegt gut im Plan. Wenn das Wetter mitspielt, könnte der Bau im Oktober fertig sein. Fotos: SZ/Uwe Soeder ©uwe soeder

Die Awo-Kita in Milkel wird saniert. Bis Oktober soll alles fertig sein. Dann gibt es drinnen auch mehr Licht.

22.07.2013 Von Kerstin Fiedler

Es geht jetzt Schlag auf Schlag auf der Baustelle der Kindertagesstätte „Spatzennest“ in Milkel. Die Baufirmen sprechen sich ab, so dass es gut vorangeht. Derzeit kam die Ausgleichsmasse für den Fußboden in die Zimmer. Ein Großteil der Fenster und Türen sind neu. Die Außendämmung ist angebracht. Annett Fahland, die bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo), dem Träger der kleinen Einrichtung, für Kitas zuständig ist, freut sich über den Baufortschritt. „Obwohl wir einige Überraschungen während des Baus erlebten, liegen wir fast im Plan“, sagt Annett Fahland.

Bei den einzelnen Räumen gibt es ein paar Veränderungen. So wird der erste Gruppenraum etwas kleiner, weil ein Stück des Raums als Büro für die Leiterin abgezwackt wurde. Dort kann Kita-Chefin Ramona Schmidt dann auch einmal Eltern empfangen oder Pläne machen. Sehr schön sind die neuen Fenster zum Nachbargrundstück hin. Sie gehen bis zum Fußboden, so dass mehr Licht reinkommt. Außerdem haben die Kinder einen schönen Blick zum Nachbargarten, in dem viele bunte Blumen, aber auch Gemüse wachsen. Später soll in den Gruppenraum mal eine Kinderküche eingebaut werden.

Die beiden Gruppenräume sind mit einem Gang verbunden. Auf der einen Seite befinden sich die Toiletten und ein Waschraum. Der wurde nur ausgeräumt während der Sanierung, weil dieser Sanitärbereich schon saniert wurde. Gegenüber werden neben den Toiletten zusätzlich zwei Duschen eingebaut, auch eine Wickelkommode wird dort Platz finden.

Im zweiten Gruppenraum ist schon die Schallschutzdecke drin. Im gesamten Gebäude gibt es Fußbodenheizung. Hinter dem Gruppenraum ist der Schlafraum, der nach hinten zum ruhigen Gartenbereich liegt und selbst bei den warmen Temperaturen angenehm kühl ist. „Das macht die Dämmung“, ist Annett Fahland überzeugt.

Große Fenster machen Zimmer hell

Froh sind alle, dass sich die Kita etwas vergrößern wird. Der ehemalige Gemeinschaftsraum, den vor allem die Senioren für ihre Treffen nutzten, wird ein zusätzlicher Raum. Auch hier sind wieder bodengroße Fenster. Außerdem führt eine Tür in den Garten. „Für die Nutzung des Raums gibt es schon einige Ideen. Endgültig festlegen werden wir die Nutzung nach den Sommerferien“, sagt Annett Fahland. So könnte man sich vorstellen, daraus einen Speiseraum für alle Kinder zu machen, der dann aber auch für Veranstaltungen genutzt werden kann. Nach dem neuen Raum gibt es eine zweite Garderobe. Dort können auch Kinderwagen untergestellt werden. Außerdem entstehen zwei Toiletten. Und eine weitere Tür führt in den Garten, so dass die Kinder nicht durch den Haupteingang müssen, wenn sie zum Beispiel schmutzige Schuhe haben. Noch nicht entschieden worden ist, welche Farbe die Außenfassade haben wird.

Dafür gibt es eine Musterbemalung. Auch hier dürfen die Erzieherinnen mitreden, genauso wie bei der Wahl der Fliesen und der Innenfarben. Geplant ist, dass die gesamte Kita Ende Oktober fertig ist. „Wir haben die Ausnahmegenehmigung für den Aufenthalt im Feuerwehrgerätehaus bis Ende des Jahres, hoffen aber, dass der Umzug eher stattfindet“, sagt Annett Fahland. Sie ist froh, dass es auch eine so kleine, familiäre Einrichtung bei der Awo gibt. In Milkel ist Platz für 35 Kinder. „Das hat unser leider verstorbener Geschäftsführer Klaus Naumann immer befördert. Schade, dass er die Fertigstellung nicht mehr erlebt“, sagt Annett Fahland. Insgesamt kostet das Vorhaben 420000 Euro. 210000 Euro kommen aus dem Fördertopf für den ländlichen Raum.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/das-spatzennest-wird-huebsch-gemacht-2623444.html


Wettbewerbs-Kommission begutachtete Sozialwerkstatt

Nebelschütz / Njebjelèicy

Ob es für einen Preis beim Wettstreit „Ländliches Bauen“reicht, ist offen. Die Prüfer zeigten sich zumindest angetan.

16.07.2013 Von Helmut Schippel

Großer Bahnhof im kleinen Nebelschütz: Wissenschaftler und Architekten besuchten jetzt das sorbische Dorf. Sie gehören zur Wettbewerbskommission beim Wettstreit „Ländliches Bauen 2013“.

Nach Nebelschütz waren sie gekommen, um die Umwandlung einer einstigen Rinderstallanlage in ein mehrfach-nutzbares Haus zu begutachten. Die Kommune als Eigentümer und die Kamenzer Bildungsgesellschaft (Kabi) als Nutzer des Gebäudes hatten sich im Frühjahr für die Teilnahme am Landes-Wettbewerb entschieden – als einer von 140 Bewerbern. Die werden freilich auf Herz und Nieren geprüft – im konkreten Fall auf Energie-Effizienz, den Einsatz ökologischer Baustoffe oder eben auch die Wiedernutzung ländlicher Bausubstanz. Darüber hinaus geht es um den „demografiegerechten Um- und Rückbau der dörflichen Siedlungsstruktur“. Die Jury filterte aus der Antragsflut 34 Antragsteller heraus, um sich vor Ort ein entsprechendes Bild zu machen und im Gefolge unter ihnen vier Preisträger zu ermitteln.

In diesem Sinne führten Dr. Peter Friedrich von der Kabi und der Nebelschützer Bürgermeister Thomas Zschornak die Prüfer durch den gesamten Innen- und Außenbereich der ehemaligen Stallanlagen am Ortsausgang. Diese waren nach der Wende aufgegeben worden, verfielen zusehends, wurden durch einen Brand stark in Mitleidenschaft gezogen. Perspektivisch denkend entschied sich der Gemeinderat vor gut zwölf Jahren für den zwar billigen Kauf, jedoch auch für ein Objekt mit umfangreichen Altlasten. Die Gemeinde schuf mit ABM-Kräften im Verlaufe vieler Jahre einen Bauhof, einen Baustoffrecycling-Bereich und eine Gartenanlage. Mit dem Rückgang an Arbeitslosenzahlen rückte das Thema des Erhalts und der Nutzung des Geschaffenen vor einem halben Jahrzehnt wieder neu auf die Tagesordnung. Passenderweise deckte sie die Suche der Kabi nach einem Objekt für Sozialmaßnahmen mit den Nutzungsinteressen der Gemeinde. Das bis heute erfolgreiche Projekt „Sozialwerkstatt“ wurde auf den Weg gebracht. Für die Kommissionsmitglieder war das Geschehen in den Werkstätten und die umfangreichen Umbauleistungen neu und offensichtlich durchaus interessant.

Sie lernten die ökologische Holzheizung kennen. Diese wird nur in Spitzenzeiten durch eine Gasheizung ergänzt. Der Brennstoff Holz stammt aus Gemeindewäldern. In den Bereichen der Holzaufbereitung, des Metallbaus, der Kartonagenfertigung, des Recycelns von Elektronikschrott sprang der ökologische Umgang mit verwertbaren Materialien regelrecht ins Auge. Die eifrigen Notizen und beträchtlichen Fotos der Prüfer als auch Zwischenbemerk-ungen geben Anlass für die Hoffnung der Gastgeber, unter die ersten zehn Bewerber zu gelangen. Das wäre ein schöner Erfolg für die Beschäftigten in der Maßnahme und natürlich auch für die Gemeinde.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/wettbewerbs-kommissionbegutachtete-sozialwerkstatt-2618911.html 


Oßling setzt schon auf Klimawandel

Bautzen/Oßling

12.07.2013

Der Landkreis Bautzen sieht sich auf dem Weg zur europäischen Energie- und Klimaschutzkommune. Mit Vorreitern.

Der Landkreis Bautzen nimmt als vierter sächsischer Landkreis am European Energy Award, kurz EEA, teil. Der Kreistag hatte in seiner Mai-Sitzung die Teilnahme an diesem Zertifizierungsverfahren beschlossen. Mit der jetzt erfolgten Förderzusage durch die Sächsische Aufbaubank konnte jetzt die Projektumsetzung starten – im Technologie- und Gründerzentrum Bautzen.

Mit der Teilnahme am European Energy Award entsteht für den Landkreis ein Qualitätsmanagement, mit dem die Energie- und Klimaschutzaktivitäten erfasst, bewertet, geplant, gesteuert und regelmäßig überprüft werden. Ziel ist es einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess für eine nachhaltige Energie- und Klimaschutzpolitik zu etablieren. Im Freistaat Sachsen gibt es mittlerweile 43 Kommunen und aktuell 4 Landkreise, die am EEA teilnehmen beziehunsgweise bereits zertifiziert sind. Etwa 60 Prozent der Einwohner Sachsens leben somit in einer Energiesparkommune.

Im Landkreis Bautzen selbst gibt es bereits drei Kommunen, die mit dem EEA zertifiziert sind: Großharthau, Oßling und Hoyerswerda. Des Weiteren nimmt die Gemeinde Ottendorf-Okrilla an dem Zertifizierungsverfahren teil. (SZ)

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/ossling-setzt-schon-auf-klimawandel-2616915.html  


Richtlinie zur Förderung der Regionalentwicklung (FR Regio) -Projektanmeldungen für das Jahr 2014

Auch im Jahr 2014 stehen Mittel für die Förderung von Projekten der Regionalentwicklung über FR Regio zur Verfügung.
Ziel der FR-Regio ist es, Anreize für die interkommunale Kooperation zu schaffen.

Schwerpunkte der Förderung:

  • Regionale Anpassungs- und Handlungskonzepte, insbesondere unter Berücksichtigung der Erfordernisse des Demographischen Wandels und gebietlicher Neuordnungen
  • Konzeptionen zu thematischen Netzwerken
  • Stadt-Umland-Konzepte für Funktionsräume Zentraler Orte und Städtenetzkonzeptionen für Verbünde Zentraler Orte

Die geltende Fassung der Richtlinie mit Angabe der förderfähigen Vorgaben ist unter folgendem Link downloadbar: www.landesentwicklung.sachsen.de/download/Landesentwicklung/fr-regio.pdf

Weitere Infos zur FR-Regio sind auch unter folgendem Link einsehbar:
www.landesentwicklung.sachsen.de/903.htm

Bitte melden Sie dem Regionalmanagement Ihre geplanten Projekte per Post oder E-Mail bis zum 31.08.2013!
Wir melden diese an den Regionalen Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien weiter.


Das Sorbenland empfängt Künstler aus aller Welt

Jede Drehung muss sitzen: Sarah Scholze (18) aus Räckelwitz, Ambrosius Handrick (16) aus Wendischbaselitz und Bernadette Paschke (16) aus Storcha werden beim Internationalen Folklorefestival mit dabei sein.FFoto: Toni Börner ©- keine angabe im hugo-archivsys

Die Vorbereitungen für das zehnte Internationale Folklorefestival laufen auf Hochtouren. Besonders die Crostwitzer haben alle Hände voll zu tun.

04.07.2013 Von Toni Börner

Vom 11. bis zum 14. Juli ist das Sorbenland Schauplatz für das zehnte Folklorefestival „Lausitz“. Bereits seit rund 19 Jahren wird diese Tradition gepflegt und aufrechterhalten. „Mit dieser Kontinuität haben wir anfangs nie rechnen können“, gibt der Vorsitzende des Vorbereitungskomitees, Marko Kowar, zu Protokoll. „Aber von den jungen Leuten, die bereits 1995 mitgewirkt haben, sind heute bereits die Kinder aktiv. Wir haben einige Nachwuchsgruppen mit am Start.“ International wird es beim 10. Folklorefestival „Lausitz“ 2013, welches zu großen Teilen in Crostwitz bei Kamenz durchgeführt wird. Stolz verkünden die Veranstalter drei neue Nationen im Programm: Kanada, Indien und sogar Australien. Außerdem mit dabei sind Ensemble aus Jakutien, Polen, Tschechien, Österreich, Ungarn und der Slowakei. Sorbische Laien- und Profiensembles ergänzen die Programme. Die Ankunft ist wie immer für Donnerstag, den 11. Juli, in Bautzen geplant. Ein Festumzug wird vom Postplatz der Spreestadt über den Hauptmarkt zur Ortenburg führen. Tags darauf soll dann die Lausitz erkundet werden. „Wir wollen unseren Gästen ja auch etwas zeigen, daher wird am Freitag eine Exkursion in die Niederlausitz durchgeführt, inklusive einer einstündigen Kahnfahrt auf der Spree“, fügt Gabriel Schneider von der Sorbischen Tanzgruppe Schmerlitz an. Rund 750 Tänzer und Sänger werden das Programm des Folklorefestivals gestalten, welches hauptsächlich am Sonnabend und Sonntag stattfindet. Besonders gelobt wird schon jetzt das gute Zusammenspiel der rund 500 Helfer, die dieses Event erst ermöglichen. Crostwitz ist am 13. und 14. Juni Gastgeber für einen Handwerkermarkt und die Programme auf sechs Bauernhöfen. Mit dem Festumzug aller rund 700 Mitwirkenden geht das Festival dort zu Ende. „Ohne unsere ganzen Vereine hätten wir hier nichts ausrichten können. Der Heimatverein ist extrem stark engagiert, ebenso wie der Sportverein und die Feuerwehr. Natürlich dürfen wir auch die Besitzer der Höfe nicht vergessen, die in keinen Vereinen engagiert sind, aber trotzdem einiges an Vorbereitungsarbeit leisten und uns ihre Grundstücke zur Verfügung stellen“, so Bürgermeister Mathias Brützke.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/das-sorbenland-empfaengtkuenstler-aus-aller-welt-2610189.html


Leitfaden für freiwillige Gemeindezusammenschlüsse neu herausgegeben

Das Sächsische Staatsministerium des Innern hat gemeinsam mit dem Sächsischen Städte- und Gemeindetag e.V. (SSG) den aktualisierten Leitfaden für freiwillige Zusammenschlüsse von Gemeinden im Freistaat Sachsen herausgegeben.

Die zweite Auflage dient als Handlungshilfe bei einem Gemeindezusammenschluss und beantwortet Fragen praxisnah, transparent und rechtssicher.

Aufgrund sinkender Bevölkerungszahlen und begrenzten Haushaltsmitteln stellen Gemeindeehen Strukturen mit Zukunft dar.

Der Leitfaden ist unter http://www.kommunale-verwaltung.sachsen.de und http://www.ssg-sachsen.de abrufbar.

 

 


Grünes Licht für neue Kita in Nebelschütz

Nebelschütz / Njebjelèicy

Der Fördermittelbescheid für das Groß-Projekt ist da. Noch im Sommer sollen die Bauarbeiten beginnen.

01.07.2013 Von Andreas Kirschke

Der Neubau der Kindertagesstätte „Jan Skala“ in Nebelschütz kann endlich starten. „Der Zuwendungsbescheid des Landratsamtes für die Fördermittel liegt uns jetzt vor. Die Mittel wurden so bewilligt, wie wir sie beantragt hatten“, sagte Bürgermeister Thomas Zschornak bei der letzten Sitzung des Nebelschützer Gemeinderates. Noch in diesem Sommer soll es nun losgehen. Die Grundsteinlegung ist für den 31.August um 16 Uhr geplant. Bis Ende 2014 soll die neue Tagesstätte stehen. Geht es doch um die fristgerechte Abrechnung der Fördermittel. „In den kommenden Wochen wollen wir zusammen mit dem Gemeinderat, mit dem Träger Christlich-Soziales Bildungswerk und mit den Eltern das pädagogische Konzept entwickeln. Ziel ist unter anderem die Einrichtung einer Witaj-Gruppe“, so Thomas Zschornak. Insgesamt rund 1,6 Millionen Euro kostet der Neubau. 930000 Euro davon fließen aus Fördertöpfen. Über das Kita-Ausbauprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend werden den Nebelschützern 400000 Euro bewilligt. Rund 530 000 Euro steuert der Freistaat Sachsen bei. Die Gemeinde selbst muss damit noch 660 000 Euro als Eigenanteil stemmen. Schon seit 2008 laufen die Planungen für die neue Kindertagesstätte (die SZ berichtete). 2010 fand ein Architekten-Wettbewerb statt. 2011 gab es erste Erschließungen. Im vergangenen Jahr folgten dann weitere Planungen und Gutachten zu Baustatik und Brandschutz.

1,6 Millionen Euro Gesamtkosten

Bisher hat die Gemeinde 151000 Euro an Eigenmitteln ausgegeben, heißt es im Vorbericht des diesjährigen Haushaltes. Der Kita-Neubau soll mit der Setzung der Bodenplatte beginnen und zum Jahresende 2014 bezugsfertig sein. Rund 300000 Euro werden in diesem Jahr für die Kindertagesstätte ausgegeben. Der teurere Hauptteil der gesamten Baumaßnahme folgt dann im nächsten Jahr. Entstehen sollen 25 Krippenplätze und 50 Kindergartenplätze. Die Arbeiten sind dringend nötig. Der vorhandene Kindergarten stößt seit Jahren an die Grenze seiner Kapazität. Sie liegt bei 42 Plätzen. Doch die räumliche Enge ist nur ein Problem. Dazu kommen offene Fragen des Brandschutzes, ein kleines Außengelände und wenig Parkmöglichkeiten.

Konzept setzt auch auf Ökologie

Mit Blick darauf hatte sich der Nebelschützer Gemeinderat schließlich für den Neubau ausgesprochen. Entstehen soll die Tagesstätte an der Aue – mitten im Ortskern, zwischen Gemeindezentrum und Kirche. Das inhaltliche Konzept zielt auf die Schwerpunkte Kreativität, Ökologie, gesunde Ernährung und Vermittlung der sorbischen Sprache in einer Witaj-Gruppe. „Damit werten wir die Sprache auf. Die Kinder sollen sie in hoher Qualität erwerben. Sie sollen hier gute Voraussetzungen für die spätere sorbische Grundschule finden“, so Thomas Zschornak.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/gruenes-licht-fuer-neue-kitain-nebelschuetz-2607742.html


Sorbische Barbie begeisterte

Pia-Laureen und ihr Vater Peer Jablonsky aus Königswartha können von der sorbischen Barbie gar nicht genug bekommen, auch wenn die kein Spielzeug ist. Foto: CK

2. Regionalschau zeigte Selbstbewusstsein der Region

Königswartha. Pia-Laureen hat vor Staunen große Augen. Eine Barbie in Tracht hat es der Sechsjährigen angetan. Sie und ihr Vater Peer Jablonsky sind begeistert. Auch wenn die Puppe nicht zum Spielen gedacht, sondern ein auf 30 limitiertes Sammlerstück ist. Die Idee dazu hatte Claudia Matoušek aus Radibor, Monika Ziesch vom Trachtenfundus aus Rosenthal zog die gebrauchten Modepuppen an, nähte für jede eine andere sorbisch-katholische Alltagstracht. Mit den Puppen sind die zwei Frauen auf der 2. Regionalschau der Leader-Region Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft in Königswartha vertreten. „Die sorbische Barbie ist ein Experiment“, sagt Monika Ziesch. Sie habe nicht erwartet, dass das so gut ankommt. An ihrem Stand können geduldige Besucher Perlennetze fädeln. Markus Klemmer zum Beispiel ist mit großem Eifer dabei. Der Zweitklässler kennt auch den von der Bühne herüber klingenden Schustertanz. Seine Eltern Claudia und Peter Klemmer besuchten schon vor drei Jahren die erste Regionalschau. „Ein tolles kulturelles Angebot für Königswartha“, freuen sie sich. „Es lohnt, sich das anzuschauen“, so der Eindruck von Familie Jablonsky. Nach 2010 war Königswartha zum zweiten Mal Gastgeber der Regionalschau, diesmal verbunden mit dem 12. Krabatfest und dem 20. Sportfest des SV Königswartha 1919. Bewusst hatten sich die drei Veranstalter dafür entschieden, gemeinsam zu feiern. Sie wollten zeigen, dass in der zumeist ländlich geprägten Region viel passiert, worauf die Menschen stolz sein können. Mehr als 1 000 Besucher erlebten bei hochsommerlichen Temperaturen den ganzen Tag ein Programm mit vielen sorbischen Akzenten. Unternehmen und Vereine, darunter mehrere sorbische Aussteller, präsentierten Produkte, Leistungen und die Vielfalt kultureller und sportlicher Angebote in der Heide- und Teichlandschaft, zu der 17 Städte und Gemeinden gehören. Die Stärkung dieser Region und die Förderung der sorbischen Sprache und Kultur sei dabei gemeinsames Anliegen. (CK)

Deutsche Ausgabe SN, Juli 2013

Quelle: http://www.serbske-nowiny.de/print_db.php?main=nemsce&tid=253


Handwerker, Kultur und Radwege

Pumphut Reinhard Thomas und Anton als sorbischer Lutk waren bei der Regionalschau dabei. Foto: Carmen Schumann

Königswartha

Zum zweiten Mal zeigte das Heideland am Sonnabend auf einer Regionalschau, was es alles zu bieten hat.

23.06.2013 Von Carmen Schumann

Hoch über dem Gutsplatz von Königswartha schweben, das wollten am Sonnabend viele Besucher der Regionalschau. Aus 40 Metern Höhe hatten sie nicht nur eine gute Fernsicht, sondern auch einen guten Überblick über die Veranstaltung. Möglich machte es die Firma Kranlogistik. Unzählige Male erhob sich Tino Schwurack mit seinen Gästen in die Lüfte. „Wir waren bereits bei der ersten Regionalschau dabei und sind wegen der guten Resonanz wieder gekommen“, sagte er. Erstmals dabei war Baumkletterer Robert Buder aus Sdier. Er ist einer, der mit seiner Arbeit unter Umständen den Einsatz eines Kranes unnötig macht. „Wir können Bäume ohne den Einsatz großer Technik bearbeiten, zum Beispiel an unzugänglichen Stellen“, sagte er. Mit seinen Angeboten wird er demnächst auch beim Holzfest in Sohland dabei sein. Neben zahlreichen weiteren Handwerkern, Land- und Fischwirten präsentierten sich bei der Regionalschau auch viele touristische Einrichtungen und Vereine. So stellte sich der Verein sorbische Kulturtouristik aus Schleife vor. Ines Kunzendorf warb für den Themenradweg „Sorbische Impressionen“, der nicht nur durch den Kreis Bautzen, sondern auch den Kreis Görlitz und angrenzende Gebiete führt. Auf sich aufmerksam machen wollte auch der Förderverein der Margarethenhütte Großdubrau. „Unser Museum ist zwar klein, aber wir wollen mit unserem Auftritt neue Leute gewinnen, die in unserem Keramikzirkel oder bei den Mineralogen mitmachen wollen“, sagte Grit Horbank. Erik Groß von der Freien Mittelschule Weißenberg zeigte stolz die Ergebnisse der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz, die kürzlich den Schulteich saniert hatte. Überhaupt bereicherten viele Kindergruppen das Programm der Regionalschau. So trat der sechsjährige Anton aus der Königswarthaer Kita als einer von fünf sorbischen Zwergen, den Lutkis, auf. Und Lahja von der Sorbischen Grundschule Bautzen machte dem „großen“ Pumphut Reinhard Thomas Konkurrenz.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/handwerker-kultur-und-radwege-2602201.html


Krabat feiert in Königswartha

Drei Partner, ein Festwochenende: Wolfgang Zettwitz, Reiner Deutschmann und Swen Nowotny (v.l.n.r.) präsentieren wichtige "Utensilien", darunter den Sieger- und den Verliererpokal für das Fußballspiel des KSV 90 gegen die sorbische Auswahl. Foto: Uwe Menschner

Königswartha

22.06.2013 Von Uwe Menschner

Krabat kommt wieder nach Königswartha: Am Samstag, 22. Juni, findet hier das 12. Krabatfest statt. Gleichzeitig laden das Regionalmanagement der Leader-Region Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft zur 2. Regionalschau und der Königswarthaer Sportverein 1990 e.V. zu seinem diesjährigen Sportfest ein. "Wir wollen das Krabatfest nicht mehr als einzelne Veranstaltung durchführen, sondern es in Verbindung mit einem anderen Fest organisieren", erklärt der Vorsitzende des Krabatvereins, Reiner Deutschmann. In diesem Jahr habe sich der KSV 1990 als Partner angeboten, der im Rahmen seines Sportfestes ein Freundschaftsspiel seiner Männermannschaft gegen die sorbische Nationalauswahl (die im Vorjahr an der Europameisterschaft der Minderheiten teilnahm) ausrichtet. Es findet am Samstag, 22. Juni, um 15.00 Uhr auf dem Königswarthaer Sportplatz statt. Eröffnet wird das Fest um 10.00 Uhr auf dem neu gestalteten Gutsplatz im Beisein von Krabat, "sofern er bis dahin wieder gesund ist", wie Regionalmanager Rudolf Richter anmerkt. Im Anschluss gestalten Kindereinrichtungen, Vereine und Musikensembles – darunter auch die Kinder- und Jugendtanzgruppe Wittichenau - ein buntes und vielfältiges Programm, das bis 17.00 Uhr andauert. Parallel präsentieren sich 69 Aussteller (aktueller Stand der Anmeldungen vom Montag) im Festzelt. "Die Teilnehmer kommen zu fast hundert Prozent aus der Region", freut sich Rudolf Richter. Mit dabei sind auch die Krabat-Milchwelt Kotten, die Mosterei Strowie aus Rachlau und die Glasmalerin Birgit Pattoka aus Bergen. Die Regionalschau bildet gleichzeitig den symbolischen Abschluss der Förderperiode 2007 bis 2013, in deren Rahmen im Leader-Gebiet Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft circa 20 Millionen Euro investiert werden konnten. "Größtes Einzelprojekt war dabei der Ausbau des DSL-Netzes für schnelles Internet", erklärt Regionalmanager Rudolf Richter. Einen bedeutenden Förderschwerpunkt setzte die Region auf die Umnutzung früher landwirtschaftlich genutzter Bausubstanz zu Wohnzwecken, vor allem durch junge Familien, denn: "Ohne Menschen in den Dörfern nutzt die beste Infrastruktur nichts." Der Krabat e.V. als zweiter Hauptbeteiligter an den Feierlichkeiten hat den Schwerpunkt seines Wirkens ein wenig "in den Hintergrund verlegt", wie Vorsitzender Reiner Deutschmann bekennt. "Wir setzen nicht mehr so stark auf eigene Projekte, sondern unterstützen Initiativen, die aus den Dörfern kommen." Doch auch der Markenschutz und die Vermarktung der Krabat-Produkte – jüngstes davon ist eine Kräuterlimonade aus dem Hause Oppacher – bilden Schwerpunkte in der Vereinsarbeit. Der Königswarthaer SV 1990 schließlich blickt auf eine recht erfolgreiche Fußballsaison zurück, "auch wenn unserer Bezirksligamannschaft in der zweiten Saisonhälfte ein wenig die Puste ausging", wie der Vorsitzende Swen Nowotny erklärt. Und einen Grund zum Feiern hat auch die Gemeinde Königswartha, die im Rahmen der Festivitäten ihr nagelneues Feuerwehrhaus in der Nähe des Festplatzes einweihen kann.

Artikel-URL: http://www.alles-lausitz.de/startseite/bautzen/?em_cnt=8728325&em_loc=6466


Sagenhafte Region feiert sportlich

Farbenfrohe Einladung: Janine Sömisch vom Regionalmanagement Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft wirbt mit Krabat und dem Raben für drei Veranstaltungen an einem Ort. Von Freitag bis Sonntag wird in Königswartha gefeiert. Foto: Thorsten Eckert

Königswartha

Regionalschau, Krabat- und Sportfest sollen Besucher locken. Die Angebote sind dabei sehr vielfältig.

20.06.2013 Von Kerstin Fiedler

Na, wer lockt denn hier nach Königswartha? Ist es mehr der sagenumwobene Krabat, ist es Janine Sömisch vom Regionalmanagement oder der kleine getöpferte Rabe, der als Pokal an den Sieger eines besonderen Fußballspiels geht? Am Wochenende gibt es in Königswartha gleich drei Veranstaltungen auf einmal. Grund ist, dass sich sonst zu viele vereinzelte Dorffeste am selben Tag die Besucher gegenseitig wegnehmen. Das brachte Rudolf Richter vom Regionalmanagement der Förderregion Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, Swen Nowotny vom Königswarthaer Sportverein und Reiner Deutschmann vom Krabatverein Schwarzkollm auf die Idee, sich zusammenzutun. „Dabei ist Königswartha als Zentrum für eine solche Veranstaltung sehr geeignet“, findet Reiner Deutschmann. Der Krabat-Verein versteht sich mittlerweile als ein Netzwerk und ist nicht mehr wie am Anfang nur für eigene Projekte da. „Wir versuchen jetzt, Aktivitäten in den Orten, von Unternehmen oder Vereinen zu unterstützen, so dass viele von den Synergien etwas haben“, sagt Reiner Deutschmann. Auch, wenn es schwierig erscheint, die Krabatregion mit der Förderregion, die bis Weißenberg geht, zusammenzubringen, sieht er doch eine Möglichkeit, sich auf der Regionalschau in Königswartha kennenzulernen. Denn in der Krabatregion greift noch ein anderes Fördergebiet. „Damals waren wir noch die zwei Kreise Bautzen und Kamenz“, so Deutschmann.

Wolfgang Zettwitz vom Trägerverein der Region Heide- und Teichlandschaft hofft, dass eben mit dieser zweiten Regionalschau aus einer reinen Verwaltungungsstruktur nun ein Gefühl der Verbundenheit mit der Region entwickelt werden kann. So gibt es Vorführungen mit Kindern und Jugendlichen aus Königswartha, Neschwitz, Bautzen, bis nach Baruth und Weißenberg. Vereine, Unternehmen und Initiativen aus der gesamten Region bilden ein buntes Markttreiben. „So können wir ein abstraktes Gebiet erlebbar machen und beide Regionen verbinden“, sagt Wolfgang Zettwitz. Deshalb auch findet die zweite Regionalschau wieder in Königswartha statt. Der Ort liegt relativ in der Mitte der Regionen und bietet die nötige Struktur zum Feiern. Auch das Gutshofgelände wurde aus dem Programm gefördert.

Der Sportverein Königswartha erhofft sich mit der Beteiligung an diesem gemeinsamen Fest wieder einen Zuwachs an Zuschauern bei den sportlichen Wettbewerben. Neu ist, dass die kulturellen Veranstaltungen am Freitag- und Sonnabendabend nicht mehr am Sportplatz, sondern im Festzelt auf dem Gutsgelände stattfinden. „Wir hoffen, dass die Anwohner es akzeptieren können, wenn es an den beiden Tagen etwas lauter wird“, sagt Swen Nowotny. Am Sportplatz war man ja eher etwas entfernt von der Wohnbebauung. Sportlicher Höhepunkt wird sicher das Fußball-Freundschaftsspiel am Sonnabendnachmittag. Die erste Mannschaft des Königswarthaer Sportvereins, die ihre Saison mit einem Mittelfeld-Platz in der Bezirksliga beendete, spielt gegen die sorbische Auswahl, die im vorigen Jahr an der Europeada, der Europameisterschaft der sprachlichen Minderheiten, teilgenommen hat.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/sagenhafte-regionfeiert-sportlich-2599210.html


Vier Spaten für die Malschwitzer Schule

Gespannt verfolgen Schüler der Mittelschule Malschwitz den ersten Spatenstich: Vor dem Schulgebäude wird es einen Anbau mit drei Klassenzimmern geben. Den Startschuss gaben der ehemalige Bürgermeister von Guttau, Andreas Skomudek, CDU-Landtagsabgeordneter Marko Schiemann, der Malschwitzer Bürgermeister Matthias Seidel und Beigeordneter Steffen Domschke (v.l.n.r.).Foto: SZ/Uwe Soeder

Malschwitz

Drei Klassenzimmer werden jetzt angebaut. Damit entspannt sich das Platzproblem an der Mittelschule. Endlich.

11.04.2013 Von Kerstin Fiedler

Lange haben die damals noch eigenständigen Gemeinden Malschwitz und Guttau sowie Lehrer, Eltern und Schüler der Mittelschule darauf gewartet, dass sich baulich etwas tut. Nun beginnt der letzte Abschnitt eines immer wieder veränderten Konzepts. Jetzt werden drei neue Klassenzimmer angebaut. Zum ersten Spatenstich hatten sich auch Vertreter des Landkreises und des Landtages – Beigeordneter Steffen Domschke und CDU-Abgeordneter Marko Schiemann –eingefunden. Denn auch sie haben seit 2010 das Vorhaben gefördert.

Die Mittelschule Malschwitz hat guten Zulauf. Allein für das neue Schuljahr haben sich 54 Kinder angemeldet. Was auf der einen Seite Schulleiter Volker Wanitzek freut. Auf der anderen Seite weiß er, dass der Platz eng wird. Deshalb freut er sich sehr, dass nun in diesem Jahr die drei neuen Zimmer entstehen. „Damit können wir unserem Klassenzimmerprinzip treu bleiben und die Fachkabinette als solche nutzen“, sagt er. Wenn dann noch ein paar interaktive Tafeln bei der Gemeinde drin wären, sollte die Schule zukunftsfähig sein, sagte Volker Wanitzek.

Vor fast fünf Jahren zeigte sich, dass das Schulgebäude zu eng wurde. Deshalb wurde ein Projekt entworfen, das einen Erweiterungsbau mit einer Aula und zwei Klassenräumen beinhaltete. Die beiden Schulgebäude sollte überdacht werden, um einen Speiseraum zu haben. Doch aus dem Gesamtprojekt wurde nichts. Immer wieder veränderten sich die Förderbedingungen, konnten nur Einzelteile beantragt werden. So ging es 2009 darum, dass Mittel für die Dachsanierung und die Wärmedämmung beantragt wurden. Das Vorhaben wurde 2010 umgesetzt, entstanden ist außerdem ein Musikzimmer aus der ehemaligen Werkstatt. Der zweite Schritt beinhaltete den Brandschutz. Das Vorhaben wurde im vergangenen Jahr abgeschlossen. Nun wird also schon wieder gebaut.

Rund 600000Euro wird der Anbau der Zimmer kosten. Mit dem gestrigen Spatenstich ging das Vorhaben offiziell los. Am Freitag wird die Baufirma Pursche aus Baruth eine verfüllte Klärgrube unter der Fläche freilegen. Dann kommt noch einmal ein Baugrundgutachter. Die Leiterin des Malschwitzer Infrastrukturamtes, Nicole Stephan, kann erst dann sagen, wie der Bauablauf weiter aussieht. „Erst wenn klar ist, dass der Boden für das Bauvorhaben in Ordnung ist, wird auch losgelegt. Die Arbeiten gehen dann bis zu dem Punkt voran, an dem der Anbau mit dem Schulgebäude verbunden wird, wenn es um Durchbrüche und Türöffnungen geht. „Dann wird erst in den Ferien weitergebaut, wenn es also um den größten Krach und Schmutz geht“, sagt Nicole Stephan. Sorgen bereitet ihr derzeit noch, dass die Fördermittel bis 15. August abgerechnet werden müssten. Das ist voraussichtlich nicht zu halten. Schulleiter Volker Wanitzek ist Realist und hofft, dass er nach den Herbstferien spätestens einziehen kann. – Wie lange dann noch Mittelschüler in Malschwitz unterrichtet werden, muss erst im Kreistag beschlossen werden. Die Idee, dass der Landkreis Träger der Mittelschule wird und mit dem Gebäude nach Baruth geht, ist noch in der Diskussion. „Im Kreishaushalt für dieses Jahr sind zumindest Mittel eingestellt, um eine Vorplanung für den Standort Baruth als Mittelschule zu ermöglichen. Dann ist die finanzielle Größenordnung klar“, sagt Beigeordneter Steffen Domschke. Das Haus in Malschwitz würde dann zur Grundschule werden. Allerdings schätzt Domschke, dass das nicht in den nächsten vier Jahren passiert. Somit bleibt auch die Guttauer Grundschule bis dahin bestehen.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/vier-spaten-fuer-die-malschwitzer-schule-2549819.html


Ein Paradies für die Löwenzahn-Kinder

Paul (l.) und Oskar aus der Vorschulgruppe freuen sich über ihren farbenfrohen Waschraum, der in Rot und Gelb gehalten ist. In den Wachräumen der anderen Gruppen dominieren jeweils andere Farben. Foto: Carmen Schumann

Weißenberg

Seit gestern sind die Mädchen und Jungen zurück in Wurschen. Ihre Kita wurde ein Jahr lang saniert. Nur etwas fehlt noch.

05.03.2013 Von Carmen Schumann

In so einem schönen Waschraum macht sogar das Händewaschen Spaß. Das finden auch Paul und Oskar aus der Vorschulgruppe der Wurschener „Löwenzahn“-Kita. Knallrot sind die Waschbecken-Einfassungen und gelb die Spiegelumrandung. Der Zierstreifen an der Wand ist gelb und rot gewürfelt. Die Handtücher sind dagegen in einem leuchtenden Gelb gehalten. Jedes Kind erkennt anhand eines Fotos, welches Handtuch seins ist. Hell und freundlich ist der Waschraum. Doch nicht nur der. Die gesamte Kita ist jetzt hell, freundlich, farbenfroh und damit sehr einladend.

Gestern konnten die Mädchen und Jungen aus Wurschen und Umgebung endlich wieder in ihre angestammte Kindereinrichtung zurückkehren, nachdem sie in den vergangenen Monaten in einem Interimsquartier in der ehemaligen Grundschule Buchholz untergekommen waren. Für die Eltern entfallen damit die zusätzlichen Fahrt-Kilometer, die sie bis in den Nachbar-Landkreis zurücklegen mussten.

Einige der Eltern griffen deshalb Ende vergangener Woche kräftig mit zu, um die Möbel in den Kindergarten zu tragen, Bilder anzubringen oder alles noch mal zu putzen. So brachte beispielsweise Daniel Bartke die hübschen Bildchen an, die zur Orientierung dienen sollen. Auf ihnen ist jeweils eine Löwenzahn-Pflanze zu sehen sowie die Tiere, welche den einzelnen Gruppen ihren Namen leihen: Spatzen, Hasen, Mäuse und Marienkäfer. David Günther half unter anderem beim Transportieren der Möbel. „Wir sind den Eltern sehr dankbar, dass sie uns beim Endspurt geholfen haben“, sagt Rosemarie Bräuer, die Leiterin der Kita. Sie ist froh, dass die Zeit der Provisorien jetzt zu Ende ist.

Am meisten freut sie sich über den neuen Krippenbereich. Der entstand dort, wo früher die Küche mit ihren Nebenräumen war. „Da wir jetzt nur noch eine Ausgabeküche haben, brauchen wir diese großen Küchenräume nicht mehr“, sagt die Kita-Leiterin. Die Krippe befand sich früher im Obergeschoss. „Jetzt haben die ganz Kleinen große Spielbereiche, in denen sie sich voll entfalten können“, freut sich Rosemarie Bräuer. Ein großer Fortschritt sei zudem, dass auch die Einjährigen jetzt richtige Toilettenbecken haben und nicht mehr aufs Töpfchen gehen müssen.

In den Bereichen für die größeren Kinder sind jetzt auch die früher düsteren Flure hell. Das gelang durch den Einbau von Glastüren, wodurch das Licht aus den Gruppenräumen auch in den Flur gelangt. Wo es möglich war, wurden die Raumzuschnitte geändert. Um mehr Platz zu gewinnen, wurde in den Gruppenraum für die Vorschulkinder eine zweite Ebene eingebaut. „Praktischerweise verschwinden in dem Podest die Schlafmatten“, sagt die Kita-Leiterin. Praktische Lösungen wurden auch bei der Möblierung gefunden. So gibt es beispielsweise in der Krippe an den Wickelkommoden herausziehbare Treppen, auf denen die Kleinen selbst hochkrabbeln können. „Das erleichtert unseren Erzieherinnen die Arbeit sehr“, sagt Rosemarie Bräuer erfreut.

Die Kita-Chefin bedankt sich bei allen Helfern, darunter auch dem Bauhof der Stadt Weißenberg, sowie den Sponsoren. „Ich bin sehr froh, dass die Stadt Weißenberg als Träger der Einrichtung voll hinter der Sanierung gestanden hat“, sagt sie. Denn ohne die Zustimmung der Stadt wäre es nicht möglich gewesen, die Baumaßnahme, die ursprünglich nur als brandschutztechnische Ertüchtigung gedacht war, in dem Maße auszuweiten.

Nun sehnt Rosemarie Bräuer das Frühjahr herbei. Denn von außen sieht die Kita noch immer wie eine Baustelle aus. Erst bei frostfreien Temperaturen können die Außenwände geputzt werden. Dann wird auch die Heizung auf Erdwärme umgestellt. Auf der Nordseite des Gebäudes wird noch ein separater Spielbereich für die Krippenkinder eingerichtet. Am 6. April kann die Kita-Leiterin zudem in Leipzig das Zertifikat „Bewegte Kita – Partner für Sicherheit“ entgegennehmen.

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/ein-paradies-fuer-die-loewenzahn-kinder-2523011.html


Womit das Heideland Urlauber lockt

Königswartha

Auch 2012 hat die Touristische Gebietsgemeinschaft wieder Gäste befragt – und viele Denkanstöße bekommen.

22.02.2013 Von Madeleine Siegl-Mickisch

Gerade hat sie wieder zehn Briefe mit Infomaterial verschickt. „Man merkt, dass die Leute jetzt ihren Urlaub planen“, sagt Kristin Lehmann, Geschäftsführerin der Touristischen Gebietsgemeinschaft (TGG) Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Sie freut sich, dass sich dabei immer mehr für das Gebiet zwischen Bautzen und Wittichenau interessieren. Verlässliche Daten zur Entwicklung der Touristenzahl liegen zwar nicht vor, da sie nicht im gesamten Gebiet erfasst werden. Aber es gebe positive Rückmeldungen von den Gastgebern. Etwa 120 – vom Hotel bis zum Campingplatz – sind in der Region auf Gäste eingestellt. Wie diese ihren Aufenthalt hier einschätzen, wollten die Touristiker auch 2012 wieder wissen. Die 428 ausgefüllten Fragebögen sind zwar nicht repräsentativ, liefern aber manchen Denkanstoß.

Erkenntnis Nummer 1: Das Internet wird immer wichtiger 

Zwar kommen die meisten Gäste nach wie vor durch Mundpropaganda ins Heideland, das heißt, sie erfahren von Verwandten oder Freunden von der Region. Doch dann folgt schon das Internet. „Wir raten allen Gastgebern, im Netz präsent zu sein und E-Mails schnell zu beantworten“, sagt Kristin Lehmann. Wer am Computer noch nicht so firm ist, könne zum Beispiel Kurse im Programm „50plus“ belegen. Und für die TGG steht die Überarbeitung der eigenen Internetseite an oberster Stelle. „Wir wollen sie auch in Sorbisch, Tschechisch, Polnisch und Englisch übersetzen lassen.“ Zunehmend kommen Gäste von weiter her. Stammten 2009 noch zwei Drittel aus Sachsen, war es voriges Jahr nur noch ein Drittel. Relativ stark vertreten waren mit zehn Prozent Gäste aus Nordrhein-Westfalen.

Erkenntnis Nummer 2: Das Besondere der Region mehr herausstellen 

Die meisten Gäste sind mit der Unterkunft, der Freundlichkeit der Gastgeber und dem Preis-Leistungs-Verhältnis sehr zufrieden. „Aber es gibt noch Luft nach oben“, sagt Kristin Lehmann. Potenzial gebe es auch bei den Gaststätten. Sie sollten noch stärker auf das Besondere der Region setzen. Leider traue sich mancher Koch nicht an die Zubereitung von Fisch heran. Bei anderen fehle dagegen einfach nur der Hinweis in der Speisekarte, aus welcher heimischen Teichwirtschaft der Fisch stammt. Auch sollten noch mehr Gaststätten aus der Region bei den Lausitzer Fischwochen mitmachen, wünscht sich Kristin Lehmann.

Erkenntnis Nummer 3: Weiter auf den Radtourismus setzen 

Etwa jeder sechste der befragten Gäste gab an, zum Rad- oder Wanderurlaub ins Heide- und Teichland gekommen zu sein. Für Kristin Lehmann und ihre Mitstreiter ist das Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein. Unter anderem mit Spree- und Froschradweg und dem zu den Sorbischen Impressionen gebe es ein gutes Netz, das auch neu ausgeschildert wurde. Künftig sollen Wegewarte darauf achten, dass die Strecken immer in Ordnung sind. Doch zuweilen gibt es auch Kritik an unzureichender Beschilderung. „Wir schauen uns deshalb dieses Jahr den Weg Sorbische Impressionen noch mal genau an“, sagt die Tourismusfachfrau.

Erkenntnis Nummer 4: Manches braucht Hartnäckigkeit 

Andere wünschenswerte Verbesserungen sind schwieriger umzusetzen. So vermisst mancher Gast Einkaufsmöglichkeiten in den Heidedörfern. Auch schlechte Busverbindungen werden kritisiert. „Das neue Haus der Tausend Teiche in Wartha ist sehr schön. Aber wie kommt man mit dem Bus hin?“ Kristin Lehmann will solche Probleme immer wieder aufzeigen – in der Hoffnung, dass sie zum Beispiel beim Planen des Nahverkehrs berücksichtigt werden.

www.oberlausitz-heide.de

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/womit-das-heideland-urlauber-lockt-2515145.html


Wo neue Krippenplätze entstehen

Stein auf Stein: Lenny, Luisa und Jenny (v.l.) haben ihren Spaß beim Bauen. Damit es künftig genügend Krippenplätze gibt, bauen in den nächsten Monaten auch die Großen. In Bautzen, Kamenz, Wittichenau und weiteren Orten im Landkreis entstehen zusätzliche Räume. Archivfoto: AP/Matthias Rietschel

Viele Kommunen und freie Träger wollen bauen. Doch nicht für alle werden die Fördermittel reichen.

12.02.2013 Von Madeleine Siegl-Mickisch

Es gibt weniger Kinder, trotzdem werden mehr Plätze gebraucht. Auf diesen Nenner lässt sich die Entwicklung beim Bedarf an Kita-Plätzen im Landkreis Bautzen bringen. So wurden Mitte 2012 im Landkreis 177 Kinder bis zehn Jahre weniger gezählt als noch drei Jahre zuvor. Allerdings erhöhte sich im gleichen Zeitraum die Zahl der Kita-Plätze, die in Anspruch genommen wurden, um sage und schreibe 2 133. Ob Krippe, Kindergarten oder Hort – in allen drei Altersgruppen ließen mehr Eltern ihre Kinder betreuen.

Wie die Entwicklung weitergeht, ist schwer zu sagen. „Das ist ein wenig wie der Blick in die Glaskugel“, sagt Annett Fahland, die bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Bautzen für deren 14 Kindertagesstätten zuständig ist. Schließlich weiß keiner, wie viele Kinder in den nächsten Jahren geboren werden. Dennoch rechnet nicht nur die Awo damit, dass aktuell noch mehr Krippenplätze gebraucht werden. Schon jetzt haben die Träger der Kitas dafür die meisten Anfragen. Denn seit 2007, als das Elterngeld eingeführt wurde, werden zunehmend Kinder schon ab einem Jahr in den Kitas betreut. Dazu kommt, dass Eltern ab August einen Rechtsanspruch auf einen Platz für Kinder bereits ab einem Jahr haben. Bislang geht im Landkreis Bautzen jedes zweite Kind unter drei Jahre in die Krippe. Jugendamtsleiter Hans-Jürgen Klein rechnet damit, dass diese Quote künftig auf 60 bis 65 Prozent steigt.

Deshalb wird jetzt bei der Schaffung von Krippenplätzen rangeklotzt. Viele Träger wollen investieren – und hoffen, dafür Fördergeld zu bekommen. Knapp 2,6 Millionen Euro stehen dem Kreis aus Bundesmitteln bis Ende 2014 nur für den Ausbau von Krippenplätzen zur Verfügung. Weitere 2,6 Millionen Euro gibt das Land Sachsen in diesem Jahr für Investitionen in Kitas. Wer die meisten Chancen hat, Geld zu bekommen, darüber hat der Jugendhilfeausschuss des Kreistages jetzt abgestimmt. Ganz oben auf der Liste steht die Schaffung von Krippenplätzen. Besonders großen Bedarf sieht die Kreisverwaltung in drei Orten: Kamenz, Bautzen und Wittichenau. So sind an der katholischen Kita in Wittichenau zwölf zusätzliche Plätze geplant, in Kamenz wollen die Malteser eine neue Krippe für 25 Kinder bauen. „Hier sind aber noch Gespräche zur Konkretisierung mit dem Träger und mit der Stadt notwendig um Näheres zum Projekt sagen zu können“, so Kreissprecherin Sabine Rötschke.

Darüber hinaus soll im Altkreis Kamenz kräftig in Kindereinrichtungen investiert werden. So lässt die Gemeinde Laußnitz eine zusätzliche Etage für die Krippenkinder bauen. In Königsbrück soll ein Container die Platzprobleme entschärfen. In Bretnig-Hauswalde soll der Altbau des Schlumpfenlandes komplett saniert werden. In Nebelschütz ist ein Ersatzneubau für die alte Kita geplant. Insgesamt stehen kreisweit 50 Wünsche auf der Prioritätenliste. Eine ganze Reihe aber zu weit hinten. Für sie wird das Geld wahrscheinlich nicht mehr reichen. Zum Beispiel für einen Neubau in Crostwitz, der die alte Kita ersetzen soll. Und die Ausstattung der erweiterten Laußnitzer Kita. Einige Vorhaben tauchen gar nicht auf der Liste auf. So der Kita-Ausbau in Ohorn und der Neubau in Kleinröhrsdorf. Beide Investitionen seien schon im Vorjahr beschlossen worden, heißt es.

In Bautzen haben fünf freie Träger und die Stadt selbst gute Chancen auf Fördermittel. So wird der Jugendklub Max in Gesundbrunnen zur Krippe mit 28Plätzen umgebaut. Verteilt übers gesamte Stadtgebiet – von Auritz bis zur Westvorstadt – sollen außerdem an fünf Kitas zwischen acht und 20 zusätzliche Plätze geschaffen werden. Bis Ende 2014 will man so insgesamt 105 neue Plätze schaffen. Aus Sicht der Stadt lässt sich damit der prognostizierte Bedarf decken, sagt Finanzbürgermeister Michael Böhmer (CDU). Ein großer Neubau mit bis zu 85Plätzen, wie ihn der Stadtrat noch Ende 2012 beschlossen hatte, scheint damit nicht mehr nötig. Ende Februar kommt das Thema deshalb noch mal auf die Tagesordnung des Stadtrates.Von neuen Riesen-Einrichtungen oder Containern rät man im Landratsamt eher ab, sagt Hans-Jürgen Klein. Stattdessen könnten Tagesmütter zumindest einen Teil des Platzbedarfes abdecken. Dem wird auch mit einer geänderten Förderpolitik Rechnung getragen. So ist jetzt für die Erstausstattung von Räumen bei Tagesmüttern ein Zuschuss möglich. Davon dürften in diesem Jahr Bautzen und Demitz-Thumitz profitieren, vielleicht auch Doberschau-Gaußig. Je nachdem, wie weit das Geld tatsächlich reicht. Denn wie jedes Jahr birgt die Prioritätenliste Unwägbarkeiten. „Wir müssen jetzt mit den Trägern sprechen, ob sie die Finanzierung für ihre Vorhaben auch hinbekommen“, sagt Klein. Für Krippenplätze gibt es 75 Prozent und für Kindergarten- und Hortplätze 50 Prozent Förderung, den Rest müssen Kommunen und freie Träger selbst aufbringen. Gelingt das dem einen oder anderen nicht, könnten Vorhaben nachrücken, die jetzt noch wenig Aussicht auf Geld von Bund, Land und Landkreis haben. Fakt ist: Für alle wird es dennoch nicht reichen. Denn insgesamt haben die Träger Vorhaben für 13Millionen Euro angemeldet, wofür acht Millionen Euro Fördermittel gebraucht würden. Weil außer Krippenplätzen manche Kita eben auch noch neue Fenster, eine modernere Heizung oder bessere Dämmung braucht.Auf ein Wort

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/wo-neue-krippenplaetze-entstehen-2506895.html


„Wir wollen endlich unsere Grundschule sanieren“

Nach 60 Jahren Schulbetrieb ist die Sanierung mehr als überfällig, sagt der Panschwitz-Kuckauer Bürgermeister.

01.02.2013

Herr Mickel, was war im vergangenen Jahr das größte Projekt der Gemeinde?

Die finanziellen Möglichkeiten von Panschwitz-Kuckau sind bekanntermaßen sehr gering. Von Investitionen kann man in dem Zusammenhang nicht sprechen. Die zur Verfügung gestellten zweckgebundenen Finanzmittel und Zuschüsse wurden verbraucht sowie für kommende Vorhaben zweckgebunden zurückgelegt. Für die 15000 Euro Investitionspauschale haben wir für einen Teil neuer Fenster und die Außentüren der Sporthalle ausgegeben.

Wo wurde außerdem investiert?

Wir haben etwa 20000Euro für die Verbesserung der Ausstattung unserer Feuerwehr ausgegeben. Das wurde mit 50 Prozent gefördert. Für die Behebung von Winterschäden an Straßen bekamen wir vom Land 15000Euro. Die haben wir in Lehndorf, Tschaschwitz und Cannewitz verbaut. Auch in diesem Winter werden an unseren Straßen Schäden entstehen. Leider wird dieses Programm nicht fortgeführt.

Was sind die wichtigsten Vorhaben für dieses Jahr?

Das ist der Beginn der Schulsanierung. Nach 60 Jahren Schulbetrieb ist die Sanierung mehr als überfällig. Der erste Abschnitt umfasst hauptsächlich die brandschutztechnische Ertüchtigung. Die Forderungen an den Brandschutz sind hoch und Brandschutz ist teuer. Die Sanierung der Sporthalle in kleinen Schritten ist ein weiteres Thema. Dort wollen wir versuchen mit Hilfe des Sportvereins St. Marienstern an Fördermittel über die deutsche Sporthilfe heranzukommen. Wie gesagt – Sanierung in kleinen Schritten.

Und wie steht es um den Haushalt?

Unsere Gemeinde befindet sich in Konsolidierung. Das heißt, nur vom Landkreis genehmigte Projekte können begonnen bzw. fortgeführt werden. Die Hauptaufgabe besteht in der Stabilisierung des Haushaltes. Auch wenn die Kernverschuldung durchaus akzeptabel ist, so sind doch die Einnahmen- und Ausgabenseite nicht ausgewogen. Der Wohnungsbesitz belastet uns stark, genauer die Kreditrückzahlungen und Zinszahlungen. Einen Ausweg sehen wir im Verkauf der Wohnungen zum vertretbaren Preis. Sie sind nicht schlecht und durchaus als Geldanlage beziehungsweise Altersvorsorge geeignet. Es gibt kaum Leerstand. Das zeugt von einem gesunden Wohnumfeld.

Wie sieht es eigentlich mit der Abwasserentsorgung aus?

Eine weitere wichtige Pflichtaufgabe ist die Abwasserentsorgung, die bis Ende 2015 abgeschlossen sein muss. Von 13 Ortsteilen sind neun abwasserseitig noch nicht erschlossen. Andere Gemeinden sind da viel weiter. Die privatrechtliche Entsorgung ist nach meiner Meinung für unsere Gemeinde nicht der richtige Weg. Es müssen nicht nur Kläranlagen gebaut sondern auch Ortskanäle erneueret werden. Diese Kosten müssen überwiegend die Nutzer tragen. Außerdem erhalten privat gebaute Kleinkläranlagen nur eine befristete Einleitgenehmigung von bis zu 15 Jahren. Die Zulassungsbedingungen für solche Anlagen ändern sich. Die Umweltgesetze werden sich in den nächsten Jahren mit Recht verschärfen. Ohne Verwirklichung des Abwasserbeseitigungkonzeptes werden wir diese Aufgabe als Kommune nicht stemmen. Ich fürchte, dass bei einer privatrechtlichen Abwasserentsorgung die Mehrheit der Grundstücksbesitzer überfordert wird.

Worüber haben Sie sich gefreut und worüber geärgert?

Es gibt viele kleine Freuden. Leider hängt vieles vom Geld ab. Ich verstehe zum Beispiel die Förderpolitik in Sachsen, Deutschland und Europa nicht. Für die ureigene Aufgabe der Kommune – die Bildung – gibt es nur Förderung, wenn Eigenmittel vorhanden sind. Wir wollen doch kein Spaßbad oder eine Skihalle für den Sommer bauen. Wir wollen die Grundschule zum heute üblichen Standard führen. Was können unsere Kinder und Enkel dafür, dass Panschwitz-Kuckau keine reiche Gemeinde ist und mit Sicherheit nicht wird – trotz hoher Realsteuern. Den Gemeinden ringsherum geht’s kaum besser. Immer mehr Pflichtaufgaben werden auf Kommunen abgewälzt. Ein weiteres Ärgernis ist die Darstellung unserer Gemeinde in den Medien. Die ehrenamtlich tätigen Leiter von Feuerwehren, Vereinsvorsitzende, Abgeordnete, Verbandsräte, Verbandsvorsitzende und Bürgermeister sind für Schlagzeilen aus Teilinformationen und Halbwahrheiten nicht geeignet. Einseitige Darstellungen von Problemen schüren Zwietracht.

Gibt es Wünsche, die Sie für Ihre Gemeinde haben?

Ja. Da gibt es einige. Ich wünsche mir beispielsweise, dass die Fördermittel und Zuschüsse für die Schulsanierung reibungslos fließen und uns der Verkauf der Wohnungen gelingt. Das Beste wäre, wen die Mieter ihre Wohnungen selbst kaufen. Ich würde mir wünschen, dass wir weitere Ortsteile in punkto Abwasser öffentlich-rechtlich erschließen, ohne dass sich die Dorfgemeinschaften und gute Nachbarschaften im endlosen Streit auflösen. Noch haben wir Winter und Grünpflege ist deshalb noch kein Thema. Doch es ist abzusehen, dass dafür keine ABM-Kräfte oder Ein-Euro-Jobber mehr zur Verfügung stehen werden. Wird das eine Katastrophe oder eine Chance für das Zusammenleben auf dem Dorf? Die Gemeinschaft ist gefragt, wie früher. Wie heißt es doch in einem Lied? „Es war nicht alles schlecht.“ Zur Verbesserung der Versorgung der Bevölkerung würde ich mir wünschen, dass unser alter Konsum wiederbelebt wird und das die Filiale der Raiffeisenbank nicht schließt. Außerdem wünsche ich mir, dass wir von Hochwasser, so wie wir es 2012 hatten, verschont bleiben.

Gespräch: Manuela Reuß

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/wir-wollen-endlich-unsere-grundschule-sanieren-2498717.html


Schnelles Internet für kleine Orte

Neschwitz/Weißenberg
29.01.2013

Die Neschwitzer Ortsteile Caßlau, Doberschütz, Krinitz, Lissahora, Luga, Saritsch und Zescha sowie die Weißenberger Ortsteile Lauske, Maltitz und Nechern sind jetzt am schnellen Internet angeschlossen. Die Deutsche Telekom hat dort ihr DSL-Breitbandnetz in Betrieb genommen.

Um die Ortsteile von Neschwitz und Weißenberg mit DSL zu versorgen, hat die Deutsche Telekom zehn Knotenpunkte aufgebaut und über 22 Kilometer Glasfaserkabel neu verlegt. Für die Breitbandversorgung in den Weißenberger Ortsteilen Grube und Nostitz wurde außerdem noch neueste Mobilfunktechnik in Betrieb genommen: Long Term Evolution, kurz LTE, ist die neue, vierte Mobilfunkgeneration. „Damit können Daten schneller übertragen werden, als das bisher im Mobilfunk möglich war – auch große Datenmengen lassen sich innerhalb kürzester Zeit senden und empfangen“, sagt Georg von Wagner, Pressesprecher der Telekom. Die Breitbandversorgung im gesamten Stadtgebiet von Weißenberg wird voraussichtlich im dritten Quartal 2013 gesichert sein. Dann werden auch Cortnitz und Spittel an das LTE-Netz angeschlossen werden. (SZ)

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/schnelles-internetfuer-kleine-orte-2496071.html


Heide- und Teichland präsentiert sich auf Dresdner Reisemarkt

15.01.2013

Die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft wird sich in der nächsten Woche auf dem „Dresdner Reisemarkt“ präsentieren. Touristische Anbieter aus der Region, die dort auf ihre Einrichtung aufmerksam machen möchten, können sich noch bis 21. Januar an die Touristische Gebietsgemeinschaft „Heide und Teiche im Bautzener Land“ in Königswartha wenden.

Dort können sich Interessenten auch das aktuelle Ferienmagazin Oberlausitz und das neue Gastgeberverzeichnis zu Bautzen und Umgebung kostenlos abholen. (SZ)

Kontakt: Kristin Lehmann, Touristische Gebietsgemeinschaft, 035931 21220

www.oberlausitz-heide.de

Artikel-URL: www.sz-online.de/nachrichten/heide-und-teichland-praesentiert-sich-auf-dresdner-reisemarkt-2484963.html


Neue Ideen braucht das Land

Wie hält man junge Leute auf dem Land? Die Heuballen-Romantik allein macht es jedenfalls nicht. Johanna (l.) und Maxi genießen gern die Landluft – aber auf Dauer helfen vor allem Projekte, die Arbeitsplätze bieten. Der Freistaat geht jetzt in die Ideen-Offensive. Archivfoto: Steffen Unger

Die Dorfentwicklung im Landkreis Bautzen wird schwieriger: Ab 2014 gibt es weniger Geldder EU für Projekte vor Ort. Die Fördernetzwerke sollen gestärkt werden. Geht das?

14.01.2013 Von Frank Oehl

Hiltrud Snelinski, die 60-jährige Bürgermeisterin in Rammenau, kann stolz sein. Ihre Gemeinde wurde 2012 als schönstes Dorf Sachsens gekürt. Dies ist auch ein Ausweis für gelungene ländliche Entwicklung, die über Fördertöpfe gepuscht wird. Offenbar wissen die Rammenauer, wie man da ran kommt. So wurde die alte Schmiede im Ort zu einem Touristikzentrum. 400000 Euro dafür kamen über Leader plus, ein EU-Zuschussprogramm.
300000 Euro hat die Gemeinde selbst locker gemacht. „Vor allem Dank vieler Spender“, sagt die Bürgermeisterin. Denn der Ausbau des historischen Gebäudes war das eine, das andere ist seine nutzbringende Ausstattung. Auch dazu braucht man örtliche Netzwerke. Hiltrud Snelinski weiß, dass ab 2014 weniger Geld aus der EU in die sächsische Dorfentwicklung in Sachsen fließen wird. Über dessen Verwendung soll weiterhin vor Ort, in den Förderregionen entschieden werden. Ist da womöglich richtiges Hauen und Stechen angesagt? Die SZ blickt zurück und voraus:

Warum wird in Sachsen der ländliche Raum gefördert? 

Weil etwa die Hälfte der Bevölkerung nicht in den Ballungsgebieten, sondern gerade im Ländlichen lebt – allerdings mit abnehmender Tendenz. Gegen das scharfe Demografie-Schwert hat die Staatsregierung Leitlinien für den ländlichen Raum verfasst. Sie rücken die Lebensqualität stärker als bisher in den Mittelpunkt – also z.B. Einkommen und Beschäftigung, Wettbewerb, Mobilität, Infrastruktur. Seit 2008 sind in Sachsen etwa 6000 Projekte realisiert worden, die in 35 Förderregionen eigenständig ausgewählt und umgesetzt wurden. Etwa 500 Millionen Euro standen dafür zur Verfügung.

Hat die Eigenverantwortung der Regionen funktioniert? 

Im Großen und Ganzen. Jedenfalls möchte der Freistaat daran festhalten. Die EU plant aber offenbar, die Entscheidungsfreiheit der Regionen zurückzufahren. Auch deshalb verstärkt die Staatsregierung ihr Werben für lokale Entscheidungshoheit. Dies geht jetzt mit sogenannten Ideenbörsen einher. Sie sollen die entstandenen Netzwerke stärken und neue Kooperationen ermöglichen. Die erste von zehn Ideenbörsen findet im Landkreis Bautzen statt. In Rammenau.

Hat der Landkreis Bautzen etwa besondere Referenzen? 

Er gehört zu den Vorreitern. Bestes Beispiel ist die Breitbanderschließung bis Mitte 2013 – das größte Projekt zur ländlichen Entwicklung im Landkreis Bautzen. Bürgermeisterin Snelinski: „Das ist wirklich eine gute Sache. Rammenau ist jetzt komplett am DSL-Breitband angeschlossen.“ Der Standortfaktor des schnellen Internets wurde und wird über den Landkreis, der auch Bewilligungsbehörde für alle Projekte ist, mit 12 Millionen Euro bezuschusst. Landrat Michael Harig: „Ein Beispiel, wie interkommunale Zusammenarbeit funktioniert.“

Zielt die Projektförderung auch auf überregionale Bedeutung? 

Das ist wünschenswert, aber keine Bedingung, da es ja gerade auch um die Entwicklung des ländlichen Raumes in seiner Breite geht, was lokale Kompetenz und Bedeutung einschließt. Im Landkreis wurde eine ganze Reihe von Projekten mit EU-Fonds zu größerer Ausstrahlung gebracht. Beispiele sind neben der Alten Schmiede in Rammenau die Krabatmühle in Schwarzkollm, die Außensanierung von Kirchen wie in Fischbach und Wachau, Projekte im Lausitzer Seenland oder der Neubau der Kindergärten in Sohland oder Kleinröhrsdorf.

Wie hoch ist das bisher im Kreis realisierte Förderbudget? 

Im Landkreis Bautzen gab es seit 2008 bis jetzt etwa 700 Fördermittelbescheide, die ein Budget von 67 Millionen Euro umfassen. Seit 2011 gibt es EU-Gelder auch für die energetische Sanierung von Schulhäusern und Kindergärten. So ist jetzt zum Beispiel auch der Umbau der Kita „Jan Skala“ in Nebelschütz teilweise förderfähig. Über EU-Mittel zur „Integrierten Ländlichen Entwicklung“ wurden zum Beispiel 122 denkmalgeschützte Gebäude erhalten und etwa 95 Kilometer Straße ausgebaut.

Steht auch die Schaffung von

Arbeitsplätzen im Zentrum? 

Wenn der Raum abseits der großen Städte entwickelt werden soll, dann sind dafür dauerhafte Arbeitsplätze das entscheidende Argument. Deshalb wird auf Projekte mit nachhaltiger Beschäftigung auch in Zukunft großer Wert gelegt. Rammenaus Bürgermeisterin Snelinski sieht gerade darin eine große Herausforderung: „Nur mit dem Ehrenamt sind unsere Dörfer nicht zu retten.“ Auf dem Lande im Landkreis wurden über die EU-Förderung bisher 760 Personen dauerhaft angesiedelt und 226 Arbeitsplätze neu geschaffen. Auch die Sicherung der vorhandenen Beschäftigung ist ein Förderziel.

Hat die Dorfförderung nicht auch was von Gießkanne? 

Das sagt keiner so, weil der Begriff Gießkannenförderung negativ besetzt ist. Aber im ländlichen Raum, der die Vielfalt beansprucht, ist die möglichst breite Streuung der Zuschüsse durchaus sinnvoll. Deshalb wurde die Projektauswahl und -realisierung ja auch in die Hände der Förderregionen vor Ort gegeben. Sie sind nicht an Gebietskörperschaften gebunden. Im Landkreis Bautzen bzw. in den Kreis hinein wirken fünf Förderregionen. Sie befinden selbstständig auch über kleinere Projekte, die Akzeptanz vor Ort finden und auch möglichst dort entschieden werden sollten. An diesem Anspruch will der Freistaat festhalten, auch wenn von 2014 bis 2020 womöglich nur noch 330 Millionen Euro der EU verteilt werden können. Auf ein Wort

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/neue-ideen-braucht-das-land-2483822.html


Turbo-Internet: Technik steht zu 90 Prozent

Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung
Mittwoch, 12. Dezember 2012

Bautzen. Schneller ins Internet - bis zum Sommer 2013 soll das im Kreis Bautzen für fast alle Haushalte gelten. Das Projekt zum Ausbau des Breitbandnetzes kommt nach Angaben der Telekom gut voran. Die Technik im Hintergrund steht zu 98Prozent, auch die notwendigen Glasfaserverbindungen konnten zu fast 90 Prozent verlegt werden.

Zahlreiche Orte, die bislang mit einem langsamen Internet leben mussten, profitieren bereits jetzt davon. Der Rest folgt bis zum 30. Juli nächsten Jahres. Vor dem Start des Projekts im August 2011 gab es im Landkreis mehr als 300 Orte und Ortschaften, in denen die Internetanbindung nicht dem heutigen Standard entspricht.

Ziel des Breitbandausbaus ist es, insgesamt 115000Haushalte und 15000 Gewerbekunden im Landkreis mit einem schnelleren Internetzugang zu versorgen. Mit einem Volumen von 14Millionen Euro handelt es sich um das deutschlandweit größte Projekt der Telekom zum Ausbau des Breitbandnetzes. Konkret rüstet das Unternehmen dafür 350 Knotenpunkte technisch auf und verlegt mehr als 500 Kilometer Glasfaserkabel.

Nach Angaben von Landrat Michael Harig (CDU) ist Bautzen einer von nur vier Landkreisen in Deutschland, der das Thema Breitband-Ausbau kreisweit angeht. Meist sei dies Sache einzelner Städte und Gemeinden oder kleiner Zweckverbände. Die raschen Fortschritte bestätigen jedoch aus Sicht des Landrats die Entscheidung für eine zentrale Lösung. (SZ/us)


Fördermittel für Mittelschul-Anbau sind jetzt da

Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung
Freitag, 16. November 2012

Das lange Warten hat sich gelohnt. Die Gemeinde Malschwitz erhielt jetzt den Fördermittelbescheid über 284000Euro für die Mittelschule Malschwitz. Darüber informierte Bürgermeister Matthias Seidel (CDU) die SZ. Das Geld ist für einen Anbau mit drei Klassenräumen gedacht. Die Gemeinde hat Eigenmittel in Höhe von rund 28000Euro im Haushalt.

Seit vielen Jahren wartet die Gemeinde Malschwitz auf diesen Bescheid. Ursprünglich sollte das gesamte Projekt über das Kultusministerium gefördert werden. Beantragt wurde die Förderung bereits 2008. Der damalige Kultusminister sagte 2011 vor Ort sogar die Mittel zu. Doch die Planung musste dann auf Wunsch der Förderstellen mehrfach überarbeitet werden. Zuletzt war die Gemeinde als sogenannter Nachrücker im Förderprogramm für den ländlichen Raum (Ile) behandelt worden. „Wir wollen nun im Januar die Aufträge für den Anbau ausschreiben“, sagt Matthias Seidel. (SZ/kf)


Viel Platz zum Spielen und Lernen

Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung
Donnerstag, 15. November 2012

Von Carmen Schumann

Große Freude bei den Hortkindern: Aus der alten Grundschule wurde ein tolles Freizeitparadies.

Als die Grundschule Großdubrau 1906 eingeweiht wurde, schlugen für deren Bau
29 000 Mark zu Buche. Jetzt ist das Gebäude zum Hort umgebaut worden. Da sehen die Zahlen schon etwas stattlicher aus: 620 000 Euro wurden in einem Dreivierteljahr hier verbaut. Davon erhielt die Gemeinde 370 000 Euro an Ile-Fördermitteln.

Am Dienstag wurde der umgebaute Hort, der jetzt „Zur alten Schule“ heißt, feierlich an seine Nutzer übergeben. Die Dritt- und Viertklässler der Grundschule Großdubrau dürfen jetzt hier ihre Freizeit nach dem Unterricht verbringen. Ihre Freude darüber ist gewaltig: „Wir haben jetzt sogar eine Schminkecke“, sprudelt es aus Paula heraus. Und die anderen Mädchen freuen sich auch darüber, dass sie jetzt ein eigenes Zimmerchen haben, das sogenannte Mädchenzimmer mit der Hauptfarbe Orange. Analog dazu haben die Jungen ein Jungenzimmer, das in Grün gehalten ist. „In diese Zimmer können sich die Kinder nach Geschlechtern getrennt zum Quatschen zurückziehen“, sagt Sylvia Kunze, die bei dem Trägerverein „Kinderinsel“ für den Hort zuständig ist. Zusammen mit drei weiteren Erzieherinnen betreut sie derzeit insgesamt 68 Hortkinder aus den dritten und vierten Klassen. „Die Kapazität ist für maximal 80 Kinder ausgelegt“, sagt Sylvia Kunze. Die Erzieherinnen verstünden sich als Begleiter und Moderatoren, nicht aber als Animatoren, so die Hortleiterin.

Die Schüler hatten einen Teil des Hortes, genauer gesagt, das Obergeschoss, bereits zum Schuljahresbeginn in Besitz genommen. Allerdings konnten die unteren Räume bis jetzt noch nicht genutzt werden, weil wegen eines Wassereinbruchs im Keller die Fußböden erst noch austrocknen mussten. Unten befindet sich ein Sport- und Bewegungsraum, die Kinderküche und ein Multigruppenraum. In der oberen Etage gibt es die bereits genannten Mädchen- und Jungenzimmer, einen Kreativraum und das Hausaufgabenzimmer.

Die Freude über den neuen Hort ist nicht nur bei den Kindern groß. Auch die Einwohner von Großdubrau freuen sich, dass sie jetzt durch die wieder in Gang gebrachte Schulglocke wissen, was die Stunde geschlagen hat.


Ran an den Computer

Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung
Dienstag, 6. November 2012

Von Kerstin Fiedler

Immer mehr Dörfer erhalten schnelles Internet. Wer damit noch nicht so geübt ist, kann das ändern. Dank einer Förderung.

Heidrun S. gefällt die Arbeit am Computer. „Ich habe schon einmal einen Grundkurs gemacht, aber hier lerne ich noch viel mehr“, sagt die 48-Jährige. Sie ist eine der Teilnehmerinnen am Programm „Sachsen 50+ – Mit Sicherheit ins Netz“. Daran können vor allem Menschen teilnehmen, die bisher gar nicht oder nur wenig mit dem Computer zu tun hatten. Gefördert wird die Maßnahme über den ländlichen Raum. Die Idee entstand, als klar war, dass auch im ländlichen Raum des Kreises Bautzen bald schnelles Internet verfügbar ist. Und so stand die Frage, was mit den Leuten ist, die noch keine so große Sicherheit mit dieser Technik haben. Das Projekt wurde ausgeschrieben, den Zuschlag bekam das Fachkräftenetzwerk Oberlausitz in Bautzen. In der Stadt, die zur Förderregion Heide und Teiche im Bautzener Land gehört, begannen auch die ersten Kurse.

Neben Heidrun S., die hofft, mit dem Kurs eher an einen Job im Call-Center zu kommen, sitzt auch Wolfgang R. im Seminarraum. Er hat sich lange gesträubt, den Computer in sein Leben zu lassen. „Obwohl meine Kinder und mittlerweile sogar die Enkel damit umgehen können“, sagt Wolfgang R. Ihm fällt es schwer, mit der Technik zurechtzukommen. Das gibt er zu. Aber durch die Arbeit in der kleinen Gruppe geht es jedes Mal leichter, sagt der 51-Jährige. Er ist, genau wie Heidrun S., arbeitsuchend. Als Fleischer hat er keine Arbeit gefunden. Aber er hat auch schon im Handel gearbeitet, hofft, dass er mit Computerkenntnissen dann eine Chance bekommt.

Das sei unter anderem Ziel der Kurse, sagt Dozent Marcus Das Gupta. „Der Lehrgang ist zwar nicht an ein Ziel gebunden, aber gerade in diesem Fall kann das Internet helfen, zu einer Arbeitsstelle zu kommen“, sagt Das Gupta. Elektronische Bewerbungen sind mittlerweile in vielen Firmen normal. Auch das Einkaufen übers Internet nimmt gerade im ländlichen Raum eine größer werdende Bedeutung ein. Wenn heute über Zusammenschlüsse von Gemeinden gesprochen wird, sind Ämtergänge eher auf elektronischem Weg zu absolvieren. Aber auch im privaten Bereich kann das Internet helfen. Zum Beispiel, wenn die Kinder und Enkel wegen der Arbeit nicht mehr zu Hause leben. „Wenn sie mal schnell ein Foto schicken wollen, ist die Entfernung nicht mehr so groß“, sagt Marcus Das Gupta. Das motiviert auch Gabriele D. Bei der 54-Jährigen hat das Jobcenter angefragt, ob sie den Kurs machen will. „Ich hab mir gedacht, es kann ja nicht schaden“, sagt sie. Da sie selbst zu Hause keinen Computer hat, ist das eine Chance, etwas zu lernen. „Ich hab zwar manchmal schlaflose Nächte, weil ich nicht weiß, ob ich wieder was vergessen habe, aber eigentlich ist das hier ganz gut. Ich will mir von den Kindern einen Computer wünschen, um zu Hause zu üben“, sagt sie nun schon nach den ersten Stunden.

Das Gute an dem Angebot ist auch, dass nach Abschluss der Maßnahme das Seminarmaterial von den Teilnehmern im Internet abrufbar bleibt. „So kann man immer wieder nachschauen, wenn etwas vergessen wurde“, sagt Marcus Das Gupta. Die Kurse finden auch nicht straff hintereinander statt. „In der Zielgruppe brauchen wir eben ein bisschen länger. Darauf richten wir uns ein“, sagt der Dozent. Er geht auf die unterschiedlichen Lerntypen ein. Der Unterricht findet in kleinen Gruppen statt, so dass es vom Vormachen übers Erklären zum Selbermachen geht.


Frisch vom Hof

Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung
Samstag, 20. Oktober 2012

Von Frances Scholz

Monika Wauer hat eine glückliche Kindheit auf dem Lande verbracht. Das spürt man in ihrem Laden.Viele kleine Marmeladengläschen, ein paar Flaschen Eierlikör, verschiedene Weine und ein schwerer Holzkorb mit frischen Eiern. Für manch einen mag diese Auswahl im kleinen Hofladen von Monika Wauer nichts Besonderes sein. Die Ladenbesitzerin selbst erfüllte sich damit einen Traum, als sie am vergangen Sonntag zum ersten Mal die Tür für Besucher öffnet.

„Ich war überwältigt von der positiven Resonanz. Auch das Essen, wie die selbst gemachte Ochsenschwanzsuppe von unseren eigenen Rindern, war sehr beliebt. Für mich war das eine Bestätigung den Hofladen ausgebaut und aufgemacht zu haben“, sagt Monika Wauer. Denn der alte Hof in Kleinholscha hat eine lange Tradition. „Das Grundstück wurde schon 1898 von meiner Urgroßmutter gekauft. Damals stand da nur eine kleine Hütte“, sagt die Neschwitzerin. 1910 wurde dann ein Wohnhaus und der Stall gebaut. Von da an wurde aus dem Gehöft ein traditioneller Bauernhof. „Es gab viele Tiere, zum Beispiel Schweine, Milchkühe, Hühner und immer viel zu tun“, sagt die studierte Landwirtin. Sie selbst wächst auf dem Bauernhof auf. 1961 tritt die Familie zusammen mit vier weiteren Höfen in die LPG ein. „Die LPG hieß Wiesengrund. Es war eine schöne Zeit, weil wir als Kinder viel mit auf den Feldern geholfen haben und Spaß hatten. Es war wie eine große Gemeinschaft“, erinnert sich Monika Wauer, die bis zur Wende selbst in der Landwirtschaft arbeitet.

Danach fängt sie beim öffentlichen Dienst an. „Ich war oft auf Dienstreise, vor allem in der Eifel“, sagt sie. Und dort kommt ihr auch das erste Mal die Idee, einen eigenen Hofladen zu eröffnen. „In der Eifel gibt es wirklich viele kleine Bauernhöfe und jeder Hof hat seinen eigenen Laden“, sagt die 59-Jährige. Das Schöne daran sei, dass sich die Bauern untereinander helfen und jeder vom anderen ein paar Produkte mit verkauft. „Das faszinierte mich irgendwie und erinnert mich an unsere Gemeinde. Die Leute haben die Hofläden gut angenommen. Das zeigte mir, dass es wichtig ist, sich auf das zu besinnen, was gut ist und aus der Natur kommt. Das hat mir auch immer meine Mutter vermittelt“, sagt sie.

Nach dem Tod der Mutter, steht die Frage, wie es mit dem Hof nun weitergeht. „Mein Mann und ich wollten den Hof sinnvoll nutzen und als landwirtschaftlichen Nebenerwerb betreiben“, sagt sie. Zunächst hatten beide die Idee eine Mutterkuhherde zu halten. Dann erinnert sich Monika Wauer an die Hofläden in der Eifel. „Ich dachte so ein kleiner Hofladen wäre einfach toll“, sagt Monika Wauer, die bei der Arbeitsagentur in Hoyerswerda arbeitet. Doch der Bauernhof ist schon alt und muss saniert werden.

„Ich habe meine Idee unserem Bürgermeister Gerd Schuster vorgestellt und er hat diesen Vorschlag sehr unterstützt. Er hat mich dann an Rudolf Richter verwiesen vom Koordinationsausschuss Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft“, sagt Monika Wauer. Er hilft ihr eine Förderung für die integrierte ländliche Entwicklung für den Ausbau des Bauernhofes zu beantragen. „Wir mussten einen Business Plan und ein Konzept erarbeiten und einreichen. Dem wurde 2010 zugestimmt“, sagt die Ladenbesitzerin. Insgesamt drei Jahre dauert die Umsetzung ihres Projektes. Doch während der Bauphase gibt es ein Problem.

„Ursprünglich sollten nur das Wohnhaus und der Schweinestall, wo jetzt der Hofladen drin ist, saniert werden. Aber ein morscher Balken erforderte einen zusätzlichen Ausbau“, sagt Monika Wauer. So kommen zusätzliche Kosten auf das Ehepaar zu. Nun ist der Laden seit einer Woche geöffnet. „Davon leben kann man natürlich nicht. Mein Mann und ich betreiben den Hofladen nur nebenbei“, sagt sie.

Dort verkauft sie ihre selbst gemachten Marmeladen. Die Früchte holt sie aus der Region. Eier vom eigenen Hühnerstall gibt es ebenfalls. Auch Rindfleisch kann man bei ihr kaufen. „Wir haben eine Herde von acht Rindern. Sie wachsen auf nicht gedüngten Wiesen auf“, sagt Monika Wauer. Ihr Mann Dietmar kümmert sich mit um die Tiere. „Ohne meine Familie, vor allem meinen Mann, würde ich es nicht schaffen. Ich hoffe, dass wir noch lange die alten Traditionen bewahren können und dass der Hofladen von allen gut angenommen wird“, sagt Monika Wauer.

Öffnungszeiten im Hofladen: freitags von 16 bis 18 Uhr, sonnabends von 10 bis 12 Uhr


Schnelles Internet für 300 Haushalte

Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung
Samstag, 13. Oktober 2012

Von Andreas Kirschke

Die Telekom arbeitet am Breitband-Ausbau in der Gemeinde Nebelschütz. Alle Ortsteile haben davon ihren Nutzen.In der Gemeinde Nebelschütz sollen künftig möglichst viele Haushalte mit schnellem Internet ausgestattet sein. Das betrifft insgesamt circa 300 Haushalte in allen Ortsteilen. Das sagte Ralf Thiem, Projektleiter „Mehr Breitband für Deutschland“ bei der Telekom-Niederlassung Bautzen, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Die Telekom gewährleistet den Ausbau für die Ortsteile Wendischbaselitz, Piskowitz, Dürrwicknitz und Nebelschütz. „Der Ortsteil Miltitz hat bereits eine DSL-Versorgung mit zwei Megabit pro Sekunde und ist nicht Bestandteil des geförderten Breitband-Ausbaus mit dem Landkreis Bautzen“, sagt Jürgen Will, Pressesprecher der Deutschen Telekom AG. „Durch den Standort des Technikschrankes für Dürrwicknitz in Miltitz können die Bürger aber auch vom Ausbau profitieren.“

Piskowitz als nächstes dran

Nebelschütz ist bereits seit 19. März dieses Jahres am Netz, Wendischbaselitz seit 21. März. Piskowitz, so die derzeitige Planung, soll am 7. Dezember 2012 angeschlossen sein. Dürrwicknitz folgt im ersten Quartal 2013.

„Es gibt eine konstruktive und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Telekom, Landkreis, Gemeinde und den beauftragten Vertragsfirmen“, unterstrich der Sprecher und verwies auf die Vorzüge der modernen Breitband-Technik. Bandbreiten von zwei bis 50 Megabit pro Sekunde führen zu einem deutlichen Standortvorteil für Bürger, Gewerbetreibende und öffentliche Einrichtungen. Breitband, so der Sprecher, sei auch ein zunehmend wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Kommunen. Ebenso können Handwerker und Gewerbetreibende die moderne Technik nutzen. Zum Beispiel um Dokumente und Fotos zügig aus dem Netz herunterladen zu können.

„Für uns als Gemeinde ist der Breitband-Ausbau ein wichtiger und richtiger Schritt“, sagte Bürgermeister Thomas Zschornak. „Damit tragen wir bei zum Erhalt und zum Ausbau der Infrastruktur. Damit erhalten wir auch Arbeitsplätze in der Region.“

Wichtiger Standortfaktor

Im gesamten Landkreis Bautzen sollen rund 90 Prozent der insgesamt 58000 Haushalte und fast 11000 gewerbliche Nutzer schnelles Internet erhalten. „Für die Bürger, aber auch für die Gewerbetreibenden ist der Breitband-Ausbau eine erhebliche Verbesserung der Infrastruktur im ländlichen Raum“, betonte Telekom-Pressesprecher Jürgen Will. „Sie ist auch ein zunehmend wichtiger Standortfaktor. Wie kein anderer Anbieter investiert die Deutsche Telekom daher nicht nur in die lukrativen Ballungszentren, sondern treibt den Breitband-Ausbau auch in den ländlichen Gebieten gezielt voran.“

Allein in Sachsen hat die Telekom seit 2009 über 400 Millionen Euro in den Breitband-Ausbau investiert und mit mehr als 80 Kommunen kooperiert. Neben den Einzelkooperationen hatte die Telekom unter anderem im Juni 2011 den Zuschlag für den Landkreis Bautzen erhalten. Die Förderung der Europäischen Union, des Freistaates Sachsen und des Kreises Bautzen für den Breitband-Ausbau beträgt insgesamt 14,2 Millionen Euro. „Auf 110000 Euro an Investitions- und Betriebskosten beläuft sich die Gesamtsumme des Breitbandausbaus für die Gemeinde Nebelschütz“, erläutert Ralf Thiem. „37000 Euro Förderung kommt aus verschiedenen Förderprogrammen der Europäischen Union, des Freistaates Sachsen und der Beteiligung aus Eigenmitteln des Landkreises Bautzen.“


Fördermittel für die Kita in Milkel sind da

Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung
Donnerstag, 11. Oktober 2012

Von Kerstin Fiedler

Das „Spatzennest“ hat nur 33 Plätze. Träger ist die Arbeiterwohlfahrt. Im nächsten Jahr kann das Haus saniert werden.

Die Freude ist groß beim Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (Awo), Klaus Naumann. Der Zuwendungsbescheid über die Förderung aus dem ländlichen Raum (Ile) ist gekommen. Von den insgesamt 306000 Euro für die Sanierung der Milkeler Kita werden 75Prozent gefördert. Die Gemeinde Radibor, zu der Milkel gehört, wird 100000Euro zur Verfügung stellen, wenn im nächsten Jahr ab März gebaut wird.

Bereits vor zwei Jahren nahm die Awo das Vorhaben in Angriff. Zwischenzeitlich sah es so aus, als ob die Fördermittel alle wären. Nun aber doch der Bescheid. „Es ist dringend notwendig, in der Einrichtung das Dach, die Außenwände und die Fußböden zu dämmen. Auch die Raumeinteilung ist sehr ungünstig. Dazu kommen Probleme im Brand- und Schallschutz“, sagt Klaus Naumann. Bisher gibt es kein Zimmer, in dem die Leiterin der Einrichtung sich mal ungestört, zum Beispiel mit Eltern, unterhalten kann. Auch das wird sich mit der Sanierung ändern.

Lange diskutiert wurde in den Gemeinderatssitzungen auch, ob die Kita noch den anschließenden Kulturraum dazubekommen kann. Dem wurde letztlich zugestimmt unter der Maßgabe, dass dann die Senioren und auch andere Vereine in Räumen der ehemaligen Volksbank ein neues Domizil bekommen. Radibors Bürgermeister Vinzenz Baberschke (CDU) hat das den Milkelern zugesagt. Nun könnte sogar noch die Gaststätte, deren Betreiberin schließen will, für den Kindergarten genutzt werden. „Das liegt aber nicht innerhalb dieser Planung. Aber wir denken schon darüber nach, denn wir brauchen ja auch immer mal Platz zum Lagern. Vielleicht können dort ja auch Toiletten entstehen, die die Kinder nutzen, wenn sie im Garten sind“, sagt Klaus Naumann.

Die Aufträge für die Arbeiten sollen im Januar ausgeschrieben werden. „Wir hoffen da auf gute Preise und wollen im März mit dem Umbau beginnen“, sagt Klaus Naumann. Dazu müssen aber die Kinder an einen anderen Ort ziehen, denn die Sanierung ist während des laufenden Betriebs nicht zu schultern. Vorgesehen sind Räumlichkeiten in der Feuerwehr. Anfang November wird es eine Begehung mit allen geben, die sagen können, ob und mit welchem Aufwand die Kinder dort von März bis Jahresende betreut werden können. „Wir hoffen auf die Kompromissbereitschaft des Landesjugendamtes“, sagt Vinzenz Baberschke.

Wenn alles klappt, ziehen die Kinder im Herbst wieder um. Dann hat Radibor drei topsanierte Kitas.


Dach der Oßlinger Mittelschule ist dicht

Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung
Freitag, 7. September 2012

Von Manuela Reuß

Für 230 000 Euro wurde das 108 Jahre alte Gebäude saniert. Lehrer und Schüler freuen sich über bessere Bedingungen. Die Eltern dürfen das Haus erst zum Schulfest besichtigen.Endlich hat das Wannenschieben ein Ende. Auf der Oßlinger Mittelschule prangt seit Kurzem ein funkelnagelneues Dach. Das war auch bitter nötig. Das alte war ein einziger Flickenteppich. „Da ging gar nichts mehr“, erzählt Schulleiterin Liane Grötschel. Bei Regen wurde durchtropfendes Wasser mit Schüsseln und Wannen aufgefangen. „Wir haben immer gehofft, das die Substanz nicht angegriffen wird.“

Ein paar Balken ausgetauscht

Doch das passierte zum Glück nicht. Lediglich ein paar Balken mussten ausgetauscht werden. Eigentlich beachtlich, dafür dass das Dach bereits 108 Jahre auf dem Buckel hatte. Genau so alt ist die Klinkerfassade des Hauses. Da es unter Denkmalschutz steht durfte allerdings keine energetische Sanierung erfolgen – also beispielsweise eine Wärmedämmfassade angebracht werden. Die in die Jahre gekommene Außenhaut wurde lediglich abgekärchert und neu verfugt. Damit die Heizungswärme künftig in der Schule bleibt, packten die Bauarbeiter eine massive Dämmung unters Dach. „Ich denke das macht viel aus“, schätzt die Schulleiterin ein.

Quasi als Entschädigung dafür, dass die Fassade nicht verändert werden durfte, gestatteten die Denkmalspfleger den Einbau von Dachfenstern. Das kommt den Oßlingern sehr entgegen. Denn der geräumige Dachboden soll später noch ausgebaut werden, um Platz zu gewinnen. In der Schule wird es nämlich langsam eng. Kein Wunder: In diesem Jahr gibt es erstmalig in jedem Jahrgang eine Klasse. Mit den heutigen Zehntklässlern startete die Evangelischen Mittelschule seinerzeit das Wagnis Freie Schule.

Inzwischen sind die Oßlinger staatlich anerkannt und haben einen festen Platz in der Bildungslandschaft des Kreises. 132 Schüler lernen in diesem Schuljahr in der Evangelischen Mittelschule. In den frisch gemalerten pastellfarbigen Räumen macht ihnen das besonders viel Spaß. Liane Grötschel freut sich, dass auch die Zehntklässler noch etwas von der Sanierung haben. Schließlich sind sie diejenigen die alles ausprobieren und auch durch Dürrezeiten mussten. In den Genuss neuer Sanitäranlagen werden sie allerdings nicht mehr kommen. Die müssten auch erneuert werden. Doch dafür fehlt momentan noch das Geld.

Rund 230 000 Euro hat die Sanierung innen und außen gekostet. Davon kamen 140000 Euro aus dem Fördertopf Integrierte ländliche Entwicklung. Eine willkommene Unterstützung. Doch auch dieses Geld musste der Schulförderverein erst mal vorstrecken. Das hieß auf die Suche nach einer Bank gehen, die einen Kredit gewährt. Die Fördermittel durften nur für Dach und Fassade verwendet werden. Nahezu alles, was im Schulgebäude passierte war nicht förderfähig, musste also aus eigener Tasche berappt werden. Stemmen konnte man das nur dank der großzügigen Unterstützung vieler Sponsoren und natürlich der Eltern.

Noch Platz unterm Dach

Zu tun gäbe es im und um das Schulhaus noch einiges und auch an Ideen mangelt es den Oßlingern nicht. Nur am Geld. Deshalb will der Schulverein zum diesjährigen Schulfest Stifterbriefe ausgeben. Schließlich soll möglichst bald der Dachausbau in Angriff genommen werden. Zum Schulfest dürfen dann auch die Eltern einen Blick ins sanierte Haus werfen. Viele seien schon ganz neugierig, weiß Liane Grötschel. Genauso neugierig wie ihre Sprösslinge am ersten Schultag. Doch auch die hatte das Lehrerkollektiv zunächst etwas zappeln lassen bevor es ins Schulhaus ging. „Zu sehen, wie die Schüler mit Freude ihre neuen, hellen freundlichen Räume in Besitz nahmen, das war schon toll.“


Schnell im Netz oder bald ganz draußen

Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung
Freitag, 31. August 2012

Ulli Schönbach


über das schnelle Internet im Kreis

Vor zwanzig Jahren erhielt ich meine erste E-Mail-Adresse. Die Uni teilte sie mir zu – so wie jedem Studenten. Ratlos starrte ich auf die Buchstaben-Kombination und wusste nicht, was ich damit anfangen sollte. Von diesem Internet hatte ich zwar schon gehört, aber keine rechte Vorstellung davon. Es schien mir doch eher eine Angelegenheit für Computerfreaks zu sein.

Die Zeiten änderten sich: Ich entdeckte – wie Millionen andere Menschen – den Vorteil von E-Mail und Online-Banking. Rasch lernte ich das Internet als universelles Nachschlagewerk zu schätzen, aber auch als Marktplatz, auf dem die Geschäfte täglich 24Stunden geöffnet sind.

So wie das Internet unser Privatleben verändert hat, so verändert es auch die Wirtschaft. Der Standort eines Unternehmens und seine Anbindung ans Verkehrsnetz bleiben wichtige Größen. Aber ihre Bedeutung schwindet. Das Internet ermöglicht neue Formen der Zusammenarbeit. Standortnachteile werden relativiert. Markteintrittsbarrieren sinken.

Gut für Regionen, die technologisch auf der Höhe sind. Nur leider zählt der Landkreis Bautzen bisher nicht dazu. Die Internetnutzung und die Versorgung mit schnellen Breitbandanschlüssen liegt deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt. Der Ausbau des Netzes bis 2013 ist deshalb mehr als eine Frage der Lebensqualität. Die Anbindung an die Datenautobahn ist heute so wichtig wie einst der echte Autobahnschluss. Nur mit dem Unterschied, dass ein Kilometer Autobahn zehn Millionen Euro kostet, ein Kilometer Glasfaserkabel kommt schon für 50 000 Euro in die Erde.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=3144715


Aus Streuobst wird Saft

Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung
Freitag, 10. August 2012

Die Ernte von Streuobstwiesen ist Grundlage für das Geschäft von Thomas Höhne. Auch aus den Äpfeln, die hier zu sehen sind, wird in der Mosterei „Strowie“ Saft gepresst. Den Betrieb gibt es seit einem Jahr. Gestern wurde ein Hofladen eröffnet, an der Stelle, wo einst ein Pferdestall war. Wer will, kann hier eigenes Obst verarbeiten lassen und als Saft mit nach Hause nehmen.


Löwenzahn-Kita Wurschen wird saniert

Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung
Freitag, 10. August 2012

Von Kerstin Fiedler

Erste Planungen sahen nur einen verbesserten Brandschutz vor. Jetzt wird daraus ein Komplettpaket. Der Zeitplan ist eng.

Rosemarie Bräuer geht mit einem Lächeln durch die Baustelle in ihrer Kindertagesstätte. Vor allem im Erdgeschoss wird gebaut. Dort entsteht das neue Paradies für die Krippenkinder. Die Helligkeit in den Räumen fasziniert. Wo früher kleine Küchenfenster waren, gehen die Glasscheiben jetzt fast bis zum Boden. Alte Trennwände verschwanden, neue kommen hinzu, um für die Jüngsten noch eine Kuschelecke zu gestalten. „Die Matte dafür habe ich schon ausgesucht, das liegt mit im Kostenplan“, sagt Rosemarie Bräuer.

Fußbodenheizung für die Krippe

Die Bauarbeiten in der Kita wurden notwendig, weil es Auflagen für den Brandschutz gab. Zunächst sollte also nur eine neue Fluchttreppe gebaut werden und das während laufendem Betrieb. Doch dann entstand die Idee, gleich am Raumzuschnitt etwas zu verändern. „Wir sind sehr froh, dass Planer Bernd Bämsch viele gute Ideen hat und auch unsere Vorschläge mit aufnimmt“, sagt Rosemarie Bräuer. Denn es gab schon nach den ersten Abbrucharbeiten, die die Mitarbeiter des Bauhofs erledigten, Überraschungen. Vor allem im Fußboden mussten so einige Arbeiten zusätzlich erbracht werden. Doch jetzt sind schon der Unterbeton und die Sperrung fertig. „Der gesamte Krippenbereich bekommt eine Fußbodenheizung“, sagt Rosemarie Bräuer.

Apropos Heizung. Auch hier hat die Stadt noch einmal nachgedacht und sich letztlich im Stadtrat zu einer sogenannten energetischen Sanierung durchgerungen. Was soviel heißt, dass es eine neue Außendämmung, eine neue Heizung und sogar ein neues Dach geben wird. Möglich wird dies durch einen zinsgünstigen Kredit über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bank). 250000Euro hat die Stadt dafür aufgenommen, abzuzahlen in den nächsten 20 Jahren. Die Heizung wird im nächsten Jahr auf Erdwärme umgestellt. „Die erste Zeit wird noch die alte Heizung genutzt“, sagt Rosemarie Bräuer. Schließlich steht nach wie vor das große Ziel, dass die Kinder im Dezember aus dem Ausweichquartier in Buchholz wieder nach Wurschen ziehen können. „Wir hoffen sehr, dass die Bauarbeiter das schaffen, denn wir haben es ja den Eltern versprochen“, sagt die Kita-Leiterin. Schließlich müssen die Eltern derzeit einiges umorganisieren, und der Weg nach Buchholz und wieder zurück ist natürlich weiter als bis Wurschen. Das Ausweichquartier nutzte die Stadt bereits bei der Sanierung der Kita „Strombergwichtel“ in Weißenberg. Allerdings waren dort weniger Kinder. In Wurschen werden insgesamt 85Kinder betreut. „Wir haben uns eingelebt. Aber es ist wirklich nur ein Kompromiss“, sagt Rosemarie Bräuer.

Im Erdgeschoss führt demnächst eine große Tür von der Garderobe direkt zur Terrasse. Zwei Krippengruppen werden diesen Ausgang nutzen. Denn am Ende des Ganges zur Giebelseite entsteht auch eine Terrassentür. Der lange, früher sehr dunkle Flur erhält viele Glaselemente, so dass das Licht von den großen Fenstern bis in den Flurbereich fällt. Ein Zimmer am Gang wird zum Mehrzweckraum. Am Ende des Ganges werden die größeren Krippenkinder betreut.

Der Treppenbereich wird brandschutztechnisch mit den geforderten Türen ausgestattet, der eingebaute Fahrstuhl, der vor allem für den Essen- und Geschirrtransport genutzt wird, hat seine Öffnungen dann nur noch zum Flur. Die Ausgabeküche und eine Kinderküche entstehen im Obergeschoss. Dort ist am Ende des Ganges ein zusätzlicher Bewegungsraum. Der Schallschutz aus DDR-Zeiten bleibt dort und in all den anderen Räumen, wo er existiert, erhalten. „Der ist richtig gut“, freut sich die Kita-Leiterin. Im Obergeschoss wird neuer Fußbodenbelag verlegt, denn der alte ist von 1991.

Kinder ziehen jährlich um

Das Raumkonzept in der „Löwenzahn“-Kita sieht so aus, dass nach jedem Schuljahr die Kinder je nach Alter den Raum wechseln. „Damit hat jedes Kind mal mehr oder weniger Vorteile. Und es entfällt das ständige Möbelrücken“, sagt Rosemarie Bräuer. Deshalb achtet sie jetzt auch darauf, dass genügend Steckdosen in den Gruppenräumen sind. Ob Lichterkette oder Rekorder – jetzt hängen keine Leitungen mehr rum. Auch ein Ergebnis der Beratungen mit dem Planer.

Rosemarie Bräuer ist zufrieden. Denn nach dieser Sanierung hat sie aus ihrer Sicht einen Idealzustand für die Kinder erreicht. So kann sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge im April 2013 in den Ruhestand gehen.


Große Wünsche sind erfüllt

Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung
Freitag, 3. August 2012

Von Hagen Linke

In Kotten gibt es viel mehr als Kühe und Käse. Zum Beispiel die ehemalige Schule, die endlich saniert wurde. Kotten versteckt sich hinter Bäumen und an diesem Montagnachmittag unterm Regenbogen. Der Blick von der Straße Richtung Saalau geht über Strohballen und bleibt an großen Betonbauten hängen. „Kuh, Käse, Kilowatt“ – durch das Motto der Krabat-Milchwelt ist Kotten oft im Gespräch. Seitdem die MKH-Agrar-Produkte GmbH Wittichenau 2008 mit einer Biogasanlage und einer Schaukäserei zeigt, wie Kreislaufwirtschaft funktioniert, kommen die Menschen sogar in Reisebussen. Und das merkt man auch im Dorf. Bewohner und MKH unterstützen sich gegenseitig, zum Beispiel bei Festen, sagt Ortsvorsteherin Gabriela Jorsch. „Wir arbeiten da Hand in Hand.“

Einzug in neue Wohnanlage

Wir treffen uns zum Dorfrundgang an der „Alten Schule“. Sie liegt zwischen Milchwelt und der Schwarzen Elster, hinter der gleich der Dorfkern beginnt. Die Schule, 1926 gebaut, steht seit elf Jahren leer. In ein paar Tagen fahren aber Umzugswagen vor. Ramona Fischer und Brigitte Salowsky-Nerlich, die in der Hoyerswerdaer Schulstraße einen Pflegepark betreiben, lassen das Haus seit knapp einem Jahr in eine Anlage für betreutes Wohnen umbauen. Aus den Klassenräumen entstehen Ein-Raum-Wohnungen. Die 22 Apartments sind fertig. Sie sind für Senioren gedacht, die noch weitestgehend selbstständig sind, aber auf Hilfe nicht verzichten wollen. „Ab 15. August ziehen die Ersten ein“, sagt Brigitte Salowsky-Nerlich. Ortschaftsrat Hubertus Korch erklärt, man habe lange um eine Nachnutzung gekämpft. „Das Haus wird nicht besser, wenn es leer steht. Wir sind froh, dass wieder Leben einzieht.“

Der Konsum blieb erhalten

Die neuen Kottener werden sicher bald heimisch werden, hofft Gabriela Jorsch. „Die Sache muss wachsen.“ Zum Beispiel beim Dorffest an diesem Wochenende. Es findet wie immer gleich neben der „Alten Schule“ statt. Parallel dazu ist an diesem Sonntag auch die Alte Schule zu besichtigen. Begegnen kann man sich auch im Konsum hinter der Schwarzen Elster. „Dass ein 200-Seelen-Dorf einen Konsum hat, ist schon außergewöhnlich“, sagt die Ortsvorsteherin. Gleich daneben ist der Dorfclub, gegenüber die Kapelle. Das Gotteshaus hat im Vorjahr neue Fenster bekommen. Nachdem das Mauerwerk trockengelegt ist, soll die Außenfassade neu gestaltet werden. Nächstes Jahr wird die Kapelle 40 Jahre alt.

Neues gibt es auch entlang der Dorfstraße, die vor drei Jahren saniert wurde. In den zurückliegenden Wochen wurde der Gehweg gebaut. Hier tummeln sich beim Dorfrundgang auch eine Menge Kinder, fahren Roller oder Bobby-Car. Kinder gibt es reichlich, sagt Gabriela Jorsch. Sogar aktuell drei Zwillingspaare. Die drei Monate alten Tino und Philip sind Söhne Nummer zwei und drei von Antje und Volkmar Korch. Es wird nicht allzu lange dauern, dass auch sie auf dem Spielplatz etwas abseits der Dorfstraße rumtoben können.

Das Dorf ist selbst mit langsamen Schritten schnell umrundet. Viele Tiere sind zu sehen, viele Gärten. Es gibt einige Handwerksbetriebe, einige Kottener betreiben Landwirtschaft im Nebenerwerb, andere zur Selbstversorgung. So pflückte am Montag Maria Müller die ersten beiden reifen Tomaten. Bei ihr wachsen auch Zucchini, Gurken oder Ringelblumen. Aus den Blumen macht die Rentnerin Salbe und Tee. „Das ist gesunde Medizin“, sagt die 76-Jährige. Auf Frauen wie sie ist im Dorf Verlass. Einige pflegen auch die Bepflanzung des Dorfkreuzes gegenüber der Feuerwehr, wo sich jeden Ostersonntag die Osterreiter treffen. Es gibt aber noch mehr stille und fleißige Helfer, sagt Gabriela Jorsch. „Unsere guten Seelen.“

Hoffen im Abwasserstreit

Viele Wünsche der Kottener sind erfüllt. Andere noch nicht. Der Abwasserstreit zieht sich seit Jahren hin. Es geht um die Höhe der Gebühren für die Einleitung in die Teichkläranlage am Dorfrand. Zur Zeit läuft ein Mediationsverfahren. Das Thema soll bald vom Tisch sein. „Wir wollen eine rechtssichere Gebühr“, sagt Ortschaftsrat Hubertus Korch.

Schon ist der Konsum wieder erreicht, fast das gesamte Dorf einmal umrundet. Ramona Fischer, Investorin in der „Alten Schule“, war beeindruckt. „Hier gibt es kein Haus, das gammelig aussieht“, sagt sie. Diese Gefahr ist auch für die Schule abgewendet. Mit dem sanierten Gebäude braucht sich das Dorf nicht zu verstecken.

Der nächste Dorfrundgang führt am kommenden Montag, dem 6. August, nur ein paar Kilometer weiter nach Rachlau. Treff ist um 17 Uhr am alten Konsum.


Hoffnung auf Geld für den Umbau der Milkeler Kita

Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung
Dienstag, 31. Juli 2012

Im jüngsten Gemeinderat von Radibor war das eine der erfreulichen Nachrichten: Im Förderbereich des ländlichen Raums stehen bis Ende 2013 noch 600000Euro zur Verfügung. Durch die Neuausrichtung der Prioritäten kann so auch der Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Klaus Naumann darauf hoffen, dass die Kita „Spatzennest“ in Milkel mit dieser Förderung saniert werden kann. „Die Antragsunterlagen liegen im Kreisentwicklungsamt, wir warten nun auf den Zuwendungsbescheid“, sagt Klaus Naumann. Ob dann über den Winter gebaut oder lieber erst im Frühjahr damit begonnen wird, muss noch entschieden werden. Das Vorhaben kostet insgesamt 300000Euro. Die Awo hofft auf 75 Prozent Förderung.In der kleinsten Kita der Awo mit nur 33 Plätzen muss an Dach, Fußboden, Heizung, Elektrik und Isolierung etwas getan werden. Zwischenzeitlich war die Entscheidung gefallen, das als Gemeinschaftsraum genutzte Zimmer mit in die Einrichtung zu integrieren. Dafür sollen in der ehemaligen Volksbank Räume durch die Gemeinde geschaffen werden. Während der Bauarbeiten werden die Kinder ausziehen. „Wir haben mit der Feuerwehr eine Variante erarbeitet. Nun muss das Landesjugendamt dieser Zwischenlösung noch zustimmen“, sagt Klaus Naumann. (SZ/kf)


Grundschule bekommt Fluchttreppe

sz-online, 11.04.2012:

Von Manuela Reuß

Gestern rückten Bauarbeiter in Räckelwitz an und begannen mit Abrissarbeiten. Noch sind Ferien. Der Bau soll danach auch bei laufendem Schulbetrieb weitergehen.

Die stählerne Konstruktion ist eine optische Belästigung. Bürgermeister Franz Brußk nimmt bei seinem Urteil kein Blatt vor den Mund. Jede nachträglich angebaute Fluchttreppe verhunze die Architektur eines Gebäudes. Trotzdem freut sich der Räckelwitzer wie Bolle, dass der zweite Rettungsweg für die Sorbische Grundschule jetzt gebaut werden kann. Lange genug kämpfte die Gemeinde darum, Fördermittel für dieses Bauvorhaben zu bekommen. Es geht schließlich um die Sicherheit der Kinder.

Rund 211 000 Euro kostet das Projekt. Etwa 133 000 Euro werden über den Fördertopf Integrierte ländliche Entwicklung zugebuttert. Dafür wird nicht nur die stählerne Fluchttreppe am nördlichen Giebel gebaut. Die Gemeinde Räckelwitz lässt auch die Toiletten in beiden Etagen erneuern, und durch die bauliche Umgestaltung entsteht Platz für neue Gaderobenräume. Außerdem werden Sicherheitstüren eingebaut, die bei Rauchentwicklung die Gänge zur Mittelschule hermetisch abriegeln.

Die Aufträge für die einzelnen Gewerke wurden in der jüngsten Gemeinderatssitzung Ende März vergeben. Vergangenen Mittwoch fand die Bauanlaufberatung statt. Gestern rückten die ersten Bauarbeiter an. "Es sind ja noch ein paar Tage Ferien. Die Zeit wollen wir nutzen, um die geräusch- und staubintensivsten Arbeiten durchzuführen", erklärt der Räckelwitzer Bürgermeister. Nach den Ferien wird weitergebaut. Dann allerdings bei laufendem Schulbetrieb. Anders sei es leider nicht machbar. Bis Ende Juni soll das Bauvorhaben mit der amtlichen Bezeichnung "Baulicher Brandschutz/Sanierung der WC-Anlagen in der Sorbischen Grundschule" Geschichte sein. Das heißt, die Bauleute müssen sich sputen. Notfalls auch sonnabends arbeiten. Letzteres, so Franz Brußk, war von Anfang an Bedingung bei der Ausschreibung.

Auftrag für heimische Firmen

Das Gemeindeoberhaupt freut sich, dass sich auch einheimische Firmen mit ihren Angeboten durchsetzen konnten. Für die Bauhauptleistungen bekam die Firma Bauhof Behnsch aus Schmeckwitz den Zuschlag, Heizung und Sanitär gingen an die Firma Scholze aus Räckelwitz, Maler- und Fußbodenarbeiten übernimmt ein Oßlinger Unternehmen. "Nur der Stahlbau ging an eine Firma, die von etwas weiter herkommt." Der Gemeinderat habe bei der Zuschlagserteilung ein gutes Gefühl gehabt, so der Bürgermeister. "Weil die regionale Wirtschaft beteiligt ist."

Mit Betrieben vor Ort zusammenzuarbeiten, sei in vielerlei Hinsicht von Vorteil. Zum einen gebe es bei Arbeiten während des laufenden Schulbetriebs erhöhten Abstimmungsbedarf. Das lasse sich mit örtlichen Unternehmen einfacher handhaben. Aber auch beim abschließenden Service sei die Nähe von Vorteil. "Da kommt - beispielsweise bei einem Rohrbruch - auf Zuruf innerhalb von wenigen Minuten Hilfe." Franz Brußk hat auch schon den Gegensatz kennengelernt. Eine Firma bekam vor Jahren den Zuschlag für Fenstereinbau und Fassadenarbeiten. "Als es reinregnete, weil es Pfusch war und wir reklamieren wollten, gab es das Unternehmen nicht mehr."


25.11.2011 - Volkstanzgruppe probt im sanierten Kulturhaus Schmerlitz

Den kurzen Bericht "Tänzerische Traditionspflege in der Lausitz" können Sie  unter folgendem Link ansehen:

http://www.mdr.de/lexi-tv/video25938.html